Die letzte Chance

Noch basiert die jetzt modifizierte 1er-Reihe von BMW auf einem Hinterradantrieb. Aber nicht mehr lange.

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Wer auch den Kleinsten so will, wie es sich für einen BMW bisher gehörte – mit Hinterradantrieb –, der muss sich sputen. Und jetzt zugreifen. Jetzt, weil die Münchner mit einem Facelift ihre erfolgreiche 1er-Reihe noch einmal aufwerten, bevor es in der dritten Generation zu einer grundlegenden, konzeptionellen Änderung kommt. Ab 2018, so jedenfalls ist es geplant, wird die Antriebsarchitektur beim 1er geändert: Vorderradantrieb, für die eingefleischten BMW-Fans fast schon ein Schimpfwort, wird dann angesagt sein. So, wie es beim Mini immer schon war – und auch bleiben wird. Aber auch so, wie der 2er Active Tourer, mit dem die Münchner ins Segment der kompakten SUV eingestiegen sind, seit letztem Herbst anrollt.

Weiter voran mit Frontantrieb

Sogar von einem doppelten Tabubruch war damals die Rede: ein Van von BMW – und erst noch einer mit Frontantrieb! Geht das? Eine heiss diskutierte Frage. Und schon bald die coole Antwort der Bayern: Ja, es geht. In den ersten fünf Monaten seit der Lancierung haben sie bereits mehr als 20'000 Active Tourer abgesetzt.

In der Konzernzentrale in München nimmt man das nicht nur gerne, sondern auch mit Erleichterung zur Kenntnis. Denn BMW sah im Active Tourer mehr als die Lancierung eines neuen Modells, der Kompakt-Van mit 5 oder 7 Sitzen ist sozusagen der Vorreiter einer neuen Generation BMW mit Vorderradantrieb. Künftig sollen alle Modelle der 1er- und der 2er-Reihe auf dieser bei den Münchnern lange verpönten Antriebsarchitektur basieren und BMW im Verbund mit Mini, seit 2002 im Besitz der Süddeutschen, zu höheren Stückzahlen im Premium-Kompaktsegment verhelfen. In einem Segment, in welchem insbesondere Mercedes mit seiner A-Klasse – ebenfalls mit Frontantrieb – tüchtig zugelegt hat. Auch bei BMW sollen neue Karosserie-Varianten so möglich werden.

«1er ist erwachsen geworden»

Ob das auch für die 1er-Reihe gilt? Zumindest das kann zurzeit kein (Diskussions-) Thema sein, denn mit dem jüngsten Facelift hat BMW sein Kompaktmodell so auf Vordermann gebracht, dass es seine Rolle als Einsteiger in die Premium- Klasse ungehindert erfolgreich weiterspielen kann. Das hat seit der Lancierung im September 2004 schon immer perfekt funktioniert: Am 10. März ist im Werk Regensburg der Zweimillionste 1er vom Band gelaufen.

Wenn der Neue Ende Monat als modifizierter 3- und 5-Türer zu den Händlern rollt, punktet er nicht nur mit einer neuen Motorengeneration von Drei- und Vierzylindern, mit einer erweiterten, zu beachtlichen Teilen sogar serienmässigen Ausstattung, sondern auch mit geschärfter Optik. Mit grösseren Lufteinlässen, dem aufrechter gestellten Kühlergrill, den flacheren Scheinwerfern und dem Vier-Augen-Blick in LED-Technik sieht der 1er nun aus, als sei er seinen grösseren Brüdern aus dem Gesicht geschnitten. Projektleiter Niels Hamann sieht es so: «Der 1er ist rundum erwachsen geworden.»

Während das ebenfalls neu gestaltete Heck mit den jetzt geteilten, L-förmigen LED-Rückleuchten auf das Konto der Designer geht, war sozusagen technischer Fortschritt der Hauptgrund für die neue, dynamischere Front. Vor allem die stärkeren der insgesamt neun neuen Motoren brauchen wegen des 0,5 Liter grossen Einheitszylinders der Münchner mehr Luft. Das gilt selbst für den Top-Sparer der Palette, den 116 d Efficient Dynamics Edition, wie ihn BMW nennt. Der immerhin 116 PS starke Diesel soll im Schnitt laut Werk nicht mehr als 3,4 Liter verbrennen und so lediglich 89 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren.

Sparen, aber nicht beim Spass

Auch wenn BMW mit den neu eingeführten Dreizylinder-Motoren tüchtig auf die Sparbremse tritt, von (Fahr-)Spassbremse kann auch bei den so motorisierten Modellen nicht die Rede sein. Aber es geht – ganz klar – auch anders. So lässt beispielsweise der 120d mit seinen 190 PS und einem Drehmoment von bis zu 400 Newtonmeter bezüglich sportlicher Fahrweise kaum Wünsche offen, spurtet in 6,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht laut Werk eine Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h. Trotzdem soll er auf dem Prüfstand einen Durchschnittsverbrauch von nur 4,3 Liter erzielt haben.

Top-Version bleibt unverändert der M135i, dessen Reihen-Sechszylinder 326 PS leistet. Wahlweise kann die Performance- Version mit Allradantrieb geordert werden, mit manuellem 6-Gang- Getriebe oder 8-Gang-Steptronic. Auch den 118i und den 120d liefert BMW auf Wunsch mit xDrive aus.

Dreitürer ab 31'600 Franken

Unter dem Motto «Eins mit der Welt» starten die Bayern im 1er zudem eine respektable Online-Offensive. So bietet der Kompakte als erster BMW dank eingebauter SIM-Karte nicht nur den automatischen Notruf, sondern er aktualisiert auch viermal im Jahr kosten- und kabellos die Datenbank der Navigation. Und wer trotz Freude am Fahren die Freude daran verliert, im Radio die immer gleichen Hits zu hören, der kann über eine Entertainment-App auf bis zu 22 Millionen Musiktitel zugreifen.

Apropos Radio: Das ist erstmals im 1er serienmässig an Bord. Ebenfalls zur Standardausrüstung zählen neu Klimaautomatik, Regensensor und das Bediensystem iDrive mit 6,5-Zoll-Monitor. Die modifizierte Limousine gibt es als 3-Türer ab 31'600 Franken, als 5-Türer ab 32 400 Franken. Die 3-türige M-Performance- Version kostet mit Hinterrad- Antrieb mindestens 48 300 Franken, als M135i xDrive 53'000 Franken.

Peter Hegetschweiler fuhr den neuen 1er auf Einladung von BMW Schweiz am 13./14. März in Portugal.

Erstellt: 27.03.2015, 18:25 Uhr

BMW 1er

Modell: Kompakt-Limousine mit 3 oder 5 Türen.
Masse: Länge 4329 mm, Breite 1765 mm, Höhe 1421 mm, Radstand 2690 mm. Kofferraum: 360 – 1200 Liter.
Motoren: Vier Benziner mit 109 bis 326 PS, fünf Diesel mit 116 bis 224 PS.
Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 4,7 bis 10,3 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit von 195 bis 250 km/h.
Verbrauch: 3,4 bis 8,0 Liter auf 100 km.
CO2-Ausstoss: 89 bis 188 Gramm/Kilometer.
Markteinführung: ab sofort.
Preise: ab 31 600 Franken.
Info: www.bmw.ch

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