Riesige Reifen und «Mad Max»-Optik

Jetzt kommt der SUV-Trend aufs E-Bike. Das Ergebnis ist genauso unpraktisch wie das Autooriginal.

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«Ein Sport Utility Vehicle, kurz SUV, ist ein grosses Fahrzeug, das für raues Gelände entworfen wurde, aber meistens in der Stadt oder auf befestigten Strassen genutzt wird.» So heisst es zumindest auf der Website des britischen Unternehmens Moto Parilla. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis der SUV-Boom auch auf andere Fortbewegungsmittel abfärbt. Einer der ersten Fälle ist dieses Velo, das auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter nach Investoren sucht: das Carbon-SUV-E-Bike von Moto Parilla.

Optisch erinnert das Velo an den Fatbike-Trend der letzten Jahre. Oder die martialischen Motorräder aus dem Film «Mad Max: Fury Road». Es rollt auf überdimensionalen 4,8 Zoll breiten Reifen und hat einen Rahmen wie eine Motocrossmaschine. Angetrieben wird das Carbon-SUV-E-Bike von einem Elektromotor mit wahlweise 250 oder 500 Watt. Er beschleunigt das Velo auf bis zu 25 bzw. 35 km/h. Die Reichweite liegt beim kleineren Standardmotor, der auch in Europa betrieben werden darf, bei 80 Kilometern, die Ladezeit beträgt sechs bis acht Stunden. Um das 32 Kilogramm schwere SUV-Bike zum Stillstand zu bringen, verwendet Moto Parilla extragrosse Scheibenbremsen. Die 8-Gang-Nabenschaltung ist von Shimano. Sonderlich praktisch dürfte das Velo im Alltag allerdings nicht sein. Ist der Akku leer, muss das SUV-Bike mit reiner Muskelkraft vorwärtsbewegt werden. Was bei seinem hohen Gewicht alles andere als angenehm sein dürfte. In einen normalen Veloständer passt es mit diesen Reifen auch nicht.

Erste Crowdfunding-Kampagne gescheitert

Ursprünglich entwickelten der Designer Alessandro Tartarin und der Ingenieur Zeno Panarari das SUV-Bike für den britischen Automobilhersteller Caterham, der Neuauflagen des Lotus Seven produziert. Das Fahrrad sollte auf der italienischen Motorradmesse Eicma vorgestellt werden. Doch Tartarin und Panarari zerstritten sich mit ihrem Auftraggeber. 2015 gründeten sie ihre eigene Marke, Moto Parilla.

Das Fahrrad mit den markanten Löchern im Rahmen soll bereits von September an in drei verschiedenen Grössen verschickt werden. Bis die beiden Italiener, die in London leben, ihr Ziel von etwa 70'000 Euro erreicht haben, kosten die Velos 1700 Euro, danach 2000 Euro – wenn Moto Parilla denn sein Finanzierungsziel erreicht. Im Juni scheiterte die erste Crowdfunding-Kampagne. Im Moment sieht es besser aus. Drei Wochen vor Ablauf der Frist ist die Hälfte des Betrages eingeworben. Bald könnten wir neben viel zu grossen Geländewagen auch viel zu sperrige Fahrräder in den Städten sehen.

Erstellt: 24.08.2016, 12:14 Uhr

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