«Frauen müssen stärker vertreten sein»

Ex-Juso-Chef Fabian Molina will eine linke SP-Spitze.

«Natürlich müssen wir uns neu aufstellen»: Fabian Molina. Foto: Keystone

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Herr Molina, wollen auch Sie SP-Präsident werden?
Ich finde es wichtig, dass der linke Flügel Verantwortung übernimmt und wir Frauen sichtbarer machen. Solche unterstützenswerten Kandidaturen sind im Gespräch. Jetzt muss man warten, was sich daraus ergibt. Wenn diese Personen absagen, würde ich mir das ernsthaft überlegen.

Braucht es nicht zwangsläufig eine Frau an der Parteispitze?
Von den künftigen 39 SP-Nationalratsmitgliedern sind 23 Frauen. Das ist ein klarer Auftrag für eine Frauenvertretung. Das müssen wir erst nehmen. Wichtig sind aber vor allem die Inhalte: Wie erreichen wir möglichst schnell die echte Gleichstellung der Geschlechter, für die die SP seit Jahrzehnten kämpft? Für uns heisst das: Die Parteigremien müssen divers aufgestellt und die Frauen stärker vertreten sein. Wir brauchen dann nicht unbedingt eine Parteipräsidentin, wenn dafür eine Frau Fraktionschefin würde.

Soll der oder die Präsidentin aus dem linken Flügel kommen?
Ich bin für ein Präsidium, das einen kann, das eine linke Vision für unsere Gesellschaft hat, und das klare Kante zeigen kann.

Muss die SP linker werden?
Wir stehen bei 16,8 Prozent. Natürlich müssen wir uns neu aufstellen. Ich finde die Debatte über Links oder Mitte aber intellektuell ziemlich anspruchslos. Es geht vielmehr um die Frage, welche Schwerpunkte wir setzen, welche Vision wir für dieses Land haben und welchen Politikstil wir pflegen. Wir sollten auf das setzen, was wir am besten können: der Wirtschaft mehr soziale Rechte für alle abtrotzen und damit unsere Gesellschaft transformieren. Dahinter können bei uns alle stehen.

Warum hat die SP bei den Wahlen verloren?
Die Klimakrise war das Thema des Wahlkampfs. Angesichts der Dringlichkeit des Problems ist das sehr erfreulich. Klimapolitik ist aber primär Wirtschaftspolitik. Nur wenn wir es schaffen, unsere Ökonomie ökologisch und sozial zu transformieren, haben wir eine Chance, das Schlimmste zu verhindern. Im Wahlkampf haben wir es nicht geschafft, diese simple Tatsache zu kommunizieren. Und so haben jene Kräfte gewonnen, die einfach «Grün» im Namen haben.

Die SP hat ein Problem bei Männern, woher kommt das?
Aus Studien wissen wir, dass Männern in unserer Gesellschaft Gerechtigkeitsanliegen weniger wichtig sind als Frauen. Das liegt an der Sozialisierung. Und hier kommt die Gleichstellung ins Spiel: Als Partei des Feminismus haben uns überproportional Frauen gewählt. Jetzt müssen wir es schaffen, diese Debatte umzudrehen und noch besser vermitteln: Gleichstellung nützt allen Geschlechtern. Weil sie uns von alten Zwängen und Rollenbildern befreit.



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Erstellt: 16.11.2019, 23:19 Uhr

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