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Jetzt steht auch Chrysler unter Strom

Nur wenige Tage nachdem General Motors den Chevrolet Volt angekündigt hat, zaubert auch Chrysler eine Elektroflotte aus dem Hut.

Ohne lokalen Schadstoffausstoss: Dodge EV (vorne), Chrysler Grand Voyager EV (links) und Jeep Wrangler EV.
Ohne lokalen Schadstoffausstoss: Dodge EV (vorne), Chrysler Grand Voyager EV (links) und Jeep Wrangler EV.
Chrysler

Als hätte sie einen heftigen Stromschlag bekommen, trommelt die Chrysler-Führungsriege um Bob Nardelli nun für ein eigenes Fahrzeug mit elektrischem Antrieb, das noch im Jahr 2010 in den USA und kurz darauf auch in Europa an den Start gehen soll. Welche Marke und welches Antriebskonzept es sein wird, haben sie zwar noch nicht verraten. Doch um ihrer Ankündigung etwas mehr Gewicht zu geben, rücken die Amerikaner gleich drei neue Prototypen ins Blickfeld – für jede Konzernmarke einen.

Als überfällige Antwort auf den Tesla Roadster zeigen sie den zweisitzigen Sportwagen Dodge EV, der ein bisschen wie eine zu heiss gewaschene und grün gefärbte Viper aussieht. Unter der Haube steckt ein Elektromotor mit 268 PS und 650 Newtonmeter, der Fahrspass (fast) ohne Reue verspricht: Denn so sprintet das Coupé in weniger als fünf Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 200 km/h.

Damit man die Fahrt ohne Angst vor dem Abstand zur nächsten Steckdose geniessen kann, sind die Akkus für den Elektrosportler grosszügig dimensioniert. So verspricht Chrysler eine Reichweite von 240 bis 320 Kilometern, bevor der Wagen wieder ans Netz muss. Weil die Entwickler die Angst vor den zu kurzen Reichweiten der Elektroautos mittlerweile als grössten Stolperstein auf dem Weg zur nötigen Akzeptanz entdeckt haben, experimentieren auch die Chrysler-Ingenieure wie ihre GM-Kollegen beim Volt mit einem Range-Extender. Ein kleiner Benzinmotor, der wie ein Notstromaggregat einen Generator antreibt und so unterwegs die Batterie laden kann, soll den Aktionsradius deutlich erweitern.

Wie das funktionieren kann, zeigen die Amerikaner in einem 255 PS starken Chrysler Voyager und einem Jeep Wrangler mit 268 PS, der zudem als erstes Elektroauto der Neuzeit auch mit einem Allradantrieb daherkommt. Beide Autos haben nebst dem Elektroaggregat und dem Lithium-Ionen-Akku für 65 Kilometer ohne jeden lokalen Schadstoffausstoss einen kleinen Verbrennungsmotor an Bord, der aus 30 Litern Sprit den Strom für mehr als 500 weitere Kilometer erzeugt.

Zwar sind alle drei Autos noch Prototypen, und die geschiedene Braut von Mercedes muss erst beweisen, dass ihre Ressourcen für ein solches Entwicklungsprojekt noch ausreichen. Doch Vorstandschef Nardelli spart zumindest nicht an grossen Worten: «Diese Autos geben eine Vorstellung davon, wie die nähere Zukunft aussehen wird. Sie zeigen, dass wir ernsthaft und auf einem guten Weg sind bei dem Vorhaben, Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen.»

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