(Hoch-)Spannend sportlich

Mehrfach-Aufladung, Allradlenkung und scharfe Fahrwerksabstimmung sind nicht die einzigen Trümpfe des neuen Audi SQ7.

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Bei keinem anderen Audi bekommt man so viel S-Modell fürs Geld. Buchstäblich, wenn man es in Gewicht bemisst. Für seinen Basispreis von 111 500 Franken kann man sich mit dem neuen SQ7 knapp 2300 Kilogramm Auto in die Garage stellen, wenn er ab Sommer zu den Händlern rollt. Absurd, ein S-Audi dieser Gewichtsklasse? Ja und nein. Wenn man den eigenen Slogan vom «Vorsprung durch Technik» mit Leben füllen will, muss man auch voranspringen und die Innovationen mit einem Paukenschlag- Modell einführen. In die kleineren, günstigeren und leichteren Segmente werden sie dann in den nächsten Jahren durchgereicht.

Tempo 100 in 4,8 Sekunden

Von der wichtigsten Neuerung sieht der Kunde allerdings nichts: Mit dem 48-Volt-Bordnetz, das parallel zur normalen 12-Volt-Starterbatterie verbaut wird, gibt es nun genug elektrische Leistung, um mehr Energie zu rekuperieren, effizientere Klimaanlagen zu verbauen oder die Technik für das kommende autonome Fahren zu versorgen. Anwendungen, an denen Projektleiter Klaus Bugelnig mittüftelt, aber die noch ein paar Jahre brauchen werden. «Wir wollen jetzt darauf aufmerksam machen – mit einem SUV, der sich vor Sportwagen nicht verstecken muss.» Passt schon, wie der Ingolstädter sagt: In 4,8 Sekunden spurtet der SQ7 auf Tempo 100. Nur mit dem Verbrauch von 7,2 Litern auf 100 Kilometer wird es so nichts.

  • Hochleistung: Achtzylinder
    Bis auf Porsche und Land Rover hat die Konkurrenz den V8-Turbodiesel durch kleinere Sechszylinder ersetzt – aber Audi entwickelt ihn neu. Mit vier Liter Hubraum, doppelter, gestufter Aufladung für lineare Kraftentfaltung und 435 PS.Warum? Weil man ihn im Konzern weiterreichen kann, an den Bentley Bentayga zum Beispiel.

  • Hochspannung: Zusatzbatterie
    Neue Technologien in den Bereichen Klimatisierung, Fahrassistenzsysteme oder für die Hybridisierung benötigen mehr elektrische Leistung. Heisst: Dickere Kabel aus teurem Kupfer und mit mehr Gewicht oder eine höhere Stromspannung. Den SQ7 versorgt ein Lithium-Ionen-Akku mit 48 Volt, zusätzlich zur normalen Batterie.

  • Hochdruck: Anfahrhelfer
    Ganz gleich, wie viele Turbolader verbaut werden – ein kleines Leistungsloch bleibt immer. Im SQ7 drückt beim Anfahren, wenn den Turbos noch der Druck fehlt, ein elektrischer Verdichter sekundenlang die Verbrennungsluft in die Zylinder. Vorteil: höhere Leistung bei tiefen Drehzahlen. Und das Turboloch wird einfach weggebügelt.

  • Hochsitz: Kurvenkomfort
    Je grösser das SUV, desto stärker neigt sich in Kurven wegen des hohen Schwerpunkts die Karosserie. Dank 48-Volt-Netz steht im SQ7 genug Strom für eine elektromechanische Wankstabilisierung zur Verfügung: Ein starker Elektromotor verdreht an den Dämpfern angelenkte Hebel derart, dass sie den Aufbau in der Waagerechten halten.

  • Hochsicherheit: Assistenten
    Noch kommen die bei entsprechend gesetzten Optionenkreuzchen bis zu 24 Fahrassistenten im SQ7 mit der 12-Volt-Batterie aus. Serienmässig sind automatische Notbremsung, Tempomat und Parksensoren rundum; je nach Zusatzpaket kommenAbbiege- und Ausweichassistent, pilotiertes Fahren im Stau oder der Nachtsichtassistent hinzu.

  • Hochgefühl: Edelausstattung
    Eine Luftfederung bettet das Gehäuse wie in Watte, und im Innenraum hat der SQ7 seinem Normalo-Bruder Sportsitze mit Alcantara und Leder und spezielle Instrumente voraus.Wenn man die dritte Sitzreihe hinzuordert, avanciert er zum schnellsten Siebensitzer der Welt. Und die Optionenliste lässt Spielraum, um noch mehr Geld loszuwerden.

Erstellt: 10.05.2016, 01:27 Uhr

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