Ein Filmstar kommt nach Europa

Mit dem neuen Ford Mustang lässt sich auch auf Schweizer Strassen ein Hauch von Hollywood inszenieren.

Grosses Kino: Vor allem in der V8-Version lässt der neuste Ford Mustang den «American Way of Drive» als Coupé oder Cabriolet wieder neu aufleben. Fotos: Ford

Grosses Kino: Vor allem in der V8-Version lässt der neuste Ford Mustang den «American Way of Drive» als Coupé oder Cabriolet wieder neu aufleben. Fotos: Ford

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Vermarktung ist etwas, das man den Amerikanern nicht erklären muss. Bei der Europa-Vorstellung des neuen Ford Mustang am bayrischen Chiemsee lädt der US-Konzern die Abgesandten der Automobilfachwelt ins Kino ein – einen eigens für den Event errichteten Cinekomplex, versteht sich. Dort wird man schon beim Eingang vom Dröhnen eines V8-Motors empfangen, und nachdem im Saal das Licht ausgegangen ist, erklärt ein Trailer, warum das Setting mit Popcorn und Plüschsesseln Sinn macht: Auf über 3500 Film- und Fernsehauftritte kann der Ford Mustang in den vergangenen 50 Jahren verweisen; ein Fanclub hat sie zusammengetragen. Den Mustang macht das zum Filmstar unter den Autos – und es erklärt, weshalb abgegriffene Bezeichnungen wie «Ikone» bei ihm durchaus angebracht sind.


1968: Steve McQueen in «Bullitt».

Von Ikonen, Kult und Legenden redet im Anschluss auch der Ford-Europaverantwortliche bei seiner Präsentation, die er stilgerecht mittels Videobotschaft hält. Sportlichkeit, Eleganz und technische Neuerungen werden auf der Leinwand gelobt, bis der Manager mit dem neuen Wurf in eine Garage fährt, wo sein erster eigener Mustang aus den Sechzigerjahren, der zu Beginn des Film vorgestellt wurde, geparkt steht. Mit einem schelmischen Grinsen lässt er die Zuschauer wissen, dass er sich heute wohl die aktuelle Version wünschen würde – aber auch einen guten Freund, der die Ur-Version besitzt.

Aus früheren Fehlern gelernt

Jeder im Saal wusste, dass das viel mehr als nur ein gefälliger Spruch war. Denn bei kaum einem anderen Modell ist die «Heritage», das Erbe, so dominant wie beim Ford Mustang. Die Filmausschnitte im Autokino haben den Beweis geliefert: Ob dank Steve McQueen mit seinem Fastback in «Bullitt» (1968), Sean Connery als James Bond in «Diamantenfieber » (1971) und «Goldfinger» (1964) oder dank David Carradine mit seinem 69er Sportsroof in «Cannonball» (1976) – der Mustang hat sich über die vergangenen fünf Jahrzehnte als Stil-Ikone ins popkulturelle Bewusstsein eingebrannt.


1971: Sean Connery, «Diamantenfieber».

Und obwohl in aktuellen Werken wie «Need for Speed» (2014) mit dem Mustang Shelby GT 500 auch hin und wieder neue Modelle zum Zug kommen, tauchen selbst in modernen Filmen auffallend oft Classic Cars auf. Denn das Image des eleganten und erschwinglichen Sportwagens wurde in erster Linie von den Modellen zwischen 1964 und 1970 geprägt.

Umso schmerzhafter für seine vielen Anhänger waren die Wirren, die der Mustang danach durchlaufen hat. Nach der Ölkrise im Jahr 1971 wurde das Auto länger und breiter, die Motoren leisteten jedoch immer weniger. 1979 bot die Basisversion gerade noch 89 PS. Auch das Image der Stil-Ikone verblasste. Die Mustangs aus den Neunzigerjahren hätten es jedenfalls kaum in einen Film mit Steve McQueen geschafft, und auch 007 rettet die Welt mit englischen und deutschen Marken. Inzwischen jedoch hat man bei Ford aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt: Der neue Ford Mustang orientiert sich mit seiner Linienführung deutlich an der Urversion, und auch die Einrichtung im Innern feiert das Vermächtnis des 50 Jahre alten Klassikers.

Zurück zum Statussymbol

So darf der Mustang im Jahr 2015 wieder sein, was er ursprünglich sein sollte: ein Statussymbol für junge Leute mit Stil. «Wenn junge Amerikaner zum ersten Mal genug Geld für ein eigenes Auto hatten, kauften sie sich oft einen Mustang. Sie wollten damit zeigen, dass sie sich etwas leisten konnten», erklärt einer der Techniker im Ford-Kino. Und er räumt auch gleich mit dem Vorurteil auf, dass der Pony Car ein reiner Männertraum sei. Weil Ford seine Muscle Cars im Gegensatz zu Chrysler nicht übermotorisierte, ist der Mustang zumindest in den USA auch bei den Frauen zum Prestigeobjekt geworden. «Schliesslich wollen die Frauen und Männer mit einem Ford Mustang die genau gleichen Gefühle ausdrücken: Unabhängigkeit, Freiheit und Coolness.»


2014: Shelby GT 500 in «Need for Speed».

Diese Konnotation spiegelt sich in den Leinwandauftritten wider: Während Filmbösewichte meist den Motor eines schwarzen Dodge Charger aufbrüllen lassen, cruisen im Ford Mustang oft schweigsame Helden oder schlitzohrige Gigolos durch die Gegend. Und das nun auch in der Schweiz. Denn wer sich seinen Hauch von Hollywood auf hiesige Strassen holen möchte, der muss zum ersten Mal seit 50 Jahren nicht mehr den Weg über den Direktimport wählen, sondern fährt zum Ford-Händler. Und bei der Wahl zwischen dem 421 PS starken 5-Liter-V8 (ab 43'000 Franken) und dem 2,3-Liter-EcoBoost mit 314 PS (ab 38'000 Franken, beide als Fastback oder Cabriolet) sollte auch klar sein, welche Version einem Filmstar entspricht.


2015: Das neue Cockpit des Ford Mustang

Erstellt: 18.07.2015, 02:17 Uhr

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