Millionenprogramm für die Schule der Zukunft

Die Digitalisierung kommt nur langsam im Klassenzimmer an. Nun will die CVP mit Bundeshilfe neue Unterrichtsmodelle entwickeln und Lehrer ausbilden lassen.

Finanzielle Unterstützung vom Bund gefordert: Die CVP will ein Impulsprogramm für die Digitalisierung der Schule. Foto: Britta Pedersen (Keystone)

Finanzielle Unterstützung vom Bund gefordert: Die CVP will ein Impulsprogramm für die Digitalisierung der Schule. Foto: Britta Pedersen (Keystone)

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Der Lehrplan 21 hat eine Digitalisierungswelle der Volksschulen ausgelöst. Allerdings zeigt sich in den Kantonen eine sehr unterschiedliche Dynamik. Im Februar stimmen die St. Galler über eine einzigartige IT-Bildungsoffensive ab – ein Investitionsprogramm von 75 Millionen Franken, die insbesondere für die Weiterbildung der Lehrkräfte vorgesehen sind. In anderen Kantonen verläuft die Entwicklung dagegen schleppend.

Nun ruft die CVP nach Bundeshilfe. Sie will ein nationales Impulsprogramm für die Digitalisierung der Schule. «Der Bund soll Kantone und Gemeinden bei der Umsetzung von Projekten finanziell unterstützen», sagt Nationalrat Thomas Egger (VS).

Im Vordergrund stehen die Ausbildung der Lehrer und Schüler sowie die Entwicklung neuer Unterrichtsmodelle. Wie viel Geld der Bund sprechen soll, sei noch festzulegen. Der Betrag dürfte für fünf Jahre zwischen 50 und 100 Millionen Franken liegen.

Knappe Bildungsbudgets

Im Bundeshaus erhält die CVP viel Zuspruch. «Es ist absolut nötig, dass der Bund sich bei der Digitalisierung der Volksschulen stärker engagiert. Tut er es nicht, droht die Schweiz ins Hintertreffen zu geraten», sagt der ehemalige Basler Erziehungsdirektor und LDP-Nationalrat Christoph Eymann.

Auch Edith Graf-Litscher (SP, TG), Co-Präsidentin der parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit, unterstützt die Schaffung eines Impulsprogramms: «Die Bildungsbudgets der Kantone sind zu knapp, um bei der Digitalisierung wirklich vorwärtszukommen. Der Bund muss hier einspringen.»

Skepsis kommt ausgerechnet von den Kantonen. Sie fürchten um ihre Hoheit. «Wenn der Bund Mittel zur Verfügung stellt, setzt dies die Kantone und Gemeinden unter Druck, dieses Geld abzuholen. Ein Impulsprogramm fördert keine kontinuierliche Entwicklung», sagt Silvia Steiner, Zürcher Erziehungsdirektorin und Präsidentin der Erziehungsdirektorenkonferenz. Ohnehin sei bei der Digitalisierung der Schule sehr viel Dynamik entstanden.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 21.01.2019, 06:33 Uhr

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