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Billige Medikamente müssen teurer werden

Wegen einschneidender Engpässe bei Arzneimitteln braucht es ein neues Preissystem.

Bei der Medikamentenversorgung in der Schweiz ist der Ernstfall eingetreten. Auch ohne Epidemie. Für gängige Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes sind Arzneien akut nicht lieferbar. Dies ist nicht etwa vorübergehend der Fall, sondern hat sich in den letzten Monaten zugespitzt und ist generell zum Dauerzustand geworden. Der Mangel hat strukturelle Gründe.

Hohe Einnahmen bringen Pharmaunternehmen vor allem neue Therapien, bei denen sie wegen des Patentschutzes einen Wettbewerbsvorteil haben. Der Basler Konzern Novartis etwa verzeichnet mit seiner Sparte für innovative Medikamente eine operative Gewinnmarge von 22,6 Prozent, bei seiner Generika-Division Sandoz beträgt diese dagegen nur 13,5 Prozent.

Bei der Preisfestsetzung honorieren die Behörden bahnbrechende Therapien für bislang unheilbar Kranke. Dabei sind klassische Arzneien für weit verbreitete Krankheiten genauso wichtig und oft ebenso lebensrettend. Dennoch kommt es genau hier zu Engpässen.

Dass der Patentschutz für Generika abgelaufen ist und diese von vielen Firmen hergestellt werden können, verschärft paradoxerweise das Problem der Lieferprobleme. Denn gerade weil hier der Markt spielt, ist der Preisdruck hoch. Die Rohstoffe für die Herstellung sollen so billig wie möglich sein und kommen aus China. Dort aber gibt es Lieferprobleme, weil Chemiefabriken geschlossen werden. Wegen Qualitätsproblemen und aus Umweltschutzgründen. Ursache der Schweizer Medikamentenknappheit ist also auch der Klimaschutz.

Was wäre das Rezept gegen die Engpässe? Generika müssen teurer werden. Und teure Medikamente günstiger. Damit die Kassenkosten nicht explodieren.

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