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Kirche nach Locher-AffäreBelästigte Frauen erhalten eine Ombudsstelle

Nach dem Rücktritt von Präsident Gottfried Locher richtet die Evangelische Kirche eine Anlaufstelle für Opfer von Belästigungen ein.

Nach Vorwürfen der Grenzverletzung ist EKS-Präsident Gottfried Locher im Mai zurückgetreten.
Nach Vorwürfen der Grenzverletzung ist EKS-Präsident Gottfried Locher im Mai zurückgetreten.
Foto: Keystone

Die Evangelische Kirche Schweiz (EKS) hat eine Ombudsstelle für mutmassliche Opfer ihres im Mai zurückgetretenen Präsidenten Gottfried Locher und für weitere mögliche Fälle eingerichtet. Sie können sich mit Anliegen und Beschwerden an die Berner Anwälte Martin Zwahlen und Daniela Giovanoli richten (lesen Sie dazu den Artikel: #MeToo-Debatte erreicht Spitze der Reformierten Kirche).

Die seit heute Mittwoch aufgeschaltete Webpage eks-kontaktstelle.ch vermeidet das Wort Opfer wie auch den Namen von Gottfried Locher. Und dennoch ist der Zusammenhang mit ihm gegeben. Die Ombudsstelle gehört zum Mandat der Untersuchungskommission, welche die EKS nach den Rücktritten von Gottfried Locher und Ratsmitglied Sabine Brändlin ins Leben gerufen hat. Die im September gewählte Kommission
soll vor allem gewährleisten, dass die mit der rechtlichen Untersuchung des Zerwürfnisses beauftragte Zürcher Anwaltskanzlei ihren Auftrag erfüllen kann.

«Wir möchten damit die betroffenen Personen ernst nehmen sowie
die Untersuchung und eine grösstmögliche Transparenz aktiv fördern.»

Barbara Damaschke-Bösch, Vizepräsidentin der Evangelisch-Reformierten Kirche

In Auftrag gegeben hat diese Ombudsstelle laut der Kommunikationsverantwortlichen Michèle Graf-Kaiser das Synodepräsidium, in Absprache mit der Untersuchungskommission. Der Synode sei es sehr wichtig gewesen, diese Kontaktstelle einzurichten, so die Vizepräsidentin Barbara Damaschke-Bösch gegenüber ref.ch, dem Internetportal der Reformierten. «In Gesprächen hat sich gezeigt, was für ein wichtiges Anliegen eine solche Kontaktmöglichkeit ist. Wir möchten damit die betroffenen Personen ernst nehmen sowie die Untersuchung und eine grösstmögliche Transparenz aktiv fördern.»

4 Kommentare
    Hansueli Hof

    Svhon wieder das Wort "Grenzverletzung" ... wie lange müssen wir darauf warten, bis man uns wissen lässt, was mit diesem Wort konkret gemeint ist??