Porsche läutet mit dem Taycan eine neue Ära ein

Die erste Elektro-Sportlimousine der deutschen Sportwagenmarke zielt auf Tesla-Käufer.

Der Taycan mit der typischen Porsche-Silhouette: Vierpunkt-LED-Leuchten und markante Lufteinlässe prägen seine Front. Foto: PD

Der Taycan mit der typischen Porsche-Silhouette: Vierpunkt-LED-Leuchten und markante Lufteinlässe prägen seine Front. Foto: PD

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Die Spannung ist bei Porsche derzeit deutlich zu spüren – und vermutlich so hoch wie nie zuvor. Denn für die deutsche Sportwagenmarke entlädt sich diese Woche mit der Weltpremiere des rein elektrisch betriebenen Porsche Taycan in Berlin endlich die mit zahlreichen Vorpräsentationen und weltweit anberaumten Technik-Workshops aufgebaute Spannung. Was lange im Verborgenen irrlichterte, soll nun wie ein Blitz einschlagen: Die Erschaffer des Porsche 911, der Sportwagenikone schlechthin, haben endlich auch ein Elektrofahrzeug am Start.

Oder wie es Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG, an der Weltpremiere in Berlin sagte: «Der Taycan verbindet unsere Tradition mit der Zukunft. Er schreibt die Erfolgsstory unserer Marke fort. Dieser Tag markiert den Beginn einer neuen Ära.»

Das Interieur des Porsche Taycan. Bild: Auto-Medienportal.Net/Porsche

Im Gespräch mit den Porsche-Verantwortlichen wird klar, dass man sich bei der Entwicklung des Taycan an den erfolgreichen Tesla-Modellen orientiert. Und ein Blick in die Verkaufsstatistik macht auch deutlich warum: Im ersten Halbjahr 2019 setzte Tesla alleine in der Schweiz über 3220 Fahrzeuge ab.

Im gleichen Zeitraum blieben die vier Porsche-Topmodelle Macan, Cayenne, 911 und Panamera mit insgesamt 1740 Verkäufen weit zurück. E-Mobilität ist im Luxussegment derzeit angesagt – und der Taycan entsprechend zum Erfolg verdammt? Solches mag man bei Porsche offiziell natürlich nicht bestätigen, aber die Zahlen sprechen für sich.

Der Taycan Turbo S wird ab Ende 2019 ausgeliefert. (4. September 2019) Foto: Patrick Pleul/Keystone

Bis 2022 investiert Porsche im Stammwerk in Zuffenhausen insgesamt über sechs Milliarden Euro in ein komplett neues Werk für E-Fahrzeuge. Der Taycan in den beiden Versionen Turbo und Turbo S bildet dabei nur die Speerspitze von Porsches E-Offensive. Weniger leistungsstarke Taycan-Varianten folgen, und Ende 2020 schiebt Porsche mit dem Taycan Cross Turismo eine zusätzliche Crossover-Variante (ähnlich wie der Panamera Gran Turismo) nach.

Die Voraussetzungen, zum sportlichen E-Erfolgsmodell zu werden, bringt der Taycan im Übermass mit. Angesiedelt im C-Sportlimousinen-Segment, ist der Viertürer mit der typischen Silhouette auch als Stromer auf Anhieb als Porsche erkennbar. Vierpunkt-LED-Leuchten mit markanten Lufteinlässen an der Front und das durchgehende Leuchtenband am Heck prägen den Auftritt der aus Aluminium und Stahl gefertigten Karosserie.

Porsche-Chef Oliver Blume sieht die Zukunft von Porsches Elektrofahrzeugen optimistisch. (4. September 2019) Foto: Krisztian Bocsi/Getty Images

Die wahren Innovationen verbergen sich aber darunter. Da ist zum einen das Porsche Advanced Cockpit mit je nach Wunsch drei bis fünf Digitaldisplays. Bedienknöpfe sucht man hier vergebens. Die konsequente Reduktion konventioneller Bedienelemente wird in der Porsche-Zukunft grossgeschrieben.

Selbst die sonst üblichen Regelschieber für die Lüftungsdüsen entfallen. Gesteuert werden die Luftströme ausschliesslich über Touchscreens. Und wer gar keinen Finger krümmen will, aktiviert mit «Hey Porsche...» die Cockpit-Sprachsteuerung.

Ein Blick in das Innere des Elektroautos. (4. September 2019) Foto: Krisztian Bocsi/Getty Images

Jahresproduktion ausverkauft

Taycan-Baureihenleiter Stefan Weckbach ist bereits schon heute überzeugt, dass der Taycan das sportlichste Fahrzeug im Segment der vierplätzigen Elektrofahrzeuge ist: «Der Taycan realisiert die grösstmögliche Spreizung zwischen Reichweite und Performance und bietet dabei beste Alltagstauglichkeit.» Das Lithium-Ionen-Batteriepaket im Unterboden stellt eine Systemspannung von 800 Volt zur Verfügung, welche laut Porsche schnellere Ladezeiten und eine höhere Dauerleistung verspricht.

Im Optimalfall kann der Porsche so in 5 Minuten Strom für weitere 100 Kilometer Reichweite laden. Bei aller Sportlichkeit soll der Taycan laut Porsche aber auch mit seiner Alltagstauglichkeit punkten. Die Reichweite beträgt bis zu 412 Kilometer beim Turbo S und bis zu 450 Kilometer beim Turbo nach dem neuen WLTP-Messzyklus. Ob er das Versprechen hält, werden die ersten 25 000 Kunden schon bald feststellen können. Sie haben sich die erste Taycan-Jahresproduktion bereits vor der Weltpremiere gesichert.

Mittelkonsole des Porsche Taycan. Bild: Auto-Medienportal.Net/Porsche

Erstellt: 05.09.2019, 08:05 Uhr

Porsche Taycan Turbo

Daten und Preise

Modell: Viertürige Sportlimousine

Masse: Länge 4963 mm, Breite 1966 mm, Höhe 1378 mm, Radstand 2900 mm Kofferraum: 366 Liter (hinten) und 81 Liter (vorne)

Motor: Zwei permanenterregte Synchronmaschinen mit bis zu 625 PS/500 kW, Turbo S bis 761 PS/560 kW

Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 3,2 Sekunden (Turbo S: 2,6 s), Höchstgeschwindigkeit 260 km/h

Verbrauch: 26,0 oder 26,9 kWh (Turbo S) auf 100 Kilometer (Werksangaben)

Energieeffizienzkategorie: B

CO2 -Ausstoss: 0 g/km

Markteinführung: Februar 2020

Preise: Turbo ab 194900 Fr., Turbo S ab 237500 Fr.

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