Bote einer besseren Zeit

Mazda läuft es nicht rund. Darum schicken die Japaner schon mal den Hoffnungsträger Takeri auf die Strasse.

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Er war die graue Maus in der Mittelklasse, doch jetzt treibt es der Mazda 6 bunt. Das zumindest ist das Versprechen, das die Japaner mit der Designstudie Takeri geben. «Sie ist ein sehr konkreter Vorbote für unseren nächsten Sechser, den wir im Herbst in Paris zeigen und zum Jahreswechsel in den Handel bringen», sagt der europäische Designchef Peter Birtwhistle und bittet kurz vor der Europapremiere auf dem Genfer Salon zur ersten Testfahrt mit dem fragilen Schaustück.

Jetzt, da der Mazda Takeri zum ersten Mal unter freiem Himmel fährt, kann man besonders gut erkennen, wie sportlich die Limousine gezeichnet ist. Ganz im Geist der neuen Designsprache Kodo gehalten, ist sie ein Destillat aus Kraft und Konzentration. Mit stierem Blick starrt sie dem Vordermann in den Spiegel, wirkt gespannt wie ein Sprinter im Startblock und lässt an den schlanken Flanken verführerisch die Muskeln spielen. Dabei ist sie so schnittig gezeichnet, dass sie glatt als viertüriges Coupé durchgehen würde. Kein Wunder also, dass die Japaner das bisherige Fliessheck erst einmal gestrichen haben und stattdessen neben Limousine und Kombi viel eher mit einem Crossover-Modell irgendwo zwischen Mercedes CLS und BMW X6 liebäugeln.

Nur Show: Das edle Ambiente

Aber der Takeri nimmt den Betrachter nicht nur von aussen für sich ein. Wer den Wagen von innen sieht, wird zum ersten Mal seit langer Zeit tatsächlich wieder Lust haben, in einen Mazda einzusteigen. Denn die kunststoffgraue Beliebigkeit der Gegenwart weicht zumindest bei der Studie einem sportlich-schicken Ambiente aus Lack und Leder, das den Fahrer endlich wieder ins Zentrum des Geschehens rückt. Die Sitze sind stark konturiert und machen den Menschen zu einem Teil der Maschine, die Instrumente haben eine beinahe hypnotische Wirkung, das Lenkrad ist wie bei einem Sportwagen unten abgeflacht und der Schaltknauf erinnert an das Design in einem Düsenjäger. «Leider werden wir derartige Details aber nicht in die Serie retten können», dämpft Birtwhistle die Erwartungen. Für solche Spieler sei bei einem Auto, das in der Basisversion keine 30 000 Franken kosten dürfte, ganz sicher kein Geld da. Doch die neu entdeckte Liebe zum Detail, der Sinn fürs Sinnliche, den Ehrgeiz bei der Materialauswahl und vor allem die Position von Sitzen und Instrumenten – «das alles wird man im nächsten Mazda 6 wiederfinden», verspricht der Designer.

Sparen mit Skyactiv

Zwar will der Takeri beim Design innen wie aussen mit jedem Zentimeter sportlich wirken. Und wenn man den Prototypen nicht nur mit Schrittgeschwindigkeit über den Hof bugsieren dürfte, dann sollte er mit Lust und Leidenschaft durch die Kurven schneiden. Doch unter dem Blech regiert vor allem der neue Sparkurs der Japaner. Denn genau wie der kleine Geländewagen CX-5, der Anfang des Jahres in den Handel kommt, profitiert die nächste Generation des Flaggschiffs vom Technologiepaket Skyactiv. Das steht nicht nur für eine Leichtbauplattform, mit der zum Modellwechsel mal eben 100 Kilogramm dahinschmelzen werden. Sondern das steht auch für neue Motoren und neue Getriebe, die mehr Leistung bei weniger Verbrauch bieten. Dabei hilft ihnen neben der Umstellung auf Direkteinspritzung und der extrem hohen Verdichtung auch eine serienmässige Start-Stopp-Automatik und erstmals bei Mazda ein System zur Bremsenergie-Rückgewinnung.

1500 Kilometer mit einem Tank

Allein das spart zehn Prozent Sprit, weil es auf neuartige «Supercaps» als Energiespeicher setzt, die in wenigen Sekunden geladen sind und den Strom etwa in Ampelphasen ebenso schnell wieder abgeben. Obwohl die Leistung der zunächst je zwei Benziner und Diesel in den stärksten Versionen auf über 200 PS steigen dürfte, sollte der Verbrauch der sparsamsten Variante trotzdem unter vier Liter bleiben. «Wir können ganz ohne Elektromotor mit jedem Hybridmodell mithalten», verspricht Testingenieur Uwe Kracht. Und was die Reichweite angeht, sind die Japaner voraus: «1500 Kilometer mit einem Tank sind locker möglich.»

Natürlich ist der Takeri nur eine Studie, und ganz so extrovertiert wird das Serienmodell wohl doch nicht werden. Doch anders als dem zum Niederknien schönen Sportwagen Shinari, mit dem Designchef Ikeo Maeda vor zwei Jahren seinen Einstand gegeben hat, mangelt es dem Viertürer nicht an Bodenhaftung: Viel mehr als Farben und Felgen und natürlich die Scheinwerfer werde sich kaum mehr ändern, versprechen die Japaner. Und wer das nicht glauben mag, dem empfehlen sie einen Blick auf den Minagi vom Genfer Salon 2011. Denn aus dem ist mittlerweile ohne nennenswerte Abstriche der CX-5 geworden.

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Erstellt: 25.02.2012, 16:41 Uhr

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