Neustart im Inselparadies

Auf Koh Samui im Golf von Thailand kann man weit mehr als wellnessen: Ferien hier sind ein Gesamterneuerungsprogramm.

Koh Samui wartet mit Stränden wie aus dem Bilderbuch auf. Foto: PD

Koh Samui wartet mit Stränden wie aus dem Bilderbuch auf. Foto: PD

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Im knöcheltiefen Wasser schaukelt eine rote Hibiskusblüte. Kris, einer der gelb gekleideten Hotelangestellten, läuft über den weissen Sand, ordnet Liegestühle und serviert die ersten frischen Kokosnüsse. Kris arbeitet seit sieben Jahren im Wellness-Resort Kamalaya. Er spürt, was die Gäste brauchen, wer reden will und wer nicht.

Morgens um zehn Uhr herrscht Ebbe. An Schwimmen ist nicht mehr zu denken. Viel schöner ist es jetzt, durch das warme Wasser zu waten und Spaziergänge Hunderte Meter weit in den Golf von Thailand zu unternehmen. Die Insel, die südlich von Koh Samui liegt, scheint zum Greifen nahe. Hier, direkt an der Küste, am Leam Set Beach, fügt sich das Resort ins hügelige Land ein und arrondiert den Golf.

Wer hier für eine Woche oder mehr absteigt, bewältigt täglich etliche Höhenmeter. Wem das bei tropischen Temperaturen zu anstrengend ist, lässt sich von einem der Hotelangestellten mit dem Elektro-Caddy fahren. Vom Strand führen Wege vorbei an Outdoorpool, Restaurant und grosszügigen Gästehäuschen zur höher gelegenen Wellness-Réception.

Weiter geht es über steile Treppen vorbei an Bäumen und blühenden Sträuchern zu den Massageräumen und schliesslich bis hinauf auf den Berg zu Yogapavillon und Meditationshalle.

Es handelt sich um einen besonderen Ort, an dem der Kanadier John Stewart und seine Frau Karina das Resort 2005 eröffnet haben. Herzstück des steilen Geländes ist eine kleine Höhle, in der einst ein buddhistischer Mönch meditierte. Für die Stewarts war sie der Grund, ihre Idee von einem ganzheitlichen Spa-Resort genau hier zu verwirklichen.

Auf 75 Zimmer kommen 300 Angestellte

John Stewart lebte 16 Jahre selbst als Mönch im Himalaja. Karina ist Doktor der chinesischen Medizin. Ihr Wissen und seine Erfahrungen lassen sie in ihr Resort einfliessen. Ihre Idee überzeugte: Sie waren die ersten Ausländer, denen man auf Koh Samui Land verkaufte. Im Kamalaya mischt sich westliche mit östlicher Medizin. Dass der Mensch hier während seines Aufenthalts als Ganzes im Zentrum steht, ist jeden Tag spürbar.

Im High-End-Resort geht es um mehr als um entspannende Massagen und gutes Essen. Im Kamalaya checken mehrheitlich Leute ein, die in ihrem Leben etwas verändern wollen. Viele sind allein. Sie kommen, um begleitet von empathischen Naturheilpraktikerinnen, Masseurinnen mit Zauberhänden, Trainern und so aufmerksamen Angestellten wie Kris zu entgiften, abzunehmen, ihr Leben neu zu ordnen oder einfach Ruhe zu finden.

In der Meditationshalle können die Gäste ihr Leben neu ordnen. Foto: PD

Koh Samui war einst ein Geheimtipp. Heute wimmelt es auf der zweitgrössten thailändischen Insel nur so von Touristen. Seit der Eröffnung des Flughafens 1989 ist auch der Pauschal- und Massentourismus angekommen.

Weil Koh Samui vom Tsunami 2004 verschont wurde und die Infrastruktur intakt blieb, stieg die Nachfrage rasant an. Doch anders als in den belebten touristischen Hotspots Chaweng Beach oder dem Küstenstädtchen Fisherman’s Village, gibt es im Kama­laya Ruhe zur Genüge. Lässt man sich darauf ein, übermannt sie einen regelrecht, und Zeit kriegt eine neue Bedeutung.

Auf der grossen, üppig bewachsenen Anlage kann man den anderen Gästen fast gänzlich aus dem Weg gehen. Hintergrundmusik, Fernseher – Fehlanzeige. Stattdessen gibt es zirpende Insekten, singende Vögel, allabendlich einen Sonnenuntergang wie aus dem Bilderbuch und Personal, das bereits am ersten Tag den Gast mit seinem Namen anspricht. Auf 75 Zimmer kommen hier 300 Angestellte, die Hälfte davon ist im Wellness­bereich tätig. Den Gästen soll es an nichts mangeln. Trotzdem: Telefoniert werden darf nur im Hotelzimmer. Alle sind dazu angehalten, die Chance auf digitale Entgiftung zu nutzen und ihre Mobiltelefone im Zimmer zu lassen –ausser man will fotografieren, das ist erlaubt. Wer aufs World Wide Web nicht verzichten kann, bekommt pro Woche eine Stunde Zugang geschenkt.

