Der Vorbote einer neuen Ära bei Renault

Ab heute feiern an der Messe Auto Zürich 40 Modelle ihre Schweizer Premiere. Wir sind eines davon, den neuen Captur, bereits gefahren.

Renault hat den Captur gestreckt und verbreitert – das ergibt deutlich athletischere Proportionen. Foto: PD

Renault hat den Captur gestreckt und verbreitert – das ergibt deutlich athletischere Proportionen. Foto: PD

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Während die internationalen Automessen mit Schwierigkeiten kämpfen, weil immer mehr Hersteller auf dieses traditionelle Format verzichten und die Budgets lieber in andere Werbekanäle stecken, vermeldet die grösste nationale Autoausstellung der Schweiz Erfreuliches: Für die 33. Ausgabe der Auto Zürich konnten wichtige Marken zurückgewonnen werden, die in den letzten Jahren ferngeblieben sind – darunter BMW, Mercedes-Benz oder Mini.

Das Resultat ist ein neuer Rekord an Schweizer Premieren. Wenn heute auf dem Messegelände in Oerlikon die Tore öffnen, werden 40 Modelle zum ersten Mal in der Schweiz gezeigt – viele davon feierten erst im September an der IAA in Frankfurt ihre Weltpremiere. Eines davon ist der neue Renault Captur, der rundherum aufgewertet wurde. Kurz vor seiner Schweizer Premiere trat die zweite Generation des kompakten Crossovers zu einer ersten Probefahrt in Athen an.

Unruhe im Konzern

Keine unbeschwerte indes, denn es sind unruhige Zeiten für den französischen Hersteller: Vor ein paar Wochen wurde Renault-Chef Thierry Bolloré überraschend seines Amtes enthoben. Bolloré übernahm vor knapp einem Jahr die operative Geschäftsführung, nachdem der vormalige Konzernchef Carlos Ghosn wegen Verdachts auf diverse Finanzvergehen verhaftet worden war. Kurz nach dem Rausschmiss von Bolloré verkündete Renault eine Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr, weil Umsatz und Erlös nicht wie prognostiziert steigen, sondern zurückgehen dürften. Und wie die meisten Hersteller hat auch Renault mit den rigorosen CO2-Vorschriften zu kämpfen, die ab dem kommenden Jahr gelten.

Letzteres betrifft auch den Schweizer Importeur direkt. «2020 wird ein sehr spannendes Jahr für uns», sagt Olivier Wittmann, Chef von Renault Schweiz. «Die CO2-Thematik wird die Branche unter Druck setzen.» Umso wichtiger seien die neuen Modelle, die im laufenden Jahr lanciert wurden: Nach dem neuen Clio und der zweiten Generation des kompakten Elektroautos Zoe folgt nun der Captur, der im Dezember in den Handel gelangt und der für die Franzosen der Bote einer neuen Ära ist. «Ein Elektroauto verkaufen wir seit sieben Jahren, doch mit dem Clio und nun dem Captur beginnt die Elektrifizierung der restlichen Modellpalette.» Die beiden werden als Hybrid- respektive als Plug-in-Hybridversion auf den Markt kommen, ein Novum für den französischen Hersteller.

Plug-in-Hybrid kommt 2020

Mit über 1,5 Millionen verkauften Einheiten seit seiner Lancierung 2013 ist der Captur ein wichtiger Pfeiler in Renaults Modellprogramm. Auch in der Schweiz ist der Crossover mit 11500 verkauften Fahrzeugen ein beliebtes Modell – umso wichtiger ist es also, dass er auf der Höhe der Zeit bleibt. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist dabei die Optik. «42 Prozent der Käufer entscheiden sich wegen des Designs für einen Captur», bestätigt Produktmanager Frédéric Arbogast.

Entsprechend wurde der Kompakt-SUV aufgepeppt: Die Franzosen haben ihn um fast elf Zentimeter in die Länge gestreckt und um knapp zwei Zentimeter verbreitert – das ergibt deutlich athletischere Proportionen. Front und Heck werden von LED-Lichtern in der markentypischen C-Form geprägt. Auch der Innenraum wurde auf Vordermann gebracht: Das aufgeräumte Cockpit mit digitalen Anzeigen und einem hochformatigen Touchscreen für das Infotainmentsystem wirkt hochwertig und modern. Dank einer neuen Produktionsplattform ist der SUV nun auch mit zeitgemässen Assistenzsystemen bis hin zum teilautonomen Autobahnassistenten ausgerüstet.

Zur Markteinführung im Dezember stehen drei Benzinmotoren mit 100, 130 und 155 PS sowie ein Diesel mit 115 PS zur Auswahl, die je nach Variante an manuelle 5- oder 6-Gang-Getriebe oder an ein 7-Gang-Doppelkupplungs­getriebe gekoppelt sind, einen Allradantrieb gibt es weiterhin nicht. Spannender wird es im zweiten Semester 2020, wenn der Captur E-Tech erhältlich sein wird: Der Plug-in-Hybrid, dessen Antrieb aus einem 1,6-Liter-Benziner und zwei E-Motoren besteht, soll rein elektrisch immerhin 45 Kilometer zurücklegen können. Der Preis für diese Variante steht noch nicht fest – die Modelle mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren starten bei bescheidenen 19'500 Franken.

Dave Schneider fuhr den neuen Captur auf Einladungvon Renault Schweiz in Athen.

Erstellt: 30.10.2019, 18:24 Uhr

Renault Captur

Modell: Kompakt-SUV

Masse: Länge 4227 mm, Breite 1797 mm, Höhe 1576 mm, Radstand 2639 mm

Kofferraum: 395 bis 1334 Liter

Motoren: Vorerst drei Benziner mit 100 bis 155 PS sowie ein Diesel mit 115 PS

Fahrleistungen: Von 0 auf 100 km/h in 8,6 bis 13,3 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit von 173 bis 202 km/h

Verbrauch (Werk):4,2 bis 5,8 Liter auf 100 Kilometer

CO2-Ausstoss (Werk):111 bis 132 Gramm pro Kilometer

Markteinführung: Ab Dezember

Preis: Ab 19500 Franken

Infos: www.renault.ch

Alle Infos zur Auto Zürich

Die 33. Auto Zürich findet von heute Donnerstag bis Sonntag, 3. November, auf dem Messe­gelände in Zürich-Oerlikon statt. Zu sehen gibt es neben 40 Schweizer Premieren und den aktuellen Modellpaletten diverser Hersteller auch Highlights aus dem Tuningbereich sowie eine Sondershow mit Classic Cars. Die Ausstellung ist von 10 bis 21 Uhr, am Wochenende von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Tageseintritt kostet 19 Franken, ein Abendticket (ab 18 Uhr) 12 Franken. Für Schüler, Studenten und Lehrlinge, AHV- oder IV-Bezüger und für Familien gibt es ermässigte Billette.

Die SBB bieten ein Kombiticket für die Hin- und die Rückreise mit 30 Prozent Ermässigung auf den Eintritt an. (ds)

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