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Innovation für RückenpatientenChirurgen in der Schweiz operieren erstmals mit holografischer Brille

In Zürich arbeiten Ärzte und Forscher an einer neuartigen OP-Methode mit holografischer Navigation. Sie erlaubt präzisere und sicherere Eingriffe.

Wirbelsäulenspezialist Mazda Farshad und sein Operationsteam verwenden zum ersten Mal eine holografische Brille während einer Operation.
Wirbelsäulenspezialist Mazda Farshad und sein Operationsteam verwenden zum ersten Mal eine holografische Brille während einer Operation.
Foto: Sabina Bobst

Um exakt 10.02 Uhr setzt Mazda Farshad zum Schnitt an. Vor ihm liegt sein Patient in Vollnarkose auf dem Bauch, den Rücken desinfiziert. Der Puls ist als leises Piepsen hörbar. Der 57-Jährige hat abgenutzte Lendenwirbel und einen stark verengten Wirbelkanal, der die Nervenleitung beeinträchtigt. Seine Schmerzen und Sensibilitätsstörungen in den Beinen machen die Operation mit einer Versteifung von zwei Wirbeln zur bevorzugten Option.

Es ist ein grosser Tag für Farshad und sein Team an der Universitätsklinik Balgrist in Zürich. Nach mehreren Jahren Entwicklungszeit und gut hundert Testeingriffen an Leichen ist es das erste Mal, dass der Wirbelsäulenspezialist einen Patienten mit Unterstützung einer holografischen Brille operiert. Es ist auch der Start einer Studie mit 50 Patienten, die den Nutzen des Verfahrens überprüfen soll. Die Erwartung: Orthopädische Eingriffe könnten dank der holografischen Navigation effizienter, präziser und sicherer werden. Ungewöhnlich ist nicht nur das Verfahren, sondern auch, dass bei einer chirurgischen Innovation der Nutzen in einer so frühen Phase durch eine kontrollierte Studie geprüft wird. Obwohl dies oft gefordert wird, ist es immer noch eine Seltenheit.

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