Zurück in die Zukunft

Beim L500 R Hybrid von Peugeot kommt man beim besten Willen nicht darum herum, den Titel vom Kinohit «Back to the Future» zu zitieren.

Mit der Studie L500 R Hybrid will Peugeot an die glorreiche Racing-Vergangenheit des L45 von 1916 – Sieg beim Indy 500 – erinnern. Foto: Peugeot

Mit der Studie L500 R Hybrid will Peugeot an die glorreiche Racing-Vergangenheit des L45 von 1916 – Sieg beim Indy 500 – erinnern. Foto: Peugeot

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Der 2008 rollt derzeit frisch geliftet an den Start, der 3008 wurde als «Speerspitze der SUV­-Offensive» kürzlich von Peugeot enthüllt, und seit ein paar Tagen weiss man auch – wen wunderts? –, dass PSA (Citroen, Peugeot und DS) in Sachen Elektrifizierung gemeinsame Sache mit dem chinesischen Partner Dongfeng Motors machen.

Das Ziel: Ab 2019 soll die Kooperation eine neue Generation von flexiblen und geräumigen Elektrofahrzeugen ermöglichen, die bis zu 450 Kilometer Gesamt- Reichweite und schnelle Ladelösungen mit bis zu 12 Kilometer Reichweite je Minute Ladezeit bieten. Vier Elektroversionen kündigt PSA ab 2019 an. Die Zeit bis dahin überbrücken die Franzosen unter anderem mit faszinierenden Studien. So wie jetzt mit dem Sportwagen L500 R Hybrid, der einerseits an die längst vergessenen Erfolge von Peugeot beim Indy 500 erinnert, andererseits zeigen soll, wie man alternative Antriebe emotionalisieren kann.

In 2,5 Sekunden auf Tempo 100

Der L500 R Hybrid, der an den L45 von 1916 erinnern soll, setzt zum einen auf ein markantes Äusseres – extrem breit, extrem flach –, zum andern eben auf einen modernen Antrieb. In diesem Falle leisten ein 270 PS starker 4­Zylinder- Turbobenziner und zwei Elektromotoren (an jeder Achse einen) eine Systemleistung von 500 PS und ein maximales Drehmoment von 730 Newtonmeter. Dank dem Allradantrieb und einem Gesamtgewicht von rund 1000 Kilogramm soll der französische Einsitzer in nur gerade 2,5 Sekunden auf Tempo 100 spurten, verspricht Peugeot.

Der 500-PS-Sportler ist nur einen Meter hoch.

Zukunftsmusik? Nicht nur. Während das Konzept eines einsitzigen Sportwagens in Paris wohl nicht oberste Priorität geniesst, existiert diese 500­PS­Antriebseinheit keineswegs nur auf dem Papier, sondern wurde von den Franzosen bereits im vergangenen Jahr im 308 R Hybrid verbaut – einem faszinierenden Einzelstück, mit dem Projektleiter Jean-­Philippe Delaire um die Rennstrecken der Welt tingelte und ausgewählte Journalisten ans Steuer liess.

Heisse Runden im 308 R Hybrid

TA­-Mitarbeiter Thomas Geiger war einer der Glücklichen, die mit der Studie ein paar Runden drehen konnte. «Die Fahrt fing ganz verhalten, leise und fast lustlos an», erinnert er sich. «Wie jeder Plug­in Hybrid startete auch der schärfste Peugeot aller Zeiten im flüsterleisen Elektromodus. Doch sobald man aus der Boxengasse heraus war und etwas fester zutrat, setzte das vertraute Brüllen des kleinen Benziners ein, und der König der Löwen liess seine Muskeln spielen.

Das Einmann-Cockpit im Jet-Design.

Selbst wenn die E­-Motoren in der ersten Eskalationsstufe nur das Turboloch stopfen und die Zugkraftunterbrechung des automatisierten Sechsganggetriebes ausgleichen, fuhr der Showcar viel flotter und flüssiger um den Kurs. Zudem musste man ja nur den roten Knopf im Lenkrad drücken, damit der Spass so richtig begann.»

Launch-­Control und viel Rauch

Denn auf Knopfdruck schaltet die Elektronik beim R­Hybrid wie bei einem Rennwagen kurz vor dem Überholen immerhin schon 400 PS und 530 Nm frei – und zwar nicht nur für ein paar Sekunden, sondern solange der Akku Saft hat. Und weil der besonders schnell laden kann und die E­-Maschinen beim Bremsen extrem stark rekuperieren, währt der elektrische Boost bei entsprechend rabiater Fahrweise schier unbegrenzt.

308 R Hybrid: Unterwegs mit dem 500-PS-Antrieb.

«Dazu noch die acht Zentimeter breitere Spur, der tiefe Schwerpunkt und die mit angetriebene Hinterachse – so donnerten wir mit dem Kompakten um die Kurven, dass es eine wahre Freude war», so Geiger. «Erst recht, als Delaire auf der Start­-Ziel­Geraden zum Stopp bat, um die Launch­Control zu demonstrieren. Denn als ultimative Eskalationsstufe mobilisiert sie aus dem Stand heraus die vollen 500 PS, wirft die 730 Nm in die Waagschale und lässt bei einem kontrollierten Kavalierstart ordentlich die Reifen qualmen und beschleunigte den Peugeot in weniger als 4 Sekunden auf Tempo 100.»

Ob es jemals einen 308 R Hybrid oder einen L500 R Hybrid geben wird, steht in den Sternen. Aber immerhin beweisen die Franzosen mit dieser Antriebseinheit, dass sich der Blick zurück in die glorreiche Racing­-Vergangenheit durchaus mit der Zukunft vereinen lässt.

Erstellt: 30.05.2016, 14:59 Uhr

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