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Der kleine iQ von Toyota fährt sich so richtig «smart»

Als kleinsten vollwertigen Premium-Viersitzer der Welt bezeichnet Toyota den iQ. Bei ersten Probefahrten bewies der Neuling: Er wird den hohen Ansprüchen gerecht!

Liegt die Würze in der Kürze? Auf den ersten Probefahrten machte der neue Toyota iQ mit seinen knapp drei Meter Länge eine sehr gute Figur.
Liegt die Würze in der Kürze? Auf den ersten Probefahrten machte der neue Toyota iQ mit seinen knapp drei Meter Länge eine sehr gute Figur.
Toyota

Das deutsche Wort «Zeitgeist» wird ohne Übersetzung auch in der japanischen Sprache verwendet (im Englischen, Spanischen und Niederländischen übrigens auch). Erstmals verwendet wurde der Begriff schon im Jahr 1760 vom Philosophen Christian Adolf Klotz, doch es hat sich über Goethe und Karl Jaspers bis heute halten können. Und es macht ganz den Eindruck, als ob Toyota den automobilen «Zeitgeist» ganz besonders gut zu treffen imstande ist. Das gelang den Japanern schon mit dem Hybrid-Gefährt Prius – und es wird ihnen wohl auch mit dem kleinen iQ gelingen.

Denn der Toyota iQ hat eigentlich alles, was in diesen Zeiten der Verteufelung der individuellen Mobilität, der Verknappung der Rohstoffe, der ernsthaften Sorge um die Umwelt von einem Automobil nur verlangt werden kann. Er ist klein und sparsam. Er ist wendig, clever, smart. Er sieht gut aus, lässt sich individualisieren – er hat definitiv das Zeug zu einem sehr schicken Lifestyle-Accessoire. Und trifft damit voll und ganz den «Zeitgeist».

30 Zentimeter länger als der Smart

Nur gerade 298,5 Zentimeter ist der iQ lang. Das sind zwar 30 Zentimeter mehr als der Smart (und 77 Zentimeter weniger als der auch nicht eben riesige Toyota Yaris), doch der Toyota ist im Gegensatz zum zweisitzigen Smart – zumindest laut den PR-Strategen von Toyota – «ein vollwertiger Vierplätzer». Einverstanden, so ganz stimmt das natürlich nicht, denn der eine Platz hinter dem Fahrer kann nur belegt werden, wenn der Pilot nicht mehr als, sagen wir mal: 160 cm kurz ist. Doch 3+1 Sitze auf weniger als drei Metern, das ist eine fantastische Leistung, die Toyota mit einem hohen konstruktiven Aufwand erreicht. Kofferraum darf man allerdings nicht erwarten: Wenn der iQ voll besetzt ist, so haben dann hinter den Rücksitzen noch eine Flasche Wasser und etwa zwei C5-Couverts Platz. Werden die hinteren Sitze aber abgeklappt (was mit einer Hand geht), und wird der iQ als Zwei- oder Dreisitzer verwendet, dann bleibt reichlich Raum auch für Bierkisten oder Ferienutensilien.

Sitzen tut man übrigens gut im iQ. Das Gestühl ist zwar straff gepolstert, doch auch bequem und bietet einen guten Seitenhalt. Sehr erfreulich ist die Breite des Kleinen, man sitzt im iQ nicht Schulter an Schulter wie in anderen Winzlingen. Und beim Thema Sicherheit gibt es keinerlei Abstriche zu machen: Die Japaner erwarten eine 5-Sterne-Wertung beim gängigen Euro-NCAP-Test – denn unter anderem sorgen 12 (!) Airbags für die Sicherheit der Insassen.

Die grösste Überraschung beim iQ ist allerdings nicht das Platzangebot, sondern sein Fahrverhalten. Kleinstwagen waren bisher immer bockig, neigten aufgrund ihres kurzen Radstandes zum Hüpfen – die Lust auf lange Ausfahrten ist etwa im Smart eine eher geringe. Ganz anders der iQ: Zwar beträgt sein Radstand auch nur gut zwei Meter, doch er fährt sich wie ein «richtiges» Automobil. Der Geradeauslauf ist vorbildlich, auch bei Autobahntempi, der Komfort als angenehm zu bezeichnen, das Kurvenverhalten fast schon sportlich. Und man braucht gerade einmal 3,9 Meter Platz (das ist die Länge eines VW Polo), um den iQ zu wenden – gerade in der Stadt ein sehr gutes Argument.

Bei den Probefahrten standen der 1-Liter-Benziner mit 68 PS N(Normverbrauch 4,2 l/100 km, CO2-Emission 99 g/km) sowie der 1,4-Liter-Diesel mit 90 PS (Normverbrauch 4 l/100 km, CO2 107 g/km) parat. Der kleine Benziner macht seine Sache gut, man kommt flott voran, doch der an eine Säge erinnernde Klang des Dreizylinders nervt auf die Dauer. Toyota verspricht allerdings, noch an der Geräuschdämmung zu arbeiten, bis die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden – was in der Schweiz etwa Anfang Februar 2009 der Fall sein wird.

Fahrspass mit dem 90-PS-Diesel

Mit dem Diesel, der das beachtliche maximale Drehmoment von 190 Nm bei 2000/min stemmen kann, ist man bestens motorisiert, die knapp 900 Kilo Leergewicht des iQ lassen sich mit dem Selbstzünder ausgesprochen flott bewegen. Fahrspass heisst es dann – nicht unbedingt ein Wort, das bisher mit Kleinstautos in Verbindung gebracht wurde. Zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht wird zudem ein 1,3-Liter-Benziner mit Stop/Start-System. Über Hybrid- oder gar Elektro-Antrieb für den iQ mag Toyota nicht sprechen, die Wortwahl ist bei den Japaner bei solchen Themata immer die gleiche: «Wir sprechen dann darüber, wenn wir es auch liefern können.»

Noch stehen die Preise nicht fest, doch der iQ wird kein günstiges Vergnügen werden. Der Schweizer Importeur hofft, dass er die Einstiegsversion für ganz knapp weniger als 20'000 Franken anbieten können wird. Beim Diesel und mit etwas Ausstattung werden es dann aber wohl eher 25'000 Franken. Und das ist dann auch für jede Menge «Zeitgeist» eine Menge Geld.

Peter Ruch ist Mitglied der Jury «Auto des Jahres» und fuhr den iQ am 25./26. August auf Einladung von Toyota Motors Europe an der Côte d'Azur.

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