California Dreamin’ mit dem VW ID Buggy

Probefahrt: Unterwegs mit dem elektrischen Prototyp in Pebble Beach.

Ein Prototyp, der träumen lässt: Der VW Buggy. Foto: PD

Ein Prototyp, der träumen lässt: Der VW Buggy. Foto: PD

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Er war das Auto zu einem Lebensgefühl. Denn mit seinem so wunderbar aufs Wesentliche reduzierten Manx-Buggy hat Bruce Meyers 1964 wie kein Zweiter den kalifornischen Traum vom endlosen Sommer und der ewigen Jugend am Surferstrand eingefangen. Zwei Sitze in einer offenen Wanne aus Glasfaser, eine kleine Frontscheibe, ein dünner Überrollbügel und im Heck einen Boxer – so wurde der Manx zum Traumwagen der Beachboys.

Über 50 Jahre später hat VW diese Idee jetzt neu interpretiert und mit dem ID Buggy ins Hier und Heute geholt. Während Meyers ein Käfer-Chassis samt Boxermotor als Plattform verwendete, hat sich VW-Designchef Klaus Bischoff für den Modularen Elektrizitätsbaukasten MEB entschieden und darüber eine Hülle gestülpt, die so reduziert und reizvoll ist wie damals.

Wolfsburg statt Kalifornien

Ein halbes Jahr nach der Premiere bewies der Prototyp bei seiner Jungfernfahrt in Pebble Beach, dass der kalifornische Traum 2019 noch immer funktioniert. Wenn der Stromer mit dem vollen Nachdruck seines 204 PS und 310 Nm starken Motors beschleunigt und auf seinen Pampa-Pneus butterweich gefedert über den Asphalt rollt, wird jeder zum Sunnyboy. Es knarzt und quietscht nichts, weil die Batterie im Wagenboden den Buggy steifer macht als jedes andere Cabrio, und nichts lenkt in der leeren Wanne von der puren Freude am Fahren ab: Es gibt weder Türen noch Dach oder Fenster und vor allem keine überflüssigen Bedienelemente. Ein winziger Tacho, zwei Hebel für Blinker und Getriebe links und rechts neben dem Lenkrad und zwei Pedale im Fussraum – mehr hat der Buggy nicht zu bieten. Dafür gibt es jede Menge frische Luft in den Haaren, Sand zwischen den Zehen und in der Nase den Geruch des Pazifiks.

Noch ist der ID Buggy nur ein Traum. Aber weil der Prototyp schon fast so gut fährt wie ein Serienauto, so hat auch das Konzept vom Kleinserienmodell auf der Grossserienplattform Hand und Fuss. Denn irgendein Designstudio oder Karosseriebauer wird sich doch wohl finden lassen, der von VW den MEB übernimmt und einen Stromer für Surfer und andere Sonnenfänger baut. Und wenn der nicht ganz so hohe Ansprüche an ein Funauto stellt wie VW selbst, bei der Reichweite ein wenig knausert und auf ein bisschen Schnickschnack verzichtet, dann sollte das auch zu Preisen möglich sein, mit denen sich der Buggy nicht gleich aus dem Markt katapultiert. Glaubt man den Wolfsburgern, gibt es vielversprechende Gespräche mit Partnern, und schon im nächsten Jahr könnte der Traum deshalb durchaus in Erfüllung gehen. Und zwar nicht in Kalifornien, sondern in Wolfsburg.

Der Autor unternahm die Testfahrt auf Einladung des Herstellers.

Erstellt: 21.08.2019, 18:51 Uhr

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