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Sommerhitze in ZürichBreite Allianz für eine kühlere Stadt

Alle Parteien unterstützen Massnahmen, um die zunehmenden Hitzetage erträglicher zu machen. Nur die SVP nicht. Sie befürchtet ökologische Bevormundung.

Brunnen auf der Josefswiese im Kreis 5: Bäume und Wasser kühlen die Stadt.
Brunnen auf der Josefswiese im Kreis 5: Bäume und Wasser kühlen die Stadt.
Foto: Reto Oeschger

Diese Mühe hat sich gelohnt. Vier Jahre lang haben sieben Dienstabteilungen an der «Fachplanung Hitzeminderung» gearbeitet. Letzten Mai stellte der Stadtrat diesen vor. Am Mittwochabend hat der Gemeinderat das Resultat sehr deutlich unterstützt. Einzig die SVP war dagegen.

Es handle sich um ein dringendes Anliegen, sagten Rednerinnen von AL bis FDP. Extreme Hitze schade der Gesundheit der Zürcher Bevölkerung.

Dabei hat die Stadt einen doppelten Nachteil: Am Tag heizt sie stärker auf, nachts kühlt sie schwächer ab. Das Problem verschärft sich durch die Klimaerwärmung. Laut Prognosen soll sich die Anzahl der Hitzetage bis in 20 Jahren verdoppeln. Die «Fachplanung Hitzeminderung» schlägt zahlreiche Gegenmassnahmen vor: Neue Häuser sollen so gebaut werden, dass sie die Kaltluftströme von den umliegenden Hügeln nicht stören. Es soll mehr Grünflächen geben, mehr Bäume, mehr Kiesböden, mehr helle Häuser, mehr offene Bäche und mehr Brunnen.

Fortschritte werden überwacht

Die meisten Rednerinnen lobten die Einfachheit dieser Ansätze. Die SVP hingegen sieht in der Planung einen teuren Vorwand, um die Autos aus der Stadt zu vertreiben. Schuld an der Hitze sei «die massive Zuwanderung», die zu einer starken Verdichtung führe. Wie sich das Klima entwickle, könne niemand wissen, sagten mehrere SVP-Redner.

Die FDP forderte, dass die Hitzeminderung nicht zu weiteren Vorschriften für private Bauherren führe. SP, Grüne, GLP und AL wünschten sich mehr Konkretes. Auf die Umsetzung komme es an. Sie verpflichteten den Stadtrat daher dazu, alle vier Jahre einen Bericht über die Fortschritte zu verfassen. Dazu forderten sie bei zwei ebenfalls debattierten Bauprojekten – Pflegezentrum Bachwiesen und Radiostudio – eine «ökologische Umgebungsplanung».

Der zuständige Stadtrat Andreas Hauri (GLP) sagte, dass die Stadt bereits verschiedenste Mittel wie kühlere Strassenbeläge teste. Man versuche auch, private Eigentümer zur Mithilfe zu bewegen. Hauri: «Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv.»

51 Kommentare
    müllermallersdorf

    wenn man aufhören würde sterile Plätze zu schaffen wie die grossflächige Bratpfanne vor dem Opernhaus oder Asphaltwüste namens Europa-Allee und wenn man aufhören würde nur noch Glas-Beton und Stahlklötze zu bauen, die insgesant alle klimatisiert sein müssen, wenn man nicht meinen würde, dass Velofahrer extrabreite Spuren brauchen für die schon mal ganze Baumzeilen oder Büsche zum Opfer fallen und man auch kein Prestigetram namens Limmattalbahn nach Schlieren "brauchen" würde, wo gnadenlos abgeholzt wurde, was der Schienenführung im Weg stand, hätten wir all die Probleme nicht.

    Rot/Grün stand für mich in erster Linie für Lebensqualität und Umweltschutz, doch was in den letzten 20 Jahren dem Verdichtungswahn zum Opfer fiel, ist nicht mehr reparierbar. die, die meinen, dass Zürich wachsen muss - sollen jetzt auch schwitzen. Sie wollten es nicht anders.