Luxus-Transporter

Noch mehr Laderaum als im neusten T-Modell der E-Klasse von Mercedes-Benz geht in der Premium-Oberklasse nicht.

Elegant und praktisch zugleich: Das neue T-Modell der E-Klasse von Mercedes-Benz kann bis zu 1820 Liter transportieren. Fotos: Mercedes-Benz

Elegant und praktisch zugleich: Das neue T-Modell der E-Klasse von Mercedes-Benz kann bis zu 1820 Liter transportieren. Fotos: Mercedes-Benz

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Mal stapelt Mercedes-Benz ganz schön hoch. Etwa dann, wenn die Marke mit dem Stern ihre zweifelsfrei sehr spektakuläre Palette an sportlichen Coupés als «Traumwagen-Kollektion» anpreist. Genau das Gegenteil ist der Fall, wenn es bei den Stuttgartern um ihre ebenfalls edlen Kombis geht. Dann ist schlicht vom T-Modell die Rede – dem «T» als Typenbezeichnung für Tourismus und Transport.

Der Konkurrenz Jahre voraus

Klingt martialisch, hat Mercedes aber noch nie gestört. Warum auch? Das T könnte ja genau so gut für Tradition stehen – weder die Premium-Mitkonkurrenten aus Ingolstadt (mit dem Audi A4 und dem A6 Avant) noch die aus München mit ihren Touring-Versionen des 3er- und 5er-BMW sind schon so lange im Kombi-Geschäft wie die Stuttgarter mit ihren erfolgreichen T-Modellen der C- und E-Klasse.

Auch als sparsamer Diesel (220d) wirkt das T-Modell sportlich.

Das mag überraschen, ist aber wirklich so. Fast vier Jahrzehnte ist es her, seit Mercedes im April 1978 mit der Serienfertigung des ersten T-Modells auf Basis der E-Klasse-Limousine W123 begann. Und damit eine beeindruckende Erfolgsgeschichte anschob. Weit über eine Million Oberklasse-Kombis haben die Stuttgarter seither in diesem lukrativen Segment verkauft. Und der Trend des T-Modell-Trendsetters zeigt weiter nach oben. Von den weltweit in den vergangenen beiden Jahren abgesetzten E-Klasse-Mercedes (257000 waren es 2014, 232000 im letzten Jahr) macht der Edel-Kombi bald schon die Hälfte des gesamten Volumens aus. In der Schweiz liegt das Verhältnis laut Mercedes-Sprecher Artur Demirci sogar bereits bei zwei Dritteln.

Raumgleiter – T hin oder her

Und es ist anzunehmen, dass sich dieses Verhältnis nach der Weltpremiere des E-Klasse-Kombis an der Mondiale de l’Automobile in Paris (1. bis 16. Oktober) weiter zugunsten des «Transporters» verschieben wird. Denn mit der sechsten Generation haben ihn die Stuttgarter definitiv zum luxuriösen Raumgleiter weiterentwickelt. T hin oder her. Für den optischen Auftritt (und allen weiteren Luxus) bürgt allein schon die im Frühjahr lancierte neue Limousine, mit welcher der Kombi bis zur B-Säule identisch ist. Darüber hinaus ist es den DesignernumGorden Wagener gelungen, die Silhouette über das lang gezogene, sportlich abfallende Dach perfekt in ein kraftvolles Kombi-Heck mit stark geneigter Heckscheibe fliessen zu lassen. Auch im Innern entspricht das Design integral der Limousine. Das Cockpit prägen zwei grosse Displays, die hinter der gemeinsamen Scheibe zum Widescreen-Bildschirm verschmelzen. Mit berührungsintensiven Touch Controls im Lenkrad lassen sich das Kombiinstrument und das Multimediasystem per Fingerwischbewegung steuern. Ein Kinderspiel in edlem Erwachsenen-Ambiente.

Luxus pur: Der Arbeitsplatz lässt keine Wünsche offen.

Aber natürlich nimmt der E-Klasse- Kombi die Leaderrolle von Mercedes im Segment auch dank seiner eigenen Stärken wahr. Obwohl das Ladevolumen wegen des flachen Dachs im Vergleich zum Vorgänger leicht geschrumpft ist, stellt es mit 640 bis 1820 Litern noch immer das Gardemass dar – von der Premium- Konkurrenz nach wie vor unerreicht. Neu (und endlich!) lässt sich die Rückbank im Verhältnis 40:20:40 umklappen. Zudem können 35 Liter an Stauvolumen dazu gewonnen werden, wenn die Rücklehne um 10 Grad steiler gestellt wird. Ganz so Business-Class-like wie zuvor fühlt man sich im Fonds dann allerdings nicht mehr.

Start mit Vierzylinder-Motoren

Bezüglich Raum erfüllt der Oberklasse Mercedes-Kombi also höchste Ansprüche – und zum entsprechenden Gleiter wird er dann, wenn es auf die (Ferien-) Reise geht. Zwar stehen zum Marktstart Mitte Oktober nur Vierzylinder-Motoren im Angebot, zwei Benziner mit 184 und 211 PS sowie ein von den Stuttgartern neu entwickelter Selbstzünder mit 194 PS. Aber auch mit ihnen lässt sich (fast) so anspruchsvoll über den Asphalt gleiten, als wären ausnahmslos Sechszylinder an Bord. Und die werden laut Mercedes bis Jahresende folgen – unter ihnen die Top-Version E 43 AMG mit 401 PS. Deren Preis ist allerdings noch nicht fixiert; für die Vierzylinder beginnt die Preisspanne bei 61 745 Franken.

Apropos gleiten: Es vollzieht sich tatsächlich lautlos, denn Mercedes hat im E-Klasse-Kombi sogar Akustikfolien in Front und Seitenscheiben integriert.

Peter Hegetschweiler fuhr den E-Klasse- Kombi auf Einladung von Mercedes Benz Schweiz in Deutschland.

Erstellt: 12.09.2016, 11:35 Uhr

Mercedes E-Klasse T-Modell

Leiser Luxus-Lastenträger

Masse Länge 4933 mm, Breite 1852 mm, Höhe 1475 mm, Radstand 2839 mm
Kofferraum 640 bis 1820 Liter
Motoren Zwei 4-Zylinder-Benziner mit 184 und 211 PS, ein 4-Zylinder-Diesel mit 194 PS Fahrleistungen 0 bis 100 km/h in 7,2 bis 8,1 Sekunden.
Höchstgeschwindigkeit 243 km/h
Verbrauch 4,2 bis 6,9 Liter auf 100 Kilometer
CO2-Ausstoss 109 bis 138 Gramm/Kilometer
Preis ab 61 745 Franken
Markteinführung Mitte Oktober
Infos:www.mercedes.ch

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