Der Scala soll neue Massstäbe setzen

Mit dem Rapid-Nachfolger will Skoda in der Kompaktklasse punkten. Die Neuentwicklung hat das Zeug dazu.

Beim Fahrgefühl macht der Scala eine gute Figur und lässt nur wenig Fahrgeräusche ins Innere. Fotos: PD

Beim Fahrgefühl macht der Scala eine gute Figur und lässt nur wenig Fahrgeräusche ins Innere. Fotos: PD

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Scala – das suggeriert Glanz und Glamour. Man denkt an das weltberühmte Opernhaus in Mailand, an prunkvolle Theater und an die zahlreichen Kinos, die diesen Namen tragen. Scala heisst auch der neue Kompaktwagen von Skoda, der ab Mai gegen etablierte Konkurrenten wie VW Golf, Opel Astra, Renault Megane oder Mazda 3 antritt. Er ersetzt den Skoda Rapid, dessen Stammbaum bis 1934 zurückreicht.

Für Konzernmutter Volkswagen steht Scala aber auch für Skaleneffekte – der 4,36 Meter lange Hatchback baut auf dem Modularen Querbaukasten MQB-A0 auf, der bereits die Grundlage für Modelle wie Audi A1, Seat Arona oder VW Polo bildet. Hinzu kommen bestens bekannte Motoren und andere Komponenten aus dem VW-Regal – das spart ungemein Kosten.

Grosszügiges Platzangebot

Scala bedeutet auch Massstab, und genau das soll der Tscheche im Kompaktsegment darstellen. «Wir sind davon überzeugt, dass der Scala die besten Chancen hat, das Segment für uns neu zu definieren», gibt sich Skoda-Chef Bernhard Maier besonders optimistisch. «Er ist eine komplette Neuentwicklung und setzt in dieser Klasse Standards inSachen Technologie, Sicherheit und Design.»

Nun – generell gesehen setzt der Scala zwar keine neue Messlatte, doch in einigen Bereichen positioniert er sich tatsächlich weit vorne. Etwa punkto Platzverhältnisse: Der vergleichsweise lange Radstand von 2,65 Metern und eine clevere Raumnutzung schaffen grosszügig Platz für die Passagiere auf beiden Sitzreihen. Das Kofferraumvolumen von 467 Litern ist beachtlich, mit umgeklappten Rücksitzen wächst es auf 1410 Liter an – mehr Laderaum darf man in dieser Klasse nicht erwarten.

Herzstück des klar strukturierten Cockpits ist der Bildschirm.

Auch punkto Fahrassistenzsysteme und Ausstattung ist der kompakte Skoda gut aufgestellt. Ein Notbremssystem mit Fussgängererkennung, ein Spurhalteassistent, eine Warnung vor Fahrzeugen im toten Winkel und vor kreuzenden Autos beim Ausparkieren, eine Müdigkeitserkennung oder ein adaptiver Tempomat, der bis zum Stillstand abbremst, sind keine Selbstverständlichkeit in der Kompaktklasse. Hinzu kommen Scheinwerfer und Rückleuchten in LED-Technik, Sitz-, Lenkrad- und Frontscheibenheizung, eine elektrisch betätigte Heckklappe, ein virtuelles Cockpit, ein voll vernetzbares Infotainmentsystem mit grossem Touchscreen und einer erweiterten Sprachsteuerung. Und vieles mehr.

In der Kategorie Design kann der neue Scala glänzen: Die Proportionen sind harmonisch, die Linienführung schnörkellos, Front- und Heckpartie gefallen mit modern geformten Leuchteinheiten und einer prägnanten Lichtsignatur. «Der Scala ist ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung unserer Gestaltungssprache», bestätigt Chefdesigner Oliver Stefani. Auch der Innenraum mit einem klar strukturierten Cockpit und einem eleganten Layout der Bedienelemente wird gut ankommen. «Die Herzstücke dieses Konzepts sind angenehme und weiche Materialien in direkter Nähe der Insassen sowie der neue freistehende Bildschirm», führt Stefani aus. Je nach Ausstattungsvariante und verbauten Optionen lässt sich der Scala tatsächlich ziemlich hochwertig ausstaffieren; andererseits zeugen Kunststoffelemente vom Kostendruck in diesem Segment.

Wenig innovative Motoren

Hochwertig ist auch das Fahrgefühl. Der Scala rollt sehr manierlich ab und lässt nur wenig Fahrgeräusche in den Innenraum dringen – da macht der Skoda eine gute Figur. Antriebsseitig hingegen ist er weder innovativ noch ein Massstab: Der bekannte 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit Zylinderabschaltung bildet mit seinen 150 PS und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe die Spitze des Angebots, darunter rangiert ein ebenfalls turbogeladener 1-Liter-Dreizylinder mit 115 PS und manuellem 6-Gang-Getriebe. Später folgt eine Einstiegsvariante mit 95 PS und fünf Gängen genauso wie eine Erdgasversion mit gleicher Leistung. Diesel wird es für den Schweizer Markt nicht geben, und von elektrifizierten Versionen will Skoda derzeit noch nichts wissen.

Scala bedeutet auch Leiter, und diese will der neue Skoda gerne hochsteigen, wenn möglich bis zur Spitze des Segments. Doch die Kompaktklasse ist ein Haifischbecken, und nun wildern auch noch die boomenden Kompakt-SUV darin – da dürfte der Scala keinen leichten Stand haben. Auch weil seine Geschwister Fabia und Octavia, zwischen denen er positioniert ist, schon lange etabliert sind und eine eingefleischte Fangemeinde haben. Mit seinem attraktiven Design, der umfangreichen Ausstattung und den cleveren Detaillösungen wird der Neue dennoch viele in seinen Bann ziehen.

Dave Schneider fuhr den neuen Scala auf Einladung von Skoda Schweiz am 10. April in Kroatien.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 18.04.2019, 08:16 Uhr

Skoda Scala

Modell: Kompaktwagen
Masse: Länge 4362 mm, Breite 1793 mm, Höhe 1471 mm, Radstand 2649 mm
Kofferraum: 467 bis 1410 Liter
Motoren: Vorerst zwei Benziner mit 115 und 150 PS
Fahrleistungen: Von 0 auf 100 km/h in 8,2 bis 9,8 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit von 201 bis 219 km/h
Verbrauch: 5 Liter auf100 Kilometer
CO2-Ausstoss: 113 Gramm pro Kilometer
Markteinführung: 17. Mai
Preis: Ab 24'370 Franken
Infos: www.skoda.ch

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