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Impreza mit gestutzten Flügeln

Bei Subaru stand Impreza bisher für das sportliche 4x4-Auto schlechthin. Die Zeiten sind vorbei. Ab sofort schmückt der Name nur noch das Heck der neuen Kompaktklasse der Japaner.

Biedermann statt Brandstifter:
Biedermann statt Brandstifter:
Subaru
Der neue Subaru Impreza AWD...
Der neue Subaru Impreza AWD...
Subaru
...gehören allerdings nicht ins Repertoir dieser eher müden Antriebseinheit.
...gehören allerdings nicht ins Repertoir dieser eher müden Antriebseinheit.
Subaru
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Über 53 Millionen Ergebnisse fördert die Eingabe «Subaru Impreza» bei der Google-Suche zutage. Der Grossteil davon zeigt in Wort und Bild eine meist blaue Stufenhecklimousine mit Allradantrieb, gewaltigem Heckspoiler und noch mehr Power unter der Haube. Der Traum junger Autoliebhaber prescht im Grossteil der Youtube-Filme in bester Rallye-Manier über unbefestigte Strassen, röhrt laut aus dicken Auspuffendrohren und begeistert sogar die Macher der angesagten BBC-Sendung «Top Gear». Subaru Impreza – das war bis anhin der Inbegriff schlechthin für eine günstige, kompakte, viertürige Sportlimousine mit Allradantrieb. Die Zeiten sind vorbei: Das ehemalige Aushängeschild von Subaru heisst ab sofort und offiziell nur noch WRX STI.

Der Name Impreza dagegen geniesst jetzt Exklusivität. Zukünftig schmückt er einzig die 5-türige Kompaktlimousine mit Schrägheck, welche die Japaner in diesen Tagen als Golf-Konkurrenten neu auf den Markt bringen. Das geschieht mit einiger Verspätung, wie Subaru-Pressechef Peter Bucher bedauert: «Eigentlich hätten wir unsere drei Neuheiten im Kompaktwagensegment, den Impreza AWD, den Crossover XV und das Sportcoupé BRZ, schon im vergangenen Jahr in der Schweiz einführen wollen. Aber als Folge der Katastrophe von Fukushima hat sich ihre Produktion um über ein halbes Jahr verzögert.» Die Verspätung schlug sich bei Subaru Schweiz deutlich in den Verkaufszahlen nieder. Im vergangenen Jahr verkauften die Japaner im Vergleich zu 2010 satte 13 Prozent weniger Autos.

Aufschwung mit XV-Crossover

Doch im Februar brachte das neu lancierte Crossover-Modell XV laut dem Pressechef einen grossen Aufschwung: «Nach nur fünf Monaten sind bei uns bereits 4300 Bestellungen für den XV eingegangen», freut sich Bucher. Dass der kompakte XV mit Offroader-Look, leicht erhöhtem Fahrwerk und Allradantrieb nicht nur den Geschmack von Subaru-Botschafter DJ BoBo («Der fehlt mir noch auf der Bühne!») trifft, sondern scheinbar auch dem Gusto vieler Schweizer Kunden entspricht, stimmt die Markenverantwortlichen auch für den Rest des Jahres 2012 positiv. Denn mit dem bereits erfolgreichen Crossover-Modell XV ist der neue Impreza eng verwandt. So soll er den steil ansteigenden Verkaufszahlen weiter Flügel verleihen.

Beide 5-Türer verfügen über dieselbe Karosserie. Das Fahrwerk des Impreza haben die Subaru-Ingenieure aber auf normales Strassenniveau abgesenkt und das schwarze Offroader-Dekor rundum entfernt. So kommt der Impreza deutlich unauffälliger daher als der XV. Auch im Interieur bietet er wenig Aufregendes: Alles ist sauber verarbeitet, Emotionen werden beim Anblick aber keine geweckt. Dafür bietet der im Vergleich zum aktuellen VW Golf um rund 20 Zentimeter längere Impreza mit gut 4,40 Meter Länge viel Platz. Vier Erwachsene sitzen mit guter Kopf- und Beinfreiheit sehr bequem, und der Kofferraum wird mit den flach umlegbaren Rücksitzlehnen zur grossen Ladefläche für sperrige Transportgüter.

Wie es sich für Subaru gehört, werkelt beim Impreza unter der Haube ein 1,6-Liter-Benzin-Boxermotor, der sich laut Werk durch «spontanes Ansprechen, lineare Kraftentfaltung und moderaten Verbrauch auszeichnet». Damit lässt sich der Impreza im Zusammenspiel mit der stufenlos schaltenden 5-Gang-Automatik auf der Testfahrt zwar flott fortbewegen und auch der Verbrauch liegt schlussendlich dank serienmässiger Stopp-Start-Technik nahe beim angegebenen Durchschnittsverbrauch von 6,2 Litern auf 100 Kilometer.

Ein gefälliger Einsteiger

Doch rasche Beschleunigungen und spontane Reaktionen bei Überholmanövern, die eigentlichen Paradedisziplinen des einstigen Impreza-Überfliegers WRX STi, gehören nicht ins Repertoir dieser eher müden Antriebseinheit. Dafür glänzt der Impreza AWD dank permanentem Allradantrieb durch Spurtreue. Und ordert der Kunde die manuelle Handschaltung, so erhält er serienmässig ein zuschaltbares Untersetzungsgetriebe mitgeliefert, womit sich das Auto für den Einsatz auf besonders steilen Strassenabschnitten und für den Anhängerbetrieb empfiehlt.

Alles in allem ist der neue Impreza ein durchaus gefälliges Auto geworden, das sich bei Bedarf auch recht sportlich bewegen lässt. Trotzdem wird er sich in der Subaru-Palette zukünftig mit der Rolle des Kompaktsegment-Einstiegsmodelles zufriedengeben müssen. Denn der Überflieger soll bei den Japanern zukünftig nicht mehr der Impreza sein, sondern das ebenfalls neue Sportcoupé BRZ. Das jedenfalls wartet bei Google ebenfalls bereits mit knapp 12 Millionen Einträgen auf – Tendenz steigend.

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