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Heikler Fehler des BundesratsBerset stoppte brisantes Papier zur zweiten Welle

Der Gesundheitsminister hat nach der ersten Corona-Welle eine drastische Warnung seiner Experten ignoriert – und versuchte das später zu beschönigen.

«Was wahr ist an einem Tag, kann schon am nächsten falsch sein»: Gesundheitsminister Alain Berset.
«Was wahr ist an einem Tag, kann schon am nächsten falsch sein»: Gesundheitsminister Alain Berset.
Foto: Christian Pfander

Am nächsten Mittwoch berät der Bundesrat, wie es mit dem Corona-Regime weitergehen soll. Trotz verhältnismässig tiefen Fallzahlen sieht es nicht nach raschen und weit gehenden Lockerungen aus. Grund dafür ist die Angst vor den mutierten, ansteckenderen Virusvarianten.

Doch das ist nicht alles. Um die Vorsicht des Bundesrats, insbesondere von Gesundheitsminister Alain Berset, zu verstehen, lohnt sich der Blick zurück auf einen Schlüsselmoment der bisherigen Pandemiebewältigung.

Ende Dezember gab Berset der SRF-Sendung «Sternstunde Philosophie» ein langes Interview. Gefragt nach dem grössten Fehler im Kampf gegen Corona, antwortete Berset, er sei im Sommer zu optimistisch gewesen. «Die Grossveranstaltungen wieder zu erlauben, war sicher keine gute Idee», sagte er. Um den Entscheid dennoch zu rechtfertigen, gab er zu bedenken: «Wir haben immer aufgrund der Informationen entschieden, die wir im Moment hatten. Was wahr ist an einem Tag, kann schon am nächsten falsch sein. Das ist das Merkmal einer Krise.»

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