Kult-Autos

Die teuersten Autos des Jahres 2013

Von Finanzkrise keine Spur. An Versteigerungen wurden in den letzten zwölf Monaten viele Weltrekorde gefeiert. Wir zeigen Autos, die für viel Geld einen neuen Besitzer gefunden haben.

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Wenn sich jemand nicht über Finanzkrisen und Konjunkturprobleme beklagen kann, dann sind es die grossen Versteigerungsfirmen Bonhams, Gooding & Company und RM Auctions. Diese drei Firmen machten im Jahr 2013 die grossen Auktions-Coups unter sich aus.

Elf Autos figurieren auf der Top-Ten-Liste, weil sich zwei den 10. Rang teilen. Darunter finden sich sechs Ferrari, ein Bugatti, ein McLaren, ein Alfa Romeo und zwei Mercedes-Benz. Und während fünf der Autos für den normalen Strassenverkehr geschaffen wurden, zählen sechs zu den Rennfahrzeugen. Drei Vorkriegsfahrzeuge stehen acht Nachkriegsautos gegenüber, und davon ist sogar einer erst gerade einmal 16 Jahre alt. Drei der hohen Zuschläge wurden in Europa, die übrigen in den Vereinigten Staaten notiert.

Platz 1: Mercedes-Benz W196R von 1954
Sagenhafte 28'030'145 Franken zahlte der Käufer des Autos, den Bonhams am 12. Juli 2013 anlässlich des Goodwood Festival of Speed versteigerte. Damit ist der Mercedes zwar nicht das teuerste Auto der Welt, aber er holte sich den höchsten Preis, der 2013 an Versteigerungen erzielt wurde. Dieser Monoposto mit Chassis 00006/54 ging mit Juan Manuel Fangio am Steuer siegreich aus den Grands Prix von Deutschland und der Schweiz hervor. Gleichzeitig war dieses Auto auch der erste Nachkriegs-Mercedes mit freistehenden Rädern, der einen Grand-Prix-Sieg errang, und zwar gleich bei seinem Debüt in Deutschland.

Platz 2: Ferrari 275 GTB/4 S N.A.R.T. Spider von 1967
Für eine grosse Überraschung sorgte an der Monterey-Versteigerung von RM im August 2013 der am zweiten Abend aufgerufene Ferrari. Bereits der Schätzpreis hatte mit 14 bis 17 Millionen US-Dollar für hochgezogene Augenbrauen gesorgt, doch an der Versteigerung selber gingen die Bieter dann sogar bis 25 Millionen, also noch 60 Prozent höher. Damit wurde dieser Ferrari zum teuersten Strassenfahrzeug, das je an einer Auktion den Besitzer wechselte. Immerhin wurden die Kommissionen von RM für wohltätige Zwecke «geopfert», was vielleicht die Kaufmotivation der Bieter noch etwas gesteigert haben dürfte. Inklusive Aufpreise/Kommissionen musste der Käufer 25,3 Millionen Franken überweisen.

Platz 3: Ferrari 250 LM von 1964
Die Versteigerung, die RM Auctions in Zusammenarbeit mit Sotheby's organisierte, glänzte mit Masse statt Klasse. Im Schnitt kostete jeder Zuschlag über 1,6 Millionen Euro oder 2 Millionen Franken. An jener Versteigerung wurde der bis dahin teuerste Jaguar E-Type der Welt verkauft. In die Top-Ten-Liste aber schaffte es erst der letzte Wagen der Versteigerung vom November 2013, ein Ferrari 250 LM von 1964. Fünf Minuten dauerte der Bieterkampf. Von fünf Millionen stieg der Preis auf elf Millionen. Der Mindestpreis war bereits erreicht, doch es ging weiter, bis der Zuschlag beim Rekordpreis von 13 Millionen Dollar mit dem Hammer besiegelt werden konnte. Inklusive Aufschlägen/Kommissionen bezahlte der neue Besitzer umgerechnet 13,2 Millionen Franken, ein neuer Rekord für einen der 32 gebauten 250 LM.

Platz 4: Ferrari 340/375 MM Berlinetta «Competizione» Pinin Farina 1953
Diese RM-Versteigerung im Park der Villa Erba im Mai geriet zu einem wahrhaftigen Bieterkampf. Bis zum Schluss gab es zwei Bieter vor Ort und einen am Telefon, die nicht aufgeben wollten. Auktionator Marc Girardo zählte den Wagen mehrfach herunter, doch erst bei 8,8 Millionen Euro senkte sich der Hammer endgültig. Mit Aufpreisen investierte der Käufer also 12,2 Millionen Franken, allfällige Zölle und Einfuhrkosten noch nicht einmal eingerechnet. Der Wagen ist einer von drei Werks-375-MM, die 1953 an den 24 Stunden von Le Mans teilnahmen. Das Schwesterfahrzeug mit Ascari am Lenkrad fuhr dabei die schnellste Runde, doch nur die Berlinetta der Marzottos erreichte das Ziel, während das in der Versteigerung angebotene Auto, pilotiert von Hawthorn und Farina, zwar auf den zweiten Platz vorrückte, dann aber wegen Nachfüllen von Bremsflüssigkeit disqualifiziert wurde. Später gewann derselbe Wagen dann mit Hawthorn und Magioli am Steuer die 12 Stunden von Pescara.

