Der oder die Giulia?

Für den CEO von Fiat Chrysler Automobiles Switzerland ist der neue Alfa Romeo eine «wunderschöne, kraftvolle Frau».

Pure Emotion: Der neue Alfa Romeo Giulia. Foto: PD

Pure Emotion: Der neue Alfa Romeo Giulia. Foto: PD

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Ganz ehrlich, was ist für Sie persönlich das wichtigere Datum: der 1. August oder der 24. Juni?
Für mich als Italiener müsste die Frage eher in Bezug auf unseren Nationalfeiertag, den 2. Juni, gestellt werden. So oder so: In diesem Jahr ist es definitiv der 24. Juni! Wir feiern nicht nur die Lancierung des Alfa Romeo Giulia sondern auch den 105. Geburtstag der Marke Alfa Romeo.

Ein bekanntes Sprichwort lautet: «Was lange währt, wird endlich gut.» Sind Sie überzeugt, dass das auch auf den Giulia zutrifft?
Wir haben in der Tat viel Zeit in die Entwicklung des Giulias investiert. Zum ersten Mal in der Geschichte der Marke haben wir ein Entwicklungsteam zusammengestellt, das für etwas mehr als zwei Jahre völlig isoliert vom Rest des Unternehmens gearbeitet hat. Das Team war ganz auf sich allein gestellt und hatte nur ein Ziel: ein Auto zu entwerfen, dass pure Emotionen vermittelt.

Und, ist das geglückt?
Ja, wir sind sehr überzeugt, dass wir mit dem Giulia ein tolles Auto gebaut haben! Das Team hat das Auto von Grund auf und nach modernsten technischen Ansprüchen neu entwickelt. Viele technische Lösungen sind eigens für den Giulia konzipiert worden.

Ist Giulia eigentlich weiblich oder männlich? Also heisst es der Giulia oder die Giulia?
In unserer Vorstellung ist Giulia eine wunderschöne, kraftvolle Frau. Wir haben uns aber noch nicht endgültig entschieden, ob wir das Modell entgegen den deutschen Grammatikregeln die Alfa Romeo Giulia nennen wollen.

Das Flaggschiff Quadrifoglio rollt mit 510 PS an den Start. Ist das das richtige Zeichen für einen Neustart der Marke?
Mit dem Quadrifoglio können wir die Rückkehr zur DNA der Marke am besten demonstrieren. Eine DNA, die Alfa Romeo berühmt gemacht hat: Sie beruht auf innovativer Technologie, Sportlichkeit, Effizienz und italienischem Stil. Und wie könnte man das Wiederauf­leben einer sportlichen italienischen Marke besser einläuten als mit einem von Ferrari inspirierten 6-Zylinder-Turbomotor, der in 3,9 Sekunden auf Tempo 100 spurtet?

Lancia hat vor ein paar Jahren bei der Vorstellung des neuen Delta auch von einem Neustart gesprochen. Und der ist nicht gelungen. Was hat man aus den Fehlern von damals gelernt?
Alfa Romeo hat wieder zu seinen Wurzeln und seinem Mythos zurückgefunden. Das Design weckt Emotionen und sorgt für grossen Wiedererkennungswert. Mit dem Giulia, aber auch schon mit dem 4C und dem 4C Spider wird die Marke ihrem Premiumanspruch wieder gerecht.

Aber was macht Alfa Romeo besser als Lancia?
Es geht nicht um besser, sondern um anders. Alfa Romeo macht Dinge grundsätzlich anders als die anderen, wie auch dieses Mal. Das macht die Marke einzigartig und unverwechselbar. Wie unser CEO Harald Wester schon bei der Präsentation in Arese sagte: «Es gibt einen Unterschied zwischen produrre, also produzieren, und creare also etwas erschaffen.» Ich denke, wir haben mit dem neuen Giulia etwas Aussergewöhnliches erschaffen. Etwas, das Emotionen weckt.

Alfa Romeo schaut auf 105 Jahre zurück. Genügt das Portfolio mit Giulia, Giulietta, Mito und 4C, um auch die nächsten 105 Jahre zu überstehen?
Diese Modelle sind zwar toll, aber nur mit diesen Modellen alleine würde es natürlich nicht funktionieren. Darum arbeiten wir mit Hochdruck am Ausbau der Modellpalette. Bis 2018 kommen acht weitere Modelle auf den Markt – darunter auch ein SUV.

Zurück zum Giulia: Wann steht die neue Sportlimousine am Start, und was soll sie in der Schweiz ungefähr kosten?
Der Alfa Romeo Giulia wird im Frühjahr 2016 erhältlich sein. Die Preise stehen zwar noch nicht fest, werden aber vergleichbar mit anderen Sportlimousinen im Premiumsegment sein.

Laut CEO Sergio Marchionne sollen 2018 bereits 400'000 Alfa Romeo verkauft werden, statt 68'000 im vergangenen Jahr. Ein realistisches Ziel?
Durchaus! Wir sind mit unserem Produktplan für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Die Frage ist eher: Warum sollte es nicht realistisch sein? Als Konzern konnte FCA seine Ziele bisher sogar übertreffen. Jeep beispielsweise hat im vergangenen Jahr über eine Million Fahrzeuge verkauft, also deutlich mehr als die geplanten 800'000.

Und mit welchen Zahlen rechnen Sie in der Schweiz?
Konkrete Zahlen kann ich Ihnen nicht nennen, aber gerade in der Schweiz gibt es sehr viele langjährige und treue Alfisti. Aber mit dem Giulia und der zukünftigen Modellpalette wollen wir natürlich auch neue Kundengruppen ansprechen.

Erstellt: 29.06.2015, 18:35 Uhr

Alessandro Paolucci, Managing Director von Fiat Chrysler Automobiles Switzerland

Alfa Romeo Giulia

Bis zu 510 PS

Das Auto, das Alfa Romeo vergangene Woche als Hoffnungsträger für die Marke präsentiert hat, feiert seine Publikumspremiere erst im September an der IAA in Frankfurt.

Unter dem verführerischen Kleid steckt modernste Technik, die Alfa mit keiner anderen Marke teilen muss. So hat das Spezialistenteam für den Giulia eine Plattform namens Giorgio entwickelt, eine neue Doppelkupplung konstruiert, eine neue Fahrdynamikregelung programmiert und bei den Konzernbrüdern von Ferrari einen V6-Turbo in Auftrag ge­geben, der im Topmodell Quadrifoglio 510 PS leistet und das Auto in 3,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100 katapultiert.

Auf die Strasse rollt der Giulia allerdings erst im kommenden Frühjahr. Das ist kein Drama, denn Alfa-Fans haben schon so lange auf ein Lebenszeichen gewartet, dass es auf die paar Monate auch nicht mehr ankommt. (lie)

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