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Kolumne Miklós GimesBis in alle Nacht

Wir sitzen weit auseinander und gehen früh nach Hause. Immerhin sind uns die guten Filme geblieben.

Im Herbst kann man sich vor dem Eindunkeln auf den Lindenhof stellen und auf die Altstadt hinunterschauen. Der Bildausschnitt ist gerahmt wie ein alter Fernseher, im Vordergrund die Trams auf dem Limmatquai, dahinter das Niederdorf, die Dachterrassen, das Grossmünster, die Hochschulen, der Zürichberg.

Hinter kunstvoll verzierten Fensterscheiben gehen Lichter an, in einem Flügel der ETH wird noch gearbeitet, das Schild der Splendid-Bar leuchtet gelb und rot. Die Luft ist mild, aber man spürt, vielleicht liegt es am Licht und an den Gerüchen, dass es bald Winter wird. Es ist unglaublich still. Zürich ist wie eine russische Puppe, der Massstab geht von gross zu klein. Die innerste Puppe, das Herz der Stadt, ist der Blick vom Lindenhof.

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