Vorsprung in Raten

Audi bringt den A1 neu als Fünftürer. Allradantrieb gibt es vorerst nur in einem Sondermodell, eine S-Version ist geplant.

Für die kleine Familie: Audi erweitert die Palette des A1 um eine fünftürige Variante.

Für die kleine Familie: Audi erweitert die Palette des A1 um eine fünftürige Variante. Bild: Audi

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«Vorsprung durch Technik» – so lautet der selbstbewusste Slogan von Audi. Im Falle des jüngsten Sprösslings, zugleich der Kleinste in der grossen Audi-Familie, wandeln die Ingolstädter den Slogan ab. Sie praktizieren beim A1 vorerst einmal Vorsprung in Raten. Tatsächlich ist es beim Sportback – der zweiten Variante der im Sommer 2010 lancierten Premium-Kleinstbaureihe – so, dass er technisch wenig Neues bietet. Und dennoch einen fortschrittlichen Schritt macht. Denn bei einer unveränderten Länge von 3,95 Metern und sogar unverändertem Radstand von 2,47 Metern wird der Audi-Mini dank zwei zusätzlichen Türen zum Fünftürer.

Bis zu fünf Plätze

Und wird damit «zum perfekten Auto für ein junges Paar mit seinem ersten Kind», wie Audi-Sprecherin Sandra Göres den Sportback diese Woche bei der Präsentation in Spanien anpries. Dabei unterschlägt sie sogar, dass sich der serienmässig als Vierplätzer angebotene Sportback auf Wunsch (und gegen Aufpreis natürlich) zum komfortablen Fünfplätzer erweitern lässt.

Damit grenzt sich die neue Version bewusst von jenem Hauptkonkurrenten ab, den der A1 bislang nicht erreicht hat und auch nicht gross gefährden konnte, dem Mini. An dessen Kultstatus lässt sich bei allem Premiumanspruch der Ingolstädter, die ihren Kleinsten sogar mit Innovationen aus dem A8 ausrüsten, offenbar nicht kratzen. Das wollen die Audi-Strategen zwar nicht wahrhaben. Und sie verweisen darauf, dass mit den im vergangenen Jahr verkauften 118 000 Autos (in der Schweiz waren es exakt 2149) die Produktionskapazität in Brüssel voll ausgeschöpft worden sei. Was aber noch lange nicht heisst, dass die – allerdings sehr hohen – Ewartungen wirklich erfüllt worden sind.

Doch Audi wäre nicht Audi, würde man bei der Weiterentwicklung des A1, wie sie jetzt mit dem Sportback eingesetzt hat, die Schlagzahl nicht erhöhen und damit den eigentlichen Kernkompetenzen der Marke und ihrem Anspruch auf Vorsprung durch Technik nachleben.

Sonderserie mit 256 PS

Die Stichworte dazu sind natürlich der Allradantrieb und selbstverständlich die Sportlichkeit. Tatsächlich gibt es den A1 quattro bereits – wenn auch noch nicht in Grossserie. Denn zeitgleich mit der Einführung des Sportback im Februar legt Audi eine auf 333 Stück limitierte Sonderserie auf. Und die hat es in sich: Der aufgeladene 2.0 TFSI leistet 256 PS, beschleunigt den Über-A1 in nur 5,7 Sekunden auf Tempo 100 und soll eine Höchstgeschwindigkeit von fast 250 km/h erreichen.

Der Preis ist zwar noch nicht bekannt, wird aber alles, was im neuen Sportback erhältlich ist und normalerweise zusätzlich bezahlt werden muss, bereits beinhalten: abgeflachtes Sportlenkrad, Fernlicht-Assistent, adaptives Bremslicht, LED-Innenlicht, Regensensor, Einparkhilfe und 18-Zoll-Leichtmetall-Räder. Laut der Audi-Sprecherin Göres soll mindestens ein Drittel dieser Sonderserie bereits von der Schweiz aus geordert worden sein.

S-Version als starke Alternative

Für etwas geduldigere und eine Spur weniger anspruchsvolle Kunden wird es den A1 nächstes Jahr auch in einer serienmässigen S-Version mit 210 bis 220 PS geben. Das sind ebenfalls deutlich mehr, als die derzeit erhältlichen Motoren im Dreitürer und im Sportback leisten. Dafür zeichnen sich die angebotenen sieben Vierzylinder (vier Benziner, drei Diesel) durch besondere Sparsamkeit aus. Und das zählt heute eigentlich mehr. Allen voran der 1.6 TDI mit 90 PS und einem vom Werk berechneten Verbrauch von 3,8 Liter und einem CO2 von 99 Gramm. Aber auch der kleinste Benziner mit 122 PS soll sich mit 5,1 Liter bescheiden. Die Audi-spezifische Leichtbauweise trägt dabei ebenso zu den niedrigen Verbrauchswerten bei wie die bei (fast) allen Versionen serienmässige Stopp-Start-Automatik.

Die Preisspanne des Audi A1 Sportback beginnt derzeit bei 29 150 Franken und steigt bis zur aktuellen Topversion, dem 185 PS starken 1.4 TSFI mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, auf 40 900 Franken an.

Peter Hegetschweiler fuhr den A1 Sportback auf Einladung des Schweizer Importeurs Amag am 16./17. Januar in Spanien. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.01.2012, 11:20 Uhr

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