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Impf-Deal unter DachSchweiz sichert sich 4,5 Millionen Corona-Impfdosen

Der Bund hat mit der Firma Moderna einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet.

Eine Impfung könnte helfen, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen.
Eine Impfung könnte helfen, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen.
Foto: Getty Images/iStockphoto

Wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt, hat der Bund mit der Firma Moderna, die mit ihrem Impfstoff-Projekt schon fortgeschritten sei, einen Vertrag abgeschlossen. Falls der Impfstoff die klinische Testphase erfolgreich durchlaufe und für den Schweizer Markt zugelassen werde, werde die Schweiz 4,5 Millionen Impfdosen erhalten, heisst es im Communiqué. «Da voraussichtlich zwei Impfdosen nötig sein werden, können damit 2,25 Millionen Personen geimpft werden», führt das BAG weiter aus.

Die Schweiz will insgesamt 60 Prozent der Bevölkerung gegen Corona impfen. Und das so früh wie möglich. Um sich die ersten Auslieferungen zu sichern, will das BAG 100 Millionen Franken ausgeben.

Produktion bei Lonza in Visp

Der Impfstoff von Moderna ist genbasiert und beruht auf einer neuartigen Technologie, die Registrierung für die Testphase mit 30’000 Probanden hat letzte Woche begonnen. Noch ist unklar, ob er sicher und effizient ist. Den Hauptwirkstoff der Impfung produziert der Schweizer Konzern Lonza in Auftrag von Moderna in seinen Werken in den USA und in Visp. Lonza selbst kann nicht über die Zuteilung entscheiden, hat aber zwischen Moderna und dem BAG vermittelt, denn der Wettlauf zwischen den Staaten um die Vorrechte ist intensiv.

Insgesamt will die Schweiz für drei bis fünf verschiedene Impfstoffe (die Impfstoffprojekte im Check) Vorbestellungen aufgeben. Die UNO dringt auf eine gerechte Verteilung auch an arme Staaten.

Wer wird geimpft?

Aber auch ein Impfstoff wird die Pandemie nicht umgehend beenden. «Wir werden wahrscheinlich nur einen Schutz von 30 bis 50 Prozent haben», warnt Pharmaanalyst Michael Nawrath von der Zürcher Kantonalbank. «Gegen Viren kann man in der Regel gut wirkende Impfstoffe entwickeln», sagt hingegen Onur Boyman, Immunologie-Professor am Universitätsspital Zürich, im Interview.

Wer in der Schweiz zuerst geimpft werden soll und wie die Immunisierung durchgeführt wird, darüber gibt es laut Patrick Mathys vom BAG Pläne. Diese würden aber erst zu gegebener Zeit öffentlich gemacht werden.

US-Deals für 6 Milliarden Dollar

Für den eigentlichen Impfstoffkauf hat der Bund schon jetzt 200 Millionen Franken reserviert. Die Vorbestellungen sind eine Wette: Denn es gibt rund 160 Forschungsprojekte für ein Vakzin weltweit, und noch ist unklar, welche erfolgreich sein werden. Die Schweiz will deshalb auf verschiedene Technologien setzen, um das Risiko zu minimieren.

Die USA haben bislang schon für über 6 Milliarden Dollar mit verschiedenen Herstellern Vorverträge abgeschlossen, unter anderem mit Moderna, Johnson & Johnson, Pfizer, Astra-Zeneca sowie dem gemeinsamen Projekt von Sanofi und GlaxoSmithKline.

Zum Preis von gut 30 Dollar

Moderna gab am Mittwoch bekannt, dass ihre Impfung, die bislang den Namen mRNA-1273 trägt, sollte sie erfolgreich getestet worden sein, zum Preis zwischen 32 und 37 Dollar auf den Markt kommen soll. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bislang Vorreservationen von Staaten von insgesamt 400 Millionen Dollar erhalten.

ish/cpm/fal

192 Kommentare
    hiltirh

    Ich bin nicht grundsätzlich Impfgegnerin, doch spiele ich kein Versuchskaninchen. (noch zu wenig lang getestet). Im Aargau beginnen die Schulen bereits am Mo, ZH eine Woche später. Jetzt ist es viel dringender die Ferienrückkehrer der Hotspotländer genau zu kontrollieren, welche die Quarantänevorschriften umgehen wollen, dies ist nur wieder Ablenkungsmanöver. Wir wollen keine eingeschleppten Fälle, weder an Schulen, noch in Firmen. In Schulen werden andere Eltern, Kinder, Lehrer angesteckt und werden auch haftbar gemacht bei Nichteinhaltung der Quarantäne. Niemand will angesteckt werden und die Schulden haben Meldepflicht, ohne wenn und aber!