Kult-Autos

Ein wilder Ritt durch die Auto-Geschichte

Der Ford Mustang hinterliess in den bald 50 Jahren seines Bestehens zahlreiche Spuren. Nicht alle sind gleich gross oder tief, aber etwas sind sie alle: Auf dem richtigen Weg.

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Der Ford Mustang ist vermutlich der bekannteste amerikanische Sportwagen, obschon er eigentlich gar kein Sportwagen ist. Er wird immer wieder zum beliebtesten amerikanischen Klassiker gewählt. 2014 wird der Serien-Mustang 50 Jahre alt – Anlass genug für Ford, die sechste Generation aus dem Stall zu lassen.

Bereits vor dem 1964 lancierten Ford Mustang präsentierte Ford ein Fahrzeug dieses Namens. Der rennsportlich auftretende Mittelmotorsportwagen von 1962 hatte einen Motor aus Deutschland mit vier Zylindern in V-Anordnung. Die Aufhängungstechnik profitierte von Lotus-Know-how. Aber es war schnell klar, dass ein derartiger Sportwagen zwar für Aufsehen sorgen würde, aber nicht zuletzt wegen der teuren Produktionskosten kein Verkaufsrenner werden konnte. Also wurde bereits 1962 an einem viersitzigen Sportwagen mit Frontmotor gearbeitet, der sich nach Vorstellungen von Lee Iacocca gut vermarkten lassen sollte.

1. Generation: Der ultimative Pony-Car

Am 17. April 1964 wurde der auf der Falcon-Plattform aufgebaute Ford Mustang für die Serie an der Weltausstellung in New York präsentiert. Der Wagen traf den Nerv der Zeit. Er war vergleichsweise kompakt, aber gleichzeitig geräumig. Damit war er sowohl für Amerikaner als auch Europäer attraktiv. Der Preis des Basis-Mustangs, den es als Cabriolet und als Hardtop-Coupé gab, später auch als Fliessheck-Coupé, war günstig und dem Käufer boten sich eine Vielzahl von Optionen, um den Wagen schöner, stärker, komfortabler oder sportlicher zu machen. Carroll Shelby steuerte mit dem GT 350 noch eine rennsportlich ambitionierte Version bei.

Der Ford Mustang ging weg wie warme Semmeln, seine Präsenz in einer Vielzahl von Filmen dürfte zum Erfolg beigetragen haben. Bis 1966 waren bereits rund 1,3 Millionen Exemplare produziert. Über die Jahre wuchs der Mustang entlang aller Dimensionen, wurde schwerer und stärker. Während sich die Modelljahre 1967 und 1968 designmässig noch am Original orientierten, trug die dritte Serie ab 1969 bereits neue Züge. Für die vierte Serie ab 1971 wurde die Optik nochmals umfangreich überarbeitet. Inzwischen war der Mustang 4,8 Meter lang und 1,9 Meter breit. Mit bis 375 PS hielt die Motorleistung aber wacker mit.

Einen grossen Auftritt hatte ein dunkelgrüner Mustang mit Fliessheck im Film «Bullit». Minutenlang scheuchte Steve McQueen den Wagen durch Strassen und über Kuppen in und rund um San Fransisco. Nicolas Cage zeigte im Film «Gone in 60 Seconds» im Jahr 2000 wohl den längsten Sprung eines Shelby Mustang GT 500 aus jener Zeit, «Eleonor» war der Spitzname jenes besonderen Exemplars. Für die Legendenbildung jedenfalls gerieten gerade diese beiden Filmauftritte zum Volltreffer.

2. Generation: Weniger ist mehr

Die Entwicklung der zweiten Generation des Mustang ging nicht zuletzt auf die Ford-Investorin Anna Muccioli zurück, die anlässlich des Aktionärsmeetings im Mai 1968 auf die Bühne trat und die Ford-Manager angriff: «Ich habe einen 65er-Mustang und mir gefällt gar nicht, was aktuell passiert. Eure Jungs blasen das Auto auf! Wieso könnt ihr den Sportwagen nicht kompakt bleiben lassen?» Zudem begann in jenen Jahren der Bedarf für kleinere Wagen zu wachsen, 1973 gehörten bereits 40 Prozent der verkauften Fahrzeuge zur Kompaktwagenkategorie.