Platz 5: Alfa Romeo 8C-35 GP Monoposto 1935
Der Schätzpreis für den Italiener mit Chassis-Nummer 50013, den einst Tazio Nuvolari im Dienste der Scuderia Ferrari gefahren hatte, war mit 5,5 bis 6,5 Millionen Pfund in schwindelerregender Höhe angesetzt worden. Doch dies hielt die Bieter nicht ab, und schliesslich wurde ein neuer Rekordpreis für einen Alfa Romeo an einer Auktion erzielt: 8,8 Millionen Franken inklusive Aufpreis/Kommissionen. Der Wagen war von Alfa Romeo als Waffe gegen die übermächtigen deutschen Hersteller gebaut worden. Die Technik entsprach dem damals Machbaren: Reihen-Achtzylinder mit Kompressoraufladung tief eingebaut, Einzelradaufhängungen rundum, hydraulische Bremsen.

Das versteigerte Modell wurde nach seiner Zeit in der Scuderia Ferrari an den Schweizer Hans Rüesch verkauft, der damit in England am Shelsey-Walsh-Bergrennen antrat und 1936 zusammen mit Dick Seaman den Grand Prix von Donington gewann. In den folgenden Monaten startete Rüesch bei Rennen um die halbe Welt und gewann unter anderem den Grand Prix des Frontières in Chimay (Belgien). Schliesslich verkaufte er den Rennwagen an Robert Arburthnot, der ihn (über Umwege) an Dennis Poore weitergab. Die Rennkarriere des Monopostos war auch nach dem Krieg noch nicht zu Ende, so startete der Wagen 1948 am Rennen von Goodwood und gewann die englische Bergmeisterschaft. 1955 wurde er eingemottet und kam erst 1987, nach Poores Tod, wieder zum Vorschein. An der Bonhams-Monaco-Versteigerung 1987 wurde Chassis 50013 für 2,8 Millionen Dollar verkauft, damals ein unglaublich hoher Preis für einen Grand-Prix-Wagen, und später durch Peter Giddings restauriert.

Platz 6: Ferrari 250 GT Berlinetta 1957
Neun spezielle Ferrari 250 GT Berlinetta wurden sozusagen als ultimative Tour-de-France-Variante gebaut, acht davon haben überlebt, und einer erzielte dank Renngeschichte (u.a. Mille Miglia) und aufwendiger Restaurierung bei der Auktion von Gooding & Company in Pebble Beach einen Verkaufspreis von 8,7 Millionen Franken.

Platz 7: Ferrari 375 MM Spider Pinin Farina von 1953
Bei nur zwölf gebauten Exemplaren ist es kein Wunder, dass Chassis 0364AM am 17. August in Monterey einen hohen Preis erzielte. 8,3 Millionen Franken war dem neuen Besitzer dieser Rennwagen wert, der mit amerikanischer Renngeschichte überzeugte. 340 PS, zwölf Zylinder in V-Form, vier Gänge und eine hübsche Karosserie von Pinin Farina versprechen jedenfalls einen attraktiven Auftritt bei künftigen Oldtimer-Veranstaltungen.

Platz 8: Bugatti Type 57 SC Atalante von 1937
Einen Klassensieg errang der Bugatti 57 SC Atalante von 1937 am Pebble Beach Concours d’Elégance im Jahr 2011. Entsprechend hoch bewertet wurde der hochkarätig restaurierte Wagen dann auch an der Versteigerung von Gooding & Company. Mit 8 Millionen Franken wurde er zum bisher teuersten Bugatti überhaupt.

Platz 9: McLaren F1 von 1997
Das jüngste unter den teuersten Autos des Jahres ist einer von 106 gebauten McLaren F1 aus dem Jahr 1997, der in Pebble Beach den Besitzer wechselte. Mit 7,8 Millionen Franken wurde der höchste je für einen McLaren F1 erzielte Preis erreicht. Und der Wagen, der sich noch nicht einmal im Youngtimer-Alter befindet, wurde damit zum teuersten Gebrauchtwagen der Welt.

Platz 10: Ferrari 250 GT LWB California Spider von 1958 und Mercedes-Benz 680S Torpedo Roadster Saoutchik von 1928
Platz 10 teilen sich zwei Fahrzeuge. An der Scottsdale-Versteigerung im Januar veräusserte Gooding & Company einen Ferrari 250 GT LWB California Spider von 1958 für 7,7 Millionen Franken. Diese Fahrzeuge erfreuen sich vor allem in den Vereinigten Staaten einer grossen Beliebtheit. Sieben Monate später errang bei der RM-Versteigerung von Pebble Beach ein Mercedes-Benz 680S Torpedo Roadster Saoutchik von 1928 denselben Dollar-Preis, umgerechnet 7,6 Millionen Franken. Dieses Auto hatte nur ein Jahr zuvor die «Best of Show»-Auszeichnung am Pebble Beach Concours d’Elégance gewonnen.

136 Millionen Franken für elf Fahrzeuge. Ob sich die neuen Besitzer wohl mit diesen Prachtstücken noch auf die Strasse trauen? Jedenfalls wäre es schade, wenn die Sport- und Rennwagen hinter verschlossenen Türen versteckt würden.

Weitere Informationen zu den Autos und den Versteigerungen des Jahres 2013 sowie Tausende von Bildern zu den Fahrzeugen finden sich auf www.zwischengas.com.

Erstellt: 31.12.2013, 09:02 Uhr

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