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Zürich ändert Bau- und Zonenordnung Business-Apartments zählen nicht mehr als Wohnungen

In Wohnquartieren soll es weniger Gebäude mit anonymen Zweitwohnungen mehr geben. Für die Hotellerie gelten andere Regeln.

Mit dem neuen Passus in der Bau- und Zonenordnung soll verhindert werden, dass die Wohnungen ganzer Liegenschaften wie im Kreis 4 als Business-Apartments genutzt werden.
Mit dem neuen Passus in der Bau- und Zonenordnung soll verhindert werden, dass die Wohnungen ganzer Liegenschaften wie im Kreis 4 als Business-Apartments genutzt werden.
Foto: Sabina Bobst

Mehr als 300 Airbnb-Unterkünfte sind derzeit in der Stadt Zürich sofort buchbar, Dutzende von Business-Apartments stehen schon heute zur Verfügung. Damit das Geschäft mit den regelmässig befristet vermieteten Zweitwohnungen nicht noch weiter zunimmt, greift die Stadt nun ein. Solche Nutzungen sollen künftig nicht mehr dem Wohnanteil angerechnet werden, wie er in der Bau- und Zonenordnung (BZO) festgelegt ist. Der Stadtrat hat die BZO entsprechend revidiert und dem Gemeinderat überwiesen, wie er am Montag mitteilt.

Der Stadtrat zielt in erster Linie auf jene Fälle, in denen sämtliche Wohnungen einer Liegenschaft in einem Wohnquartier als Bleiben für Kurzaufenthalte vermietet werden. Der definierte Wohnanteil muss in diesen Fällen zwingend mit Erstwohnungen eingehalten werden. Damit sollen der in diesen Quartieren knappe Wohnraum und die Erstwohnungen geschützt werden. Die Stadt kann damit in den Bewilligungen jene Nutzungen, die nicht angerechnet werden können, besser kontrollieren. Wer seine eigene Wohnung ab und zu als Airbnb weitervermietet, ist von der neuen Regelung nicht betroffen.

Weniger als 1000 Wohnungen

Weiterhin zulässig sind auch Nutzungen ausserhalb des Wohnanteils, in Gebieten, wo der Pflichtwohnanteil niedrig ist oder 0 Prozent beträgt. Gleichzeitig schafft der Stadtrat in der BZO-Teilrevision die Grundlage, damit die Nichtanrechenbarkeit zukünftig im Bewilligungsprozess besser kontrolliert werden kann.

Treiber des Änderungsanliegens war AL-Altgemeinderat Niklaus Scherr. Er hatte 2009 einen entsprechenden Vorstoss eingereicht. Anfang Jahr erteilte das Parlament der Stadtregierung den Auftrag, die BZO entsprechend zu ändern.

«Es ist eine rein präventive Massnahme.»

Urs Spinner, Sekretär des Hochbaudepartements

Für die Stadt sind die Auswüchse aber noch nicht dramatisch. Der Anteil der 220’000 Wohnungen in der Stadt Zürich, die befristet vermietet werden, liegt unter 1 Prozent. Urs Spinner, Sekretär des Hochbaudepartements, rechnet mit unter 1000 Wohnungen. «Es ist also eine präventive Massnahme.»

Hotellerie nicht tangiert

Die Hotellerie ist von den Einschränkungen ausgenommen, anders, als es die Motion ursprünglich verlangt hatte. Der Stadtrat erachtet eine nutzungsplanerische Regulierung oder räumliche Einschränkung von Hotelnutzungen als nicht sinnvoll. «Eine gewisse Heterogenität innerhalb der Wohnzonen» begrüsst der Stadtrat aus siedlungspolitischer, aber auch kultureller, touristischer und wirtschaftlicher Sicht. Zudem wären Ausnahmen schwierig zu definieren und begründen.

5 Kommentare
    Ulla Armbruster

    Unglaublich. Nach 11 jahren (!) erhält der vorstoss von niklaus scherr endlich eine zielführende antwort. Inzwischen konnte die "seefeldisierung" ganzer quartiere durchgezogen werden, vornehmlich in den kreisen 7,8,1,3,4 und 5. . Auch 1 prozent appartments auf zeit ist viel zu viel wohnraum der verloren geht.

    Gut habe ich grün gewählt.