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Cadillacs neues Zuhause

Im neu eröffneten Cadillac House in New York finden Ausstellungen, Fashionshows und Kulinarikevents statt. Für einen Autokauf ist es die falsche Adresse.

Cadillac House in New York: Mit diesem Treffpunkt im trendigen Manhattan will die einstige Luxusmarke den Namen Cadillac neu beleben. Fotos: Cadillac
Cadillac House in New York: Mit diesem Treffpunkt im trendigen Manhattan will die einstige Luxusmarke den Namen Cadillac neu beleben. Fotos: Cadillac

Wer zufällig in der Rubrik «Pressemitteilungen » auf der Website von Cadillac Schweiz landet, staunt nicht schlecht: Die letzte Meldung datiert vom 1. April 2015 – kein Scherz – und bezieht sich auf die damalige Premiere des CT6 in New York. Einer edlen Luxuslimousine, die sich unter anderem mit der S-Klasse von Mercedes messen soll. Doch viel wichtiger ist die Ausstrahlung des neuen Flaggschiffs der Amerikaner – der CT6 soll an die glorreichen Zeiten erinnern, als die Schönen und Reichen keinen Luxusliner aus Stuttgart und keinen «Umweltschützer » von Tesla kauften, sondern, natürlich, einen Cadillac.

Vergangenheit. Zwar pumpt General Motors seit Jahren immense Summen in die Premiummarke des Konzerns, doch der Erfolg bleibt bis jetzt überschaubar. Nach einem ansprechenden 2015 gaben die Verkäufe in den USA im laufenden Jahr um mehr als 12 Prozent nach. In Europa – auch in der Cadillac-freundlichen Schweiz – läuft die Marke derzeit noch unter «ferner liefen».

Umzug nach New York

Doch das soll sich, einmal mehr, schon bald ändern. So freut sich Cadillac-Präsident Johan de Nysschen darüber, dass die aktuellen Modelle «die mit Abstand besten Produkte der 114 Jahre langen Geschichte der Marke sind». Tatsächlich haben ATS, CTS und SRX nicht nur die amerikanischen Medien überzeugt, sondern auch bei den europäischen Testern gepunktet. Zudem gehört der XXL-SUV Escalade in den USA noch immer zu den absoluten Kultautos. Doch das genügt derzeit noch nicht, um der Marke wieder jenen Glanz zu verleihen, der sie zumindest auf dem Heimmarkt zum wichtigen Player macht.

Aus diesem Grund hat General Motors im Jahr 2014 dem Drängeln der Cadillac-Oberen nachgegeben, und das Headquarter der Premiummarke vom tristen Detroit nach New York verlegt. Dort, in einer trendigen Ecke von Manhattan, wo man eher Kunstgalerien als Autohändler findet und eher auf vegane Fashionmodels als Petrolheads trifft, will sich Cadillac zwar nicht neu erfinden, aber dank dem Cadillac House zumindest neu positionieren. Denn hinter dem Namen versteckt sich nicht etwa ein luxuriöser Autohändler, sondern das Cadillac House soll zum Treffpunkt für die New Yorker werden. Auf den rund 1200 Quadratmetern verbautem Luxus im Erdgeschoss finden Kunstausstellungen, Fashionshows oder Kochevents statt. Cadillacs gibt es auch ein paar, aber keine Verkäufer oder Schrauber.

«Zum Gespräch machen»

Johan de Nysschen will mit diesem Projekt kreative Leute ansprechen, die sich für Mode oder Kunst interessieren, aber eigentlich nicht auf der Suche nach einem neuen Auto sind. «Hier geht es nicht darum, Absatz zu generieren, sondern unseren Brand bei den richtigen Leuten und Trendsettern wieder zum Gespräch zu machen.» Tatsächlich zeigt die GM-Tochter im Cadillac House zwar einen Teil der aktuellen Palette, doch als Hingucker haben die Verantwortlichen den Cadillac Le Mans von 1953 im Schaufenster parkiert. Die Rarität – nur vier Exemplare wurden gebaut – soll die Leute ins neu eröffnete Cadillac House locken.

Falls Besucher bei einem guten Glas Wein oder einem Gespräch über Kunst trotzdem Lust auf einen Cadillac kriegen, gibt es Hilfe: Zwar sind keine Verkäufer vor Ort, aber die Crew im Cadillac House ist natürlich in der Lage, den passenden Händler herauszufinden.

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