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Folge der PandemieBucherer will in der Schweiz bis zu 220 Stellen abbauen

Der Luzerner Uhrenhändler baut wegen der Corona-Krise 370 von 2400 Stellen weltweit ab. Die globale Rezession treffe die Luxusgüterindustrie enorm hart.

Das geschlossene Geschäft von Bucherer in Basel am Samstag, 2. Mai 2020.
Das geschlossene Geschäft von Bucherer in Basel am Samstag, 2. Mai 2020.
Foto: Keystone

Der Uhren- und Schmuckverkäufer Bucherer spürt die Folgen der Coronakrise und baut Stellen ab. Insgesamt sollen 370 der weltweit 2'400 Arbeitsplätze der Gruppe verloren gehen, rund 220 davon in der Schweiz.

Bucherer sei stark von der Krise im Tourismus betroffen, begründete die Gruppe den Stellenabbau in einer Mitteilung vom Mittwoch. Das Ausbleiben asiatischer Touristen seit Januar belaste vor allem das Geschäft in der Schweiz, die Umsätze seien entsprechend eingebrochen.

Allein in Luzern verzeichnete der Bucherer-Laden Umsatzrückgänge von über 90 Prozent. Das Geschäft habe sich auch seit der Wiedereröffnung der Boutiquen im Mai kaum erholt, heisst es.

Sozialplan in Arbeit

Bis zu 170 Stellen will Bucherer alleine am Hauptsitz und im Laden in Luzern abbauen. Weitere 50 Arbeitsplätze gehen in den restlichen Boutiquen in der Schweiz verloren. Insgesamt beschäftigt Bucherer in der Schweiz rund 1'100 Mitarbeitende.

Mit den Vertretern der Arbeitnehmer werde nun eine Sozialplan ausgearbeitet, schreibt Bucherer. Das Konsultationsverfahren dazu sei eingeleitet worden. Das Ziel sei es, möglichst wenige Kündigungen aussprechen zu müssen.

Einschneidend ist auch der Abbau in den USA. Dort seien bereits um die 100 Stellen gestrichen worden.

Düstere Aussichten

Gemäss Bucherer bleiben die Aussichten im internationalen Tourismus düster. Und es drohe eine Rezession, die die Luxusgüterbranche besonders hart treffen werde. Vor 2023 verspricht sich Bucherer daher keine wesentliche Verbesserung der Geschäftslage.

Das im Jahr 1888 in Luzern gegründete Familienunternehmen Bucherer betreibt 36 Läden in Europa, davon 17 in der Schweiz und 10 Niederlassungen in Deutschland. In den USA führt die Gruppe unter der Marke Tourneau 32 Geschäfte.

SDA/step

19 Kommentare
    David Fischer

    Ich habe Bucherer Ende März während dem Lockdown eine Mail via Kontaktform auf Ihrer Webseite geschrieben. Es gib um den Erwerb einer Uhr. Vor zwei Wochen bekam ich eine Antwort: „ Aufgrund der Ausnahmesituation während den letzten Monaten kam es leider zu dieser Verzögerung.“ Nun, wenn die effektiv so lange nicht arbeiten, ist es logisch, dass die Firma mit ihren teuren Standorten Probleme kriegt. Bucherer hat den Weg in die Neuzeit absolut verpasst und setzt immer noch auf elitäre Eitelkeit, doch viele Kunden wünschen das gar nicht mehr. Im Zeitalter von Onlineplattformen und internationaler Konkurrenz ist der Preis entscheidend geworden. Die lächerlichen 3 bis 5% Rabatt (je nach Modell), die ein „normaler“ Kunde erhält, welcher nicht mal Beratung wünscht, sind ein Witz.