Zum Hauptinhalt springen

Zürich zieht Lockdown-BilanzBessere Luft, weniger Verkehr – und überraschend laut

Das Umweltdepartement der Stadt Zürich hat die Lärm- und die Luftverschmutzung während des Lockdown ausgewertet. Nicht alles ist besser geworden.

Dieses Bild sah man während des Lockdown weniger: Die Luftverschmutzung hat laut der Stadt um 28 Prozent abgenommen.
Dieses Bild sah man während des Lockdown weniger: Die Luftverschmutzung hat laut der Stadt um 28 Prozent abgenommen.
Foto: Keystone

Durchatmen. Die Zürcher Lungen konnten sich während des Lockdown auf saubere Luft freuen, wie aus einer Auswertung des Gesundheits- und Umweltdepartements hervorgeht. Haupttreiber: weniger Verkehr.

Um ein Drittel habe dieser unter der Woche abgenommen, am Wochenende gar um die Hälfte, schreibt das Departement in einer Mitteilung. «Aus den erhobenen Verkehrsdaten lässt sich ein Rückgang von 28 Prozent der verkehrsbedingten Stickstoffoxide, Feinstaubpartikel und CO₂-Emissionen errechnen.»

Und was wäre, wenn das ganze Jahr über weniger Verkehr wäre? Allein bei der Messstation Rosengartenstrasse würden die CO₂-Emmissionen gemäss Stadt um 350 Tonnen zurückgehen. Zum Vergleich: Der durchschnittliche CO₂-Ausstoss einer Person in Zürich pro Jahr beträgt viereinhalb Tonnen.

Der tiefere CO₂-Ausstoss sei aber ein kurzfristiger Effekt, der nach dem Lockdown wieder verschwinde, wird Stadtrat Andreas Hauri, Vorsteher des Gesundheits- und Umweltdepartements, zitiert. «Er zeigt aber deutlich, dass im Bereich Mobilität noch ein grosses Potenzial für die Reduktion von Treibhausgasen besteht.»

Nicht so leise wie erwartet

Überrascht hat das Gesundheits- und Umweltdepartement hingegen die Lärmreduktion. Tagsüber unter der Woche habe der Lärm um ein Dezibel abgenommen, in der Nacht sei kein Unterschied spürbar. An den Wochenenden reduzierte sich der Lärmpegel um zwei Grad tagsüber respektive drei Grad in der Nacht. Dieser Rückgang sei gut wahrnehmbar, so die Stadt. «Das geringe Verkehrsaufkommen hätte jedoch eine noch signifikantere Lärmreduktion erwarten lassen.» Die Gründe findet das Departement in der veränderten Verkehrszusammensetzung . «Während des Lockdown war ein höherer Anteil lauter Fahrzeuge wie Motorräder, Lieferwagen und Lastwagen unterwegs.»

Der Verkehrslärm hat zwar leicht abgenommen, zugenommen hingegen haben die Lärmklagen. «Im Vergleich zu den Vorjahren stellte die Stadtpolizei für die Monate März und April eine steigende Tendenz fest.» Grund: Klagende Nachbarn, etwa wegen lauter Musik. Und auch der Druck auf Pärke habe zugenommen, so die Stadt. Jedoch gibt sie Entwarnung: Signifikante Auswirkungen auf die Tierwelt in und um Zürich konnten gemäss Grün Stadt Zürich bisher nicht festgestellt werden.

shu