Spar- und Spassgesellschaft

Die deutschen Hersteller läuten in Detroit den Cabrio-Frühling ein – und stehen unter Strom.

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«Die Akzeptanz deutscher Autos in den USA steigt rasant an», freute sich Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA), frühmorgens zum Auftakt der Auto Show in Detroit. «Darum wollen wir unseren Marktanteil dank spannender Neuheiten auch in diesem Jahr erhöhen.»

Tatsächlich zeigen sich die deutschen Hersteller bei der ersten grossen Show des Jahres mit breiter Brust. Kein Wunder, schliesslich haben Audi, BMW, Mercedes, Mini, Porsche und Volkswagen 2011 erstmals mehr als eine Million Autos in den USA verkauft – was einem Marktanteil von immerhin 8,2 Prozent bei den «Light Vehicles» entspricht.

Open-Air-Modelle als Imageträger

Dabei gelingt es den deutschen Marken in der Cobo Hall derzeit wohl eher ungewollt, einen nahezu perfekten Mix aus Spass- und Sparmobilen zu zeigen. Für den Spass stehen in erster Linie die drei Open-Air-Varianten von Mercedes (SL), Mini (Roadster) und Porsche (911 Carrera Cabrio). Während Mini mit dem Roadster in den USA Neuland betritt, wollen Mercedes und Porsche mit ihren Neuheiten an erfolgreichere Zeiten anknüpfen.

Denn während die Stuttgarter 2005 noch 10 000 Mercedes SL in den USA absetzen konnten, waren es 2011 nur noch 1500. Darum zeigt man bei Mercedes nebst dem Luxus-Roadster auch die E-Klasse als Hybridmodell. Damit wollen die Schwaben den Vorsprung auf den Audi A6 und den 5er-BMW in Nordamerika weiter ausbauen. Ausbauen will auch Porsche. Aber nicht allein die 911-Palette, sondern das ganze Programm. Darum feierten die Sportwagenbauer diese Woche nicht nur die Weltpremiere des Carrera-Cabrios und ein Rekordjahr, sondern sie veröffentlichten auch noch die ersten Bilder und Fakten des neuen Boxsters, der ab Mitte April – sechs Wochen nach dem 911 Carrera Cabrio – auf die Strassen rollt.

Zumindest auf den ersten Blick nicht ganz so spektakulär ist der Auftritt von BMW in Detroit. Doch die US-Premiere der neuen 3er-Palette – inklusive Active Hybrid 3 – verspricht ein grosser Erfolg zu werden. In München rechnet man für 2012 laut Auto-Papst Ferdinand Dudenhöffer «mit über 130 000 verkauften Fahrzeugen der 3er-Reihe».

Volkswagen – dank seinem hochmodernen Werk in Chattanooga deutlich selbstbewusster – stellt in Detroit die Produktionsversion des Jetta-Hybrid vor, der im VW-Werk Puebla in Mexico gebaut wird und Ende 2012 in den US-Verkaufsräumen steht. Zudem überraschten die Wolfsburger mit dem stromenden E-Bugster. Fazit: Die Innovationen im VW-Konzern werden 2012 von VW und Porsche gezeigt. Um Audi ist es bei den Innovationen ruhiger geworden. Das merkt man in Detroit.

Erstellt: 13.01.2012, 22:26 Uhr

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