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Die ZahlBeim Planeten WD 1586 b dauert ein Jahr nur 34 Stunden

Eigentlich dürfte es den Planeten WD 1586 b gar nicht geben. Wie hat er das Inferno überlebt, das sein Mutterstern veranstaltet hat?

Künstlerimpression des Riesenplaneten WD 1856 b, der einen kleinen und schwach leuchtenden Stern umkreist, einen sogenannten Weissen Zwerg.
Künstlerimpression des Riesenplaneten WD 1856 b, der einen kleinen und schwach leuchtenden Stern umkreist, einen sogenannten Weissen Zwerg.
Foto: NASA’s Goddard Space Flight Center

Planeten gibt es in unserer Galaxie, der Milchstrasse, wahrscheinlich wie Sand am Meer. Fast jeder Stern dürfte ein Planetensystem besitzen. Nie jedoch hatte man bei bestimmten Sternen, sogenannten Weissen Zwergen, Planeten entdeckt. Auch nicht beim Weissen Zwerg mit dem etwas abstrakten Namen WD 1856+534. Und das aus gutem Grund.

Einst war WD 1856+534 der Sonne sehr ähnlich. Wenn ein sonnenähnlicher Stern seinen Brennstoff weitestgehend verfeuert hat, bläht er sich zunächst zu einem Roten Riesenstern auf. Bei der Sonne dürfte das in fünf bis sechs Milliarden Jahren der Fall sein. Als Roter Riese wird die Sonne in etwa so gross werden wie die Umlaufbahn der Venus um die Sonne. Spätestens dann dürfte übrigens jedes Leben auf der Erde wegen der unerträglichen Hitze erlöschen. Alle Planeten, die einen Stern sehr nahe umrunden, wenn er sich zu einem Roten Riesen aufbläht, werden verschluckt.

Im Anschluss kollabiert ein Roter Riesenstern zu einem Weissen Zwerg. Dieser ist dann typischerweise nur noch in etwa so gross wie die Erde, allerdings mit einer Masse halb so gross wie die Sonne. Da wie gesagt ein Roter Riesenstern alle nah umlaufenden Planeten verschluckt, sollte ein Weisser Zwerg eigentlich keine Planeten besitzen, die ihn nah umkreisen.

Nun aber haben Astronomen bei WD 1856+534 den Planeten WD 1586 b entdeckt, und zwar mit dem Weltraumteleskop Tess (Transiting Exoplanet Survey Satellite) und dem Spitzer Space Telescope, beide von der US-Weltraumbehörde Nasa. Ein Jahr dauert für den Planeten nur 34 Stunden, wie Forscher im Fachmagazin «Nature» berichten.

Das bedeutet: Der in etwa jupitergrosse WD 1586 b umkreist den Weissen Zwerg WD 1856+534 enorm nah. Es stellt sich die Frage: Wie konnte WD 1586 b dem Inferno des Roten Riesensterns entkommen? Die Studienautoren vermuten, dass der Planet zunächst weiter von seinem Mutterstern entfernt gewesen sein muss als die Erde von der Sonne. Es ist aber noch unklar, wie genau er von dort auf seine jetzige Umlaufbahn gelangt ist, die rund 20-mal kleiner ist als die Umlaufbahn des sonnennächsten Planeten Merkur.

Auf Basis von Computersimulationen schlagen die Autoren eine Erklärung vor: Als sich der Stern WD 1856+534 vom Roten Riesen zum Weissen Zwerg entwickelte, wurde der Planet WD 1586 b durch die Wechselwirkung mit anderen Planeten aus der sicheren Entfernung in den sehr engen Orbit katapultiert.

«Diese Entdeckung zeigt, dass auch Weisse Zwerge Planeten besitzen können, was zuvor nicht bekannt war», sagt Co-Autor Ian Crossfield von der University of Kansas in Lawrence, USA. Nun gebe es sogar Leute, die bei Weissen Zwergen nach potenziell bewohnbaren Planeten suchten.

Wenn der Planet WD 1586 b das Inferno des Roten Riesensterns überlebt hat, könnte dann vielleicht auch die Erde mit einem blauen Auge davonkommen, wenn sich die Sonne in fünf Milliarden Jahren zu einem Roten Riesen aufbläht? Crossfield hält es für unwahrscheinlich. Aber bis jetzt waren ja auch noch keine Planeten bekannt, die um Weisse Zwerge kreisen.

2 Kommentare
    Tom

    Dann hauen wir halt auf den Mars ab, warten, bis sich die Erde nach dem Roten Riesen Inferno abgekühlt hat, und kehren dann aus lauter Heimweh wieder nach Hause zurück.