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Bäderstadt BadenBadens Geschichte wird nicht ganz zugeschüttet

Ein Teil der historischen Quellen im Bäderquartier wird öffentlich zugänglich. Stadt und Kanton haben dafür etwas mehr als eine halbe Million Franken gesprochen.

Blick in die Fassung der Hinterhofquelle, die bald öffentlich zugänglich sein soll. Diese Quelle wurde wohl bereits in der Römerzeit genutzt.
Blick in die Fassung der Hinterhofquelle, die bald öffentlich zugänglich sein soll. Diese Quelle wurde wohl bereits in der Römerzeit genutzt.
Foto: Fotografieschule.ch 

Der Frust in historisch interessierten Kreisen war gross, als klar wurde, dass die aufsehenerregenden Funde auf dem Kurplatz im Bäderquartier Baden wieder zugeschüttet werden. Nun gibt es einen kleinen Trost: Die bedeutende Hinterhofquelle, die im Keller des ehemaligen historischen Badhotels Bären sprudelt, soll für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Der Kanton Aargau hat dafür einen Beitrag aus dem Swisslos-Fonds gesprochen, die Einwohnergemeinde Baden nimmt auch Geld in die Hand. Zusammen teilen sie sich die 540’000 Franken, die der Bäderverein dafür veranschlagte.

Der Zugang zu der Quelle, die wohl bereits in der Römerzeit gefasst wurde, wird voraussichtlich ab 2022 über das Untergeschoss des Verenahofs möglich sein. Im Verenahof-Geviert, das die historischen Badhotels Bären, Ochsen und Verenahof umfasst, entsteht derzeit für rund 55 Millionen Franken eine Rehaklinik. Sie liegt gegenüber dem Botta-Bad, das ebenfalls im Bau ist.

Archivaufnahme des Limmatknies nach Abbruch des alten Bades. Der freie Blick auf den Verenahof, unter dem die historische Quelle sprudelt., ist mittlerweile wieder durch die Baustelle für das Botta-Bad verstellt.
Archivaufnahme des Limmatknies nach Abbruch des alten Bades. Der freie Blick auf den Verenahof, unter dem die historische Quelle sprudelt., ist mittlerweile wieder durch die Baustelle für das Botta-Bad verstellt.
Foto: Reto Oeschger (2018)

Patrick Nöthiger, Vorstandsmitglied des in der Sache federführenden Bädervereins, wird in einer Medienmitteilung sinngemäss so zitiert: «Es ist eine enorme Genugtuung, dass die für die Bädergeschichte wichtige Hinterhofquelle im Original erlebbar wird.» Zusätzlich kann der Verein auch das 10-Jahr-Projekt Bäderkultur starten, das mit modernen und visuellen Mitteln die Geschichte des Bäderquartiers inszenieren will.

Die Hinterhofquelle liefert jeden Tag etwa 60’000 Liter Thermalwasser. Es ist das mineralreichste der Schweiz. Entsprechend farbenprächtig wuchern die Anlagerungen rund um die Fassung. Sie stammen von Salz-, Kalk- und Gipsmineralien. Die heutige Fassung stammt aus dem 16. oder 17. Jahrhundert.

1 Kommentar
    Martin Tschuemperlin

    Ich denke, dass es richtig ist gewisse Kernstücke unserer Geschichte zu erhalten. Hier hat man sich nur auf ein wesentliches Teil fokussiert, wobei natürlich das alte Römerbad der alten Römerstadt schon auch dazu gehört hätte!