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Gib Laut!

Das Porsche-Museum in Stuttgart ist nicht nur etwas fürs Auge. An der Soundnacht werden ein Dutzend Rennwagen von ehemaligen Ingenieuren und Rennfahrern vorgestellt – und lautstark gestartet.

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Vor drei Jahren hatten sich findige Geister eine Veranstaltung ausgedacht, um das Buch «Porsche Sounds» wirkungsvoll zu lancieren. Inzwischen ist die Sound-Nacht des Porsche-Museums im Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen fast schon zu einer Institution geworden.

Am 26. Oktober 2013 war es wieder so weit, ein Dutzend Sport- und Rennwagen mit Bezug zu Le Mans standen im Museum bereit, ihre Motoren brüllen zu lassen. Dabei unterschieden sich die Umstände kaum von einer Konzertaufführung. Denn die Veranstaltung fand in den Abendstunden statt, wurde von Hunderten begeisterten Klangfans besucht – und jeder der Hauptdarsteller wurde von Experten vorgestellt und ins Rampenlicht gerückt.

Danach wurde der Wagen gestartet und über rund eine Minute laufen gelassen, wobei das ganze Drehzahlband des Motors zur Geltung kam. Nach dem Ausschalten der Zündung folgte ein kurzer Moment der Stille, bevor der Beifall einsetzte. Genau wie im Konzert. Und wer gemeint hatte, er wüsste, wie ein Porsche tönt, erlebte wohl die eine oder andere Überraschung.

Sportwagen von 1963 bis heute

Der «Dreikantschaber» machte den Anfang. Hinter dem volkstümlichen Namen verbirgt sich der Porsche 356 B 2000 GS Carrera GT, der für die Rennsaison 1963 gebaut wurde und durch den berühmten Fuhrmann-Vierfachnockenwellen-Motor befeuert wird. «Wenn ich das Auto seh, geht mir das Herz auf», meinte der heute 85-jährige Herbert Linge, der den Wagen schon damals fuhr. Klanglich wirkt der aufwendige Motor erstaunlich «rund».

Es folgte der Porsche 904 mit Achtzylindermotor. Nur wenige der Kunststoffsportwagen aus dem Jahr 1964 waren mit dem für die Formel 1 entwickelten Achtzylinder ausgerüstet, der im 904 bei 8600 Umdrehungen 270 PS leistet. Der Klang erinnert dabei mehr an einen Vierzylinder als an einen Achtzylinder.

Der «Schweizer» Weltrekord-Porsche

Einen besonderen Bezug zur Schweiz hat der gezeigte 911 R von 1967. Tatsächlich diente der sich optisch kaum von einem normalen 911 zu unterscheidende Sportwagen mit Leichtbaukarosserie und dem Motor des Carrera 6 als Ersatzwagen für die BP-Weltrekordfahrten im Jahr 1967, bei denen die Schweizer Jo Siffert, Dieter Spörry, Rico Steinemann und Charles Vögele am Lenkrad drehten.

Bis über 1500 PS leisteten die Porsche 917/30, die in der amerikanischen CanAm-Meisterschaft im Jahr 1973 fuhren. Reinrassige Rennwagen waren dies also, die ihre Kraft von Zwölfzylinder-Turbomotoren erhielten und dank umfangreichem Flügelwerk in der Lage gewesen wären, an der Decke eines Tunnels zu fahren! Bei so viel Leistung staunt man fast über die gesittete Aussprache des Renners.

Breitensportler, Turbo-GT und, und, und

Mehr in Richtung Serienfahrzeug ging es dann mit dem Porsche 911 RSR 3.0, der auch von vielen Schweizern im Rennsport eingesetzt wurde. Der Klang wirkt aggressiv und eindrücklich. Wesentlich schneller als der RSR 3.0 war der 934, der dank Turboaufladung im Jahr 1976 fast 500 PS leistete. Etwas ganz Besonderes waren die elektrischen Scheibenheber am Auto, ein Unikum bei einem Rennwagen, aber passend für ein Auto, das auch klanglich nicht über die Stränge schlägt.

Damit war der Reigen der auftretenden Klangkünstler aber keineswegs zu Ende, denn es folgten noch Porsche 936 (1977), Porsche 924 GTP (1981), Porsche 935 Moby Dick (1978), Porsche 961 (1986), Porsche 911 GT1 (1998) sowie Porsche 991 RSR (2013).

Auf www.zwischengas.com gibt es die Tonbeispiele ungefiltert zu hören und viele Bilder der legendären Rennwagen zu sehen.

Erstellt: 20.11.2013, 10:00 Uhr

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Mehr Bilder und zusätzliche Informationen zu diesem Thema finden sich auf Zwischengas.com

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