Kias kompakter Praktiker

Der trendige Crossover XCeed soll den Erfolg von Kia in der Kompaktklasse weiter ankurbeln.

Kias Designabteilung hat ganze Arbeit geleistet: Bis auf die beiden Vordertüren stammt kein Karosserieteil von der Ceed-Basisversion. Foto: PD

Kias Designabteilung hat ganze Arbeit geleistet: Bis auf die beiden Vordertüren stammt kein Karosserieteil von der Ceed-Basisversion. Foto: PD

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Er ist ein Hingucker, der neue Ceed mit X. Gleiches konnte man von früheren Modellen der kompakten Kia-Baureihe nicht unbedingt behaupten. Vor allem die Limousine, mit der sie die Koreaner 1997 begründeten, wirkte bei aller Qualität eher bieder. Auch der Sportswagon, der sich wohl ausgeklügelt praktisch gab, war formal konventionell. Erst mit dem Coupé, das – für die Koreaner fast schon verwegen – Shooting Brake genannt wurde, deutet Kia an, zu was seine europäische Kreativabteilung im Designzentrum in Frankfurt wirklich fähig ist.

Nimmt man das X (klein geschrieben) in mathematischem Sinn als Malzeichen, darf man feststellen: Die Kia-Designer haben bei der Entwicklung des XCeed ihre gestalterischen Möglichkeiten zwar nicht gerade multipliziert, aber zumindest verdoppelt. Bei der Premiere in Südfrankreich wirkte die neue Nummer 4 jedenfalls total durchgestylt. Klar doch: Bis auf die beiden Vordertüren ist kein anderes Karosserieteil von der Ceed-Basisversion, der fünftürigen Limousine, übernommen worden. Bei identischer Plattform und unverändertem Radstand wirkt der Neuling dank verlängerten Überhängen – vorne um 25 mm, hinten sogar um 60 mm – perfekt proportioniert. Und ist trotz der neuen Gesamtlänge von 4,39 Metern ebenso kompakt wie praktisch geblieben. Das Kofferraumvolumen hat sich sogar auf 426 Liter vergrössert, maximal beträgt es (fast) 1400 Liter.

Entwicklungsprozess führte am Schluss zum Crossover

Glaubt man Emilio Herrera, Chef von Kia Europa, war es der Ehrgeiz der Entwickler, zu beweisen, «was im Segment der kompakten Familienmodelle heute alles möglich ist». Und Designchef Gregory Guillaume präzisierte bei der Präsentation in Marseille, einen Crossover zu kreieren, habe ursprünglich gar nicht im Fokus gestanden. Im Gegenteil: «Wir haben keinen solchen Auftrag erhalten», erklärte der Franzose. Um gleich anzufügen: «Wir wollten ganz einfach eine trendige, emotionale Alternative zu bisher Bekanntem kreieren, zumal wir mit dem Sportage ja bereits einen erfolgreichen SUV im Angebot haben.»

Und ja, dieses Ziel hat Kia erreicht. Der XCeed ist weder ein konventionelles Coupé noch ein kompakter Kombi und schon gar nicht ein kantiger SUV. Und vor allem ist er nicht langweilig. Dass der finale Prozess der Designer dann aber letztlich doch in einen Crossover mit einer Bodenfreiheit von 42 Millimetern und entsprechend leicht erhöhter Sitzposition mündete, hat neben stilistischen aber sicher auch kommerzielle Gründe. Fakt ist ja, dass im boomenden Kompaktsegment keine andere Fahrzeuggattung noch mehr boomt. Deshalb geht man bei Kia auch optimistisch davon aus, dass mit dem «X» das Verkaufsvolumen der Ceed-Reihe um 50 Prozent gesteigert werden kann. Mehr noch: Die Koreaner peilen mit ihrer für Europa in Europa entwickelten und produzierten Gesamtpalette bereits für 2020 einen jährlichen Absatz von einer halben Million Fahrzeuge an. Aktuell sind es 470'000.

Plug-in-Hybrid-Versionfür 2020 angekündigt

So überraschend anders sich der XCeed von seinem Outfit her auch gibt: Unter der Haube steckt fast nur Bekanntes. Bei den Benzinmotoren stehen ein 1,0-Liter-3-Zylinder mit 120 PS und ein 1,4-Liter-4-Zylinder mit 140 PS im Angebot. Dazu als Topmotorisierung der geschärfte 1,6-Liter-Turbo, der es auf 204 PS bringt. Den 1,6-Liter-Diesel mit wahlweise 115 und 136 PS preist Kia als seinen derzeit saubersten Selbstzünder an. Der Kleinere der beiden soll sich mit einem Verbrauch von 4,1 Litern bescheiden und lediglich 109 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren. Für noch mehr Umweltfreundlichkeit dürfte ab 2020 eine Plug-in-Hybrid-Version sorgen, die bei einer Systemleistung von 141 PS bis zu 60 Kilometer weit rein elektrisch kommen soll.

Peter Hegetschweiler fuhr den XCeed auf Einladung von Kia Schweiz am 3./4. September in Südfrankreich.

Erstellt: 16.09.2019, 17:58 Uhr

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Kia XCeed

Modell: Kompakter Crossover

Masse: Länge 4395 mm, Breite 1826 mm, Höhe 1483 mm, Radstand 2650 mm

Kofferraum: 426 bis 1378 Liter

Motoren: Drei Benziner mit

120, 140 und 204 PS, ein Diesel in zwei Leistungsstufenmit 115 oder 136 PS

Antrieb: Vorderrad

Fahrleistungen: 0 auf 100 km/h in 7,5 bis 11,4 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit von 186 bis 220 km/h

Verbrauch: 4,1 bis 6,5 Liter auf 100 Kilometer (Werksangabe)

CO2-Ausstoss:109 bis 148 Gramm pro Kilometer

Basispreis: 23 950 Franken

Markteinführung: Ende September

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