Wie wird der Sommer?

Jörg Kachelmann verrät, was wir vom Sommer und guten Langzeitprognosen erwarten dürfen.

3, 2, 1, Sommer! Die kommenden Monatsprognosen sind vage optimistisch. Foto: iStock

3, 2, 1, Sommer! Die kommenden Monatsprognosen sind vage optimistisch. Foto: iStock

Ich habs Ihnen im letzten Blog am Schluss versprochen: Das ECMWF kanns am besten, wenn es um Langfrist-Vorhersagen geht – und dass ich Ihnen erzählen werde, was die sagen.

Wie Sie schon gemerkt haben werden, wird der Juni zum Glück kein Dürremonat wie im letzten Jahr – das waren die Regensummen am Pfingstsonntag (zum Ablesen jeweils in die Kantone und Bezirke, 8 Uhr bis Folgetag 8 Uhr), Pfingstmontag und Dienstag.

Was den Juli betrifft, sieht das Europäische Zentrum für Mittelfristige Wettervorhersagen einen Monat mit Regenmengen nahe dem Durchschnitt (grün über dem langjährigen Mittelwert, gräulich darunter):

Bei der Temperaturabweichung vom langjährigen Durchschnitt sieht es auch nach Durchschnitt aus – plus Klimawandel-Aufschlag. Zu kalte Monate wie zuletzt im Mai sind heutzutage eine grosse Seltenheit geworden.

Anders dann der August, der nach ECMWF vor allem im Mittelland und im Tessin kein extremer, aber doch furztrockener Monat werden sollte, wenn die Europäer recht behalten:

Ein besonders heisser Monat wäre nicht zu erwarten, auch hier rechnen die Europäer mit Durchschnittlichkeit:

Bei der Interpretation solcher Karten, die Abweichungen von einem Monatsdurchschnitt beschreiben, muss man immer sehr aufpassen. Eine solche Durchschnittlichkeit über den Monat kann zwar einerseits bedeuten, dass es immer gleich langweilig ist und nie uhuere kalt oder heiss wird. Es kann aber genauso bedeuten, dass es eine Monatshälfte extrem kalt und verschifft ist, während die andere Hälfte extrem heiss und trocken sein könnte – und alle Kombinationen wie zum Beispiel 20 Tage etwas zu warm und 10 Grad sehr kalt und so weiter.

Wenn Sie mehr zum wissenschaftlichen Hintergrund solcher Langfrist-Vorhersagen wissen wollen (diese stehen jeweils sieben Monate im Voraus zur Verfügung, also bis Dezember, der zu mild ausfallen soll), können Sie sich hier informieren, wie gut die Trefferquote ist. Bis Sie allerdings Ihre Grillparty am 1. August schon heute planen können, wird es vielleicht noch viele Jahrzehnte dauern, vielleicht wird das aber auch nie gehen: Denn man wird kaum je simulieren können, ob das örtliche Nachmittagsgewitter den Dönerladen Chräis Chäib oder die schmiedeeisernen Grill-Denkmäler der Mehbesseren in Fluntern zerlegt. Und sollten Ihnen die Vorhersagekarten nicht gefallen: Am 5. Juli kommen neue.

Weitere Beiträge: Hier geht es zum «Wettermacher»-Archiv

Erstellt: 12.06.2019, 16:35 Uhr

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