Platz statt Pepp

Als Kombi wird der New Fabia von Skoda zum praktischen und braven Familienfreund.

Mit den stärkeren Motoren ist der neue Skoda Fabia Combi nicht nur praktisch, sondern macht auch Spass.

Mit den stärkeren Motoren ist der neue Skoda Fabia Combi nicht nur praktisch, sondern macht auch Spass. Bild: Skoda

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Als 5-Türer macht er noch auf Lust und Lifestyle und gibt mit seiner optionalen Zweifarblackierung auf Wunsch sogar den bunten Hund. Doch wenn Skoda den neuen Fabia in diesen Tagen zu Preisen ab 15'490 Franken auch als Kombi nachreicht, ist es mit der überbordenden Lebenslust vorbei: Platz statt Pepp lautetet nun die Devise. Denn neun Zentimeter breiter als der Vorgänger und gegenüber der Limousine um 27 Zentimeter auf 4,26 Meter gestreckt, legt der Fabia in dieser Disziplin noch einmal zu: Sobald die grosse, um drei Zentimeter weiter nach unten gezogene Klappe aufschwingt, hat man Platz für 530 Liter. Und wenn man die Rücksitze umlegt, schluckt der kleine Kombi sogar 1395 Liter. «Mehr Stauraum bietet kein anderes Auto in dieser Klasse», schwärmt Skoda- Chefin Imelda Labbé. Da wird man beim Design doch mal ein paar Kompromisse machen können.

Innere Werte im Fokus

Ausserdem ist es ja nicht so, dass der Fabia Combi gleich ein hässliches Entlein wäre: Die Proportionen sind mit gestrecktem Radstand sogar eher stimmiger geworden, nur auf die optionale Zweifarbenlackierung und ein paar andere Modeaccessoires haben die Tschechen verzichtet. Dafür wartet der Kombi mit einem riesigen Glasdach auf, das den Wagen förmlich mit Licht flutet und ein weiterer Beleg ist für die Konzentration auf die inneren Werte.

Da hilft es natürlich, dass schon der 5-Türer bei all seiner neu entdeckten Farbenfreude eine solide Basis bietet und zumindest in den gehobenen Modellvarianten fast so liebevoll und vornehm gestaltet ist wie der noble Vetter Audi A1: Hochwertige Kunststoffe, feinfühlige Schalter und grosse, brillante Displays mit Touch- und Wischfunktion zeugen von den ehrgeizigen Ambitionen der VW-Tochter. Und von ihrem altbekannten Ideenreichtum. Denn genau wie für die Limousine gibt es für den Kombi 17 Simply-Clever-Details, von denen zehn neu sind in der Baureihe.

«Smartgate» für das iPhone

Aber «simply clever» sind diesmal nicht allein der fast schon obligatorische Eiskratzer im Tankdeckel, der Halter fürs Parkticket in der Frontscheibe oder die kleinen Gepäcknetze an den Flanken der Sitze. Sondern mittlerweile gibt es bei Skoda auch die ersten Gimmicks für die Generation iPhone: «Smartgate» heissen vier Apps, die allesamt auf die Fahrzeugdaten zugreifen und dem Fahrer viele mehr oder weniger sinnvolle, auf jeden Fall aber unterhaltsame Informationen auf sein Handy spielen – von den aktuellen Werten der Längs- oder Querbeschleunigung über eine individuelle Effizienzkurve bis hin zu Tacho, Drehzahlmesser oder Gurtwarner.

3-Zylinder begeistert mässig

Mit vielen Komponenten aus dem Modularen Querbaukasten konstruiert, macht der Kombi bei der ersten Ausfahrt einen sehr erwachsenen Eindruck – die breitere Spur, der längere Radstand und die neue Elektrolenkung lassen den Kleinwagen deutlich grösser wirken, als er eigentlich ist. Nur der Motor holt die Insassen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück – zumindest wenn man im Dreizylinder-Basismodell mit 75 PS unterwegs ist. Denn der 1,0-Liter-Motor knattert nicht nur laut und vernehmlich, wie es so die Art der 3-Zylinder ist. Sondern er braucht auch einen langen Atem.

Zwar überrascht er an der Ampel mit einem ambitionierten Antritt. Doch spätestens hinter dem Ortsschild wird die Sache etwas zäh. Kein Wunder, dass der Kombi mit seinen 95 Nm stolze 14,9 Sekunden braucht, bis der Tacho Tempo 100 zeigt. Auch über den Verbrauch darf man sich nicht wundern. Wer halbwegs flott im Verkehr mitschwimmen möchte, muss den 3-Zylinder so sehr treten, dass er den Normwert von 4,8 Litern glatt vergessen kann. Deshalb investiert man vielleicht besser in eines der stärkeren Triebwerke. Nicht umsonst bietet Skoda zwei weitere Benziner mit vernünftigen 90 oder quirligen 110 PS sowie zwei Diesel mit 90 und 105 PS an. So kann man wahlweise das Tempo auf bis zu 199 km/h treiben oder den um bis zu 17 Prozent gesenkten Verbrauch im besten Fall auf 3,4 Liter drücken.

Erstellt: 19.01.2015, 21:59 Uhr

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