B-Side

Von Geographie, Untiefen und verordnetem Hin und Her.

Bild: Reto Oeschger

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Was keiner mitbekommt
Unter der Wasseroberfläche wird es handgreiflich
Wer ein Wasserballvideo anschaut, ahnt nicht, was unter der Oberfläche alles vor sich geht – zum Glück, möchte man sagen: Denn unter Wasser werden den Gegnern die Badehosen ausgezogen und auch mal ihre Knochen gebrochen. Was die Körperlichkeit anbelangt, ist Wasserball laut Insidern mit Rugby vergleichbar. Nur mit dem Unterschied, dass auch der Schiedsrichter oft nicht mitbekommt, was sich die Spieler unter Wasser so alles antun. Bei Spielen der oberen Liegen steht darum auf beiden Seiten des Beckens ein Schiedsrichter. Bei Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen werden zudem Unterwasserkameras eingesetzt.

The Place to Be
Die besten Teams sind rund ums Mittelmeer zu Hause
Während Wasserball in der Schweiz das Dasein eines Stiefkindes fristet, hat der Sport in Ex-Jugoslawien, in Italien, Spanien und in Osteuropa eine grosse Anhängerschaft. Mit Serbien, Kroatien und Montenegro stammen gleich drei der weltweit erfolgreichsten Nationalteams aus Ex-Jugoslawien. Wasserballer aus den Ländern rund ums Mittelmeer erklären die Beliebtheit des Sports mit dem Erfolg ihrer Mannschaften. «Wenn die eigene Mannschaft viel gewinnt, schauen die Leute sich die Spiele auch lieber im Fernsehen an», sagt Dusko Paripovic. «Für Jugendliche sind unsere Nationalspieler Vorbilder, die sie zum Wasserball animieren.» Paripovic kommt aus Serbien und trainierte zuerst in Lausanne und jetzt beim Hobbyverein Studenten Wasserball Zürich.

Was man zu wissen braucht
Am Anfang stand eine ­Jux-Veranstaltung in England
Die Ursprünge des Wasserballsports liegen in England. Das erste Spiel wurde im Jahr 1876 im Küstenort Bournemouth ausgetragen. Und zwar als Lückenfüller einer Schwimmveranstaltung, wobei Boote als Tore dienten. Die Mannschaften bestanden schon damals aus einem Torwart und sechs Feldspielern. Gespielt wurde mit einem leichten Gummiball. Wasserball wird auch als Polo ­bezeichnet, weil der Gummiball auf ­Indisch «pulu» heisst. Das welterste Spiel endete schnell, weil der Gummiball ­platzte. Seit 1900 gehört Wasserball zum Olympiaprogramm.

Content für Hin und Her
Die Regeln sorgen für Dynamik im Becken
Beim Wasserball bewegen sich die Spieler ständig von einem Tor zum anderen. Denn wenn die Mannschaft im Ballbesitz nicht innert 30 Sekunden ein Tor schiesst, muss sie den Ball an die Gegner abgeben. Die Dynamik des Spiels wird durch diese Regel enorm befördert. Gespielt werden jeweils 4 -mal 8 Minuten, dabei gibt es fliegende Wechsel wie beim Eishockey. Bei schweren Fouls (zum Beispiel Festhalten oder Wegstossen eines Gegners, der nicht im Ballbesitz ist, Untertauchen eines Gegners ohne Ballbesitz, absichtliches Ins-Gesicht-Spritzen) muss der Foulende für 20 Sekunden das Becken verlassen, darf danach aber weiterspielen. Erlaubt ist das Anfassen, wenn der Angefasste im Ball­besitz ist. Der Ball darf (ausser vom Torwart) nur mit einer Hand gefangen und gehalten werden. Man darf ihn nicht untertauchen und sich nicht darauf ausruhen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.08.2016, 11:39 Uhr

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