Mehr Zeit muss dazugekauft werden. Die Einnahmen werden gespendet. Oder man setzt sich in die gut sortierte Bibliothek, die mit WLAN ausgestattet ist.

Doch viele Gäste machen ernst mit Digital Detox. Ungewohnt und ungeheuer entschleunigend ist der Anblick von Menschen, die abends im Restaurant sitzen und einfach nur essen, lesen oder schreiben –mit Bleistift auf Papier! Viele machen sich hier Notizen, führen eine Art Tagebuch. Dieses An-sich-Arbeiten ist Teil der ­Wellnesskuren.

Auch kulinarisch herrschen Zustände wie im Garten Eden

Wer sich für das siebentägige Programm «Ausgleichen & Energie tanken» entschieden hat, lernt, Stress zu reduzieren. Mehrere aufeinander abgestimmte Massagen sowie Termine bei einer Mentorin oder einem Therapeuten helfen dabei. Wie tief man sich in die Psyche schauen lassen will, bleibt einem selbst überlassen. Möglich ist vieles, zwingend nichts.

Im Kamalaya wird nicht verordnet. Hier gibt es nur Empfehlungen. «Wir bieten Hilfestellungen an», erklärt Managing Director Marc A. Cornaz, ein geborener Bülacher. Es besteht also durchaus auch die Chance, ganz gewöhnliche Altlasten loszuwerden und deutlich leichter die Heimreise anzutreten. Dank einer ausgewogenen Ernährung wird man rasch einige unerwünschte Kilos los.

Chefkoch Kai Müller ist ein Meister auf dem Gebiet der Detox-Gerichte, einer entgiftenden, leichten und dennoch sämtliche Sinne stimulierenden Küche mit mehrheitlich lokalen Zutaten. Wer einen seiner Currys oder sein mit Blüten verziertes «Risotto» aus Blumenkohl gegessen hat, träumt noch Monate später davon. Drei Mahlzeiten werden pro Tag gereicht sowie Getränke mit Ausnahme von alkoholischen oder importierten. Aber wer braucht schon Coca-Cola oder Wein, wenn täglich frisches Kokoswasser, Ingwer-Tamarind-Cocktails oder andere frische Säfte auf einen warten.

Im Kamalaya herrschen auch kulinarisch paradiesische Zustände. Es gibt hier nichts Ungesundes, nicht einmal im Snackkörbchen im Zimmer. Und sollte einen am Strand zwischendurch der kleine Hunger überkommen, serviert Kris gefrorene Trauben, noch bevor man etwas sagen kann.

Die Reise wurde unterstützt von Kamalaya Resort Koh Samui und Reiseveranstalter Asia365

Erstellt: 11.11.2019, 17:01 Uhr

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Anreise: Mit Swiss von Zürich nach Bangkok, mit Thai Airways nach Koh Samui. Oder mit Singapore Airlines / Silk Air via Singapur nach Koh Samui, www.swiss.com, www.thaiairways.com, www.singaporeair.com

Unterkunft: Kamalaya Wellness Sanctuary and Holistic Spa Resort, www.kamalaya.com

Reiseveranstalter: Pauschalen mit Flug und verschiedenen Wellnessprogrammen im Kamalaya buchbar über die DER Touristik-Tochter Asia365, www.asia365.ch

Arrangement: Wellness-Package «Relax & Renew» bei Asia365 im März 2020 4335 Franken pro Person. Inbegriffen: Flüge mit Singapore Airlines Zürich-Singapur-Koh Samui retour, Transfers, sieben Übernachtungen in Hillside-Zimmern, Gartensicht im Kamalaya Koh Samui Resort, alle Behandlungen, Vollpension und nicht alkoholische Getränke.

Ausflüge: Vom Resort aus lassen sich Küstenstädte, Strände und Sehenswürdigkeiten auf der ganzen Insel schnell und günstig mit dem Taxi erreichen. Im Resort kann auch ein Fahrer gebucht werden.

Einreise: Schweizer Bürgerinnen und Bürger benötigen für die Einreise nach Thailand einen noch mindestens sechs Monate über das Rückreisedatum hinaus gültigen Reisepass.

Beste Reisezeit:
Januar bis März. Von April bis August ist es sehr heiss.

Allg. Infos: Thailändisches Fremdenverkehrsamt in Bern, www.tourismthailand.ch

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