Mit dem Mustang II wurde 1973 – gerade rechtzeitig zur Ölkrise – ein neues kleineres und leichteres Modell eingeführt, der kürzeste Mustang aller Zeiten. Zum Sechszylindermotor gesellte sich alsbald ein V8, und trotz geringerer Leistung als bei den Vorgängern liessen sich die Fahrleistungen mit der Urversion vergleichen. Und die Verkaufszahlen stimmten auch, über eine Million des Sportwagens wurde in nur vier Jahren verkauft, damit lag man im Spitzenjahr nur unwesentlich unter den Zahlen der ersten Generation. Mitgeholfen haben dabei dürften die vielen Auftritte in der Krimifernsehserie «Charlie's Angels». Allerdings: Ein Cabriolet gab es nicht, erst mit dem Nachfolger sollte es ab 1983 wieder möglich sein, einen offenen Mustang zu fahren. Und ob die Vierzylinderversion zum Ruhm der Baureihe beigetragen haben dürfte, ist fraglich.

3. Generation: Publikumserfolg dank Euro-Design

Bereits Mitte der Siebzigerjahre machten sich die Designer in Dearborn daran, einen Nachfolger für den Mustang II zu entwickeln. Als technische Basis musste die Fox-Plattform mit knapp über 2,5 Metern Radstand herhalten. Als Zielrichtung wurden eine verbesserte Aerodynamik und mehr Sicherheit vereinbart. Die ersten Zeichnungen unter Gene Bordinat gerieten recht konventionell. Erst mit Jack Telnack erhielten die Zeichner mehr Freiheit und die Gestaltung geriet europäischer und windschlüpfriger. Im Herbst 1976 war man dem Serienmodell schon recht nahe.

1978 stellte man das neue Modell vor, das mit 0,44 cw für den Fastback einen vergleichsweise geringen Luftwiderstand aufwies. Zudem war der Wagen übersichtlich und geräumig geraten. Der neue Mustang wurde zum Langläufer, bis 1993 verkaufte sich die dritte Generation – für das Baujahr 1987 war die Front geglättet worden – über 2,6 Millionen Mal. Dank Technikfortschritten konnte sogar die Leistung mit bis zu annähernd 230 PS auch wieder mit dem Äusseren mithalten.

4. Generation: Runder und eckiger

1993 zeigte Ford das Konzeptfahrzeug Ford Mustang Mach III auf der North American International Auto Show in Detroit und wies damit auf das zukünftige Aussehen des Mustang hin. Er war wieder gewachsen und hatte vor allem an Gewicht zugelegt, wohl um den gestiegenen Komfortansprüchen und Sicherheitsvorschriften zu genügen. 1330 der 1850 Teile, die für den Bau eines Mustang nötig waren, wurden geändert. Das Publikum war mit dem etwas weichgespülten Design nicht ganz glücklich, so dass bereits nach fünf Jahren ein komplettes Restyling für mehr Kanten sorgte. Leistungsmässig mussten sich Mustang-Käufer nicht beklagen, annähernd 400 PS konnten beim Ford-Händler bestellt werden. Ein Verkaufserfolg war der in die Jahre gekommene Sportwagen trotzdem nicht.

5. Generation: Mit Retrodesign zum neuen Liebling

Um die alten Fans wieder zu gewinnen, entschied sich Ford bei der fünften Generation, stärker auf die wertvolle Tradition der Modelllinie zu achten. Geschickt kombinierte man Designzüge des Urmodells mit dem damals aktuellen New-Edge-Trend und schuf wiederum einen Sportwagen, der nicht nur Mustang hiess, sondern auch so aussah. Auch leistungsmässig ging es gleich mehrere Schritte vorwärts, selbst das Aggregat aus dem Ford GT fand Platz unter der langen Motorhaube. Von 2005 bis 2013 wurde die fünfte Generation gebaut, ein geschicktes Facelift für das Modelljahr 2010 brachte den Sportwagen noch näher an das Original.

6. Generation: Neubelebung des Mythos

Im Dezember 2013 stellte Ford die nunmehr sechste Generation des Ford Mustang vor, eine modern wirkende Hommage an den Ur-Mustang. Ausgerüstet mit Vier- und Achtzylindermotoren scheint der Mustang für die Neuzeit gerüstet.

Weitere Informationen zum Ford Mustang, über 100 Bilder, technische Daten und Preise zu den vergangenen Mustang-Generationen finden sich auf www.zwischengas.com.

Erstellt: 10.12.2013, 12:19 Uhr

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Video

Auftritt Mustang: Steve McQueen rast in «Bullit» durch San Francisco.

Video

Auftritt Mustang: Nicolas Cage hebt in «Gone in 60 Seconds» ab.

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