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Schaustück für Schöngeister

Mit dem 5,35 Meter langen Coupé Escala sorgt Cadillac am Concours d’Elegance in Pebble Beach für Aufsehen. Die Studie zeigt das Cadillac-Design der Zukunft.

Soll in der Ober- und Luxusklasse abheben: Der neue Cadillac Escala, der am Wochenende in Kalifornien enthüllt worden ist. Fotos: Cadillac
Soll in der Ober- und Luxusklasse abheben: Der neue Cadillac Escala, der am Wochenende in Kalifornien enthüllt worden ist. Fotos: Cadillac

Der Sturm auf das Oberhaus geht weiter: Erst der CT6 als intelligente Antwort auf S-Klasse und Konsorten, dann der XT5 als Alternative zu X5 oder GLE, und jetzt sind die grossen, viertürigen Coupés an der Reihe – Cadillac fährt gerade die grösste Produktoffensive in der 114-jährigen Markengeschichte und nimmt als Nächstes den neuen Porsche Panamera, den Mercedes CLS und den BMW 6er Gran Coupé ins Visier.

Dafür haben die Amerikaner im Vorprogramm des Concours d’Elegance in Pebble Beach am vergangenen Wochenende vor vielen Hundert geladenen Gästen in einer Luxusvilla über der Bucht von Monterey den Escala enthüllt: 5,35 Meter lang, mit den bekannt geraden Linien und scharfenKantengezeichnet, von OLED-Scheinwerfern beleuchtet. Mit einer grossen, weit ins Dach gezogenen Heckklappe und vier rahmenlosen Türen versehen, gibt er die Limousine für Schöngeister und macht dabei seinen Namen zum Programm. Denn Escala steht im Spanischen für jenen «Massstab», den die Amerikaner mit diesem neuen Auto schon bald in der lukrativen Oberklasse setzen wollen.

Zwei Charaktere, ein Auto

«Der Escala ist ein Konzeptfahrzeug mit zwei klaren Zielen», erklärte Markenchef Johan de Nysschen stolz: «Er setzt ein Statement für den nächsten Schritt unserer Designsprache und unserer zukünftigen Technologie. Und er unterstreicht den aufstrebenden Charakter von Cadillac und signalisiert die Rückkehr der Marke an die Spitze.» Wobei diese Aussage bestimmt nicht in absoluten Zahlen gemeint war, denn in Europa und in der so Cadillac-freundlichen Schweiz werden die coolen Amerikaner noch immer in homöopathischen Dosen verkauft.

«Escala ist ein Konzeptauto, das auf der unablässigen Verbesserung unserer Produktsubstanz basiert», sagte de Nysschen weiter und ist überzeugt, dass es für den Escala eine Serienzukunft gibt: «Abhängig von der Entwicklung des Markts für grosse Luxuslimousinen ist der Escala eine potenzielle Ergänzung zu unserem bestehenden Produktsortiment.»

Fahrerauto und Limousine gleichzeitig

Dabei setzen die Amerikaner auf zwei ganz unterschiedliche Charaktere, die sich in diesem Fahrzeug vereinen: Denn zum einen soll der Escala ein «echtes Fahrerauto sein, das man am liebsten gar nicht mehr aus der Hand geben möchte», und zum anderen will es eine luxuriöse Limousine sein, in der man genauso gerne in der zweiten Reihe Platz nimmt und sich von der Technik verwöhnen lässt.

Entsprechend «dual» hat Designchef Andrew Smith das Interieur gestaltet: Vorne ist der Escala geprägt von einer technoiden Atmosphäre mit drei extrem dünnen, gekrümmten OLED-Bildschirmen in einem ansonsten nahezu nackten Cockpit. Und hinten sitzt man in einer luxuriösen Lounge, deren Sessel sich zu Liegen verwandeln lassen, während man aus den Vordersitzen Tablet- Computer herausklappen kann.

Edle Stoffe statt Leder

«Meine Anweisung an die Designer war, ein Auto zu schaffen, das man unbedingt fahren möchte, und das gleichzeitig eines ist, in dem man sich gerne fahren lässt», so Smith. «Anstelle eines einzigen Designs besteht das Innere aus zwei Themenbereichen. Das war die Gelegenheit für unsere Designer, die Regeln ein wenig zu brechen, genau das, was Cadillac von Zeit zu Zeit tun sollte.»

Ungewöhnlich beim Escala ist darum die Materialauswahl. Wo Cadillac sonst auf Lack und Leder setzt und auch innen viel Chrom funkeln lässt, ist der Luxusliner vergleichsweise nüchtern und trotzdem nobel gestaltet – mit vornehmen Stoffen, die Cadillac bei seinen Partnern aus der Modebranche bestellt hat. Zusammen mit den hellen Farben und wenigen, dunklen Hölzern ergibt das ein skandinavisches Ambiente, und der Escala könnte auch als Volvo durchgehen.

Offiziell ist der Escala eine Studie und sein 4,2-Liter-V8 mit Zylinder-Abschaltung nur ein Entwicklungsprojekt. Doch mit zwölf Milliarden Dollar in der Kriegskasse und einem ambitionierten Aufstiegsplan wird de Nysschen nicht lange auf die Umsetzung warten müssen. Gut möglich, dass deswegen in der Cadillac Villa über Pebble Beach nächstes Jahr um diese Zeit wieder «Full House» ist.

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