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BMW und die sportliche Qual der schwierigen Wahl

Wenn schon ein M6 aus der Edelschmiede der BMW Sport GmbH: Lieber als Cabrio oder besser als Coupé?

Es ist ein schwieriger Entscheid. Ein sehr schwieriger sogar. Und doch: 225 Schweizer haben ihn in den vergangenen fünf Jahren getroffen. Und sich von der Edelschmiede der Bayrischen Motorenwerke, der BMW Sport GmbH, einen M6 fertigen lassen. 150 von ihnen haben ihn als Coupé, 75 als Cabrio geordert, wie Oliver Peter exakt weiss. Weniger klar ist dem Pressechef von BMW Schweiz hingegen, wer sich aus welchem Grund für die offene Version entschieden hat – und damit gegen den M6 mit dem kohlefaserverstärkten Kunststoffdach. Oder umgekehrt.

Erfolgreich in der Luxus-Nische

Ganz genau sagen kann man das selbst beim BMW-Veredler nicht. Muss man wohl auch nicht. In einer Zeit, in der selbst Premiumhersteller bestrebt sind, jede noch so kleine und exklusive Nische zu besetzen, haben einzig Zahlen Aussagekraft. Erfolgszahlen. Im Falle des M6 bedeutet das: In den fünf Produktionsjahren der Ende 2010 ausgelaufenen, zweiten Serie hat die BMW Sport GmbH weltweit 14 152 Einheiten ihres Hochleistungssportwagens verkauft, 9087 als Coupé und 5065 als Cabrio. Zu einem Preis allerdings, der sich schon bei dieser Auflage so rasant in Richtung der 200 000-Franken-Marke bewegte, wie sich das Auto der 300 km/h-Marke anzunähern pflegte.

Und jetzt kommt die dritte Generation des Luxusrenners auf den Markt. Präsentiert wurde sie in Spanien. Und gewollt oder nicht lieferten die Münchner dabei einen Hinweis darauf, welche Differenzierung sie selbst zwischen den beiden Modell-Varianten vornehmen. Mit dem Coupé waren Testrunden auf dem Ascari-Racetrack angesagt, im Cabrio durfte man sich beim freudvollen Cruisen entlang der Mittelmeerküste erholen.

Der M6 fordert den Fahrer

Denn es ist so: Wenn man es will und von der (Renn-)Strecke her auch kann, dann fordert einem der M6 alles ab. Bereits im Leerlauf erklärt er einem mit seinem sonoren Grollen aus den vier Endrohren den Tarif. Dann gehts los. Und mit dem eigens für die Rennstrecke programmierbaren Set-up – giftiges Ansprechverhalten, superstraffes Fahrwerk, extrem kurze Schaltsequenzen des 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe – hat man ganz, ganz schnell nur noch mit sich selbst zu tun. Obs der Maschine so gefällt? Falls nicht – sie hält souverän Kurs. Aber es geht auch anders. Dann, wenn man den Fokus mehr auf «faszinierende Ästhetik» legt und weniger auf «High Performance», wie sie BMW im Pressetext verspricht. Und, natürlich, in beiden Varianten. Coupé und Cabrio sind ja auch bis auf die Dachkonstruktion (und das Mehrgewicht von 130 Kilo des Cabrios) absolut identisch. Auch vom luxuriösen Interieur her, das nicht keinen Wunsch offen lässt.

Mehr Leistung, weniger Verbrauch

Befeuert wird der M6 von jenem Aggregat, das vor Jahresfrist bei der Lancierung der M5 Limousine zu einem Entrüstungsstürmchen eingefleischter M-Power-Fans geführt hat. Grund war die damalige Abkehr vom legendären 10-Zylinder. Stattdessen verbaut die M-Fraktion jetzt in ihren Topmodellen den neuen 4,4-Liter-V8Twin-Turbo, den laut BMW «stärksten, je für ein M-Modell gefertigten Motor». Er leistet mit 560 PS zehn Prozent mehr, verbraucht aber im Schnitt 30 Prozent weniger Sprit. Beim M6 gibt BMW für das Coupé 9,9 Liter, beim Cabrio 10,3 Liter an. Doch das ist auch bei gemässigter Fahrweise eine Illusion.

Nüchterne Realität ist der Preis, auch wenn ihn BMW Euro spezifisch angepasst hat. Das M6 Coupé gibts ab 164 500, das offene Pendant ab 172 200 Franken. Ist das eine Entscheidungsgrundlage? (hw.)

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