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Theater Rigiblick im ParkAzzurro in Grün

Der Theatersommer wird gut, trotz allem. Daniel Rohr zeigt die schönsten Stücke aus dem Repertoire seines Theaters im Freien.

«Besuchen Sie uns im Garten!», sagt das Theater Rigiblick
«Besuchen Sie uns im Garten!», sagt das Theater Rigiblick
T+T Fotografie

Der Klavierspieler klimpert vor sich hin, solo, ganz nach den Richtlinien des BAG. Drinnen im Saal wird im Augenblick das Stück «The Comedian Harmonists» geprobt, zu hören ist das Lied der Zeit. Premiere ist, wenn alles gut geht, im Herbst.

Draussen aber findet der Theatersommer statt, unter Platanen und mit Blick auf den Waldrand. Das Theater Rigiblick zeigt im Park hinter dem Haus sieben Produktionen aus dem Repertoire. Es ist ein Ausbruch aus der Enge, ein Urknall, ­sozusagen.

Ein Hosenlupf

Null Vorlauf hätten sie gehabt, sagt Daniel Rohr, der Rigiblick-Leiter. Gleich am Tag, als der Bundesrat Veranstaltungen für 300 Zuschauer ­freigab, wurde die Eingabe für das Open Air gemacht. Der Rahmen: Gespielt wird von Mittwoch bis Samstag. Im Programm: Stücke von «Tribute to Woodstock» über den Callas-Abend bis «Der Lachs der Weisheit». «Azzurro» und «Tribute to Leonard Cohen» sind auch dabei. Noch steht die Bühne nicht. Doch klar ist: Es wird das schönste Theater in diesem Sommer werden.

Das Opernhaus zeigt bis Ende Saison höchstens Liederabende. Auch andere grosse Theater müssen sich, wegen BAG und so, kleinmachen. Das Theater Rigiblick wagt aber den Hosenlupf.

Theater draussen zeigt eine eigene Schönheit: Daniel Rohr hat die Bilder im Kopf, was im Park alles passieren kann.
Theater draussen zeigt eine eigene Schönheit: Daniel Rohr hat die Bilder im Kopf, was im Park alles passieren kann.
zvg

«Wir legen drauf», sagt Daniel Rohr. Der ­Aufwand für das Open Air ist enorm. Die Plätze limitiert. Das finanzielle Risiko gross. Aber gerade in diesen Zeiten braucht es ein solches Signal: für das Publikum, das in der Zeit des Shutdown in die Röhre gucken musste. Und für die Künstlerinnen und Künstler, die jetzt wieder spielen wollen.

Gerade gestern kam ein Paar, das sich mit dem ­Rigiblick verbunden fühlt, in die «Comedian Harmonists»-Probe, der Mann und die Frau sagten, sie hätten Heimweh nach dem Theater gehabt – und gaben dann 600 Franken in den Corona-Hilfsfonds, den Daniel Rohr eingerichtet hat. Solche Zeichen der Solidarität gibt es überall, andere spendierten ihre Billette.

Plötzlich pfloschnass

Theater draussen hat seine eigene Schönheit. Und gleich hat Daniel Rohr die Bilder im Kopf. Von der «Woodstock»-Szene, in der die zwei Ansager pflotschnass werden – «wunderbar, wenn hier der Himmel mitspielte». Oder vom «Miles Davis»-Abend unter dem Firmament. Da können die Sterne nur leuchten.

Theater Rigiblick im Park, 24. Juni bis 11. Juli, jeweils von Mittwoch bis Samstag, Beginn 19.30 Uhr. Das kleine Festival startet mit «Der Lachs der Weisheit». Das ganze Programm: www.theater-rigiblick.ch