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Gemeinderat will EinmalzulageCorona-Prämie für belastetes Stadtzürcher Personal

Pfleger oder Ärztinnen sollen für ihren Einsatz in der Krise einmalig Geld erhalten. Dies sei nicht im Sinne
aller Mitarbeiter, kritisiert die SVP.

Im März klatschten Zürcherinnen und Zürcher für das Pflegepersonal – das allein reicht nicht, findet der Gemeinderat und will nun Geld sprechen.
Im März klatschten Zürcherinnen und Zürcher für das Pflegepersonal – das allein reicht nicht, findet der Gemeinderat und will nun Geld sprechen.
Foto: Sabina Bobst

Der Satz fiel am Mittwochabend im Gemeinderat mehrfach: «Klatschen auf dem Balkon reicht nicht.» Das Parlament hat einen Vorstoss von SP und Grünen für eine Corona-Prämie unterstützt. Städtische Angestellte, die durch die Krise besonders belastet waren, sollen eine einmalige Zulage erhalten.

Wie hoch diese Prämie ausfallen soll, ist offen. Der Gemeinderat muss sie in der Budgetdebatte festlegen, die nächste Woche beginnt.

Widerstand der Bürgerlichen

Gegen diese Form der Anerkennung waren die Bürgerlichen. Die GLP kritisierte etwa, dass mit einer solchen Einmalzulage nichts an den Arbeitsbedingungen geändert werde.

Der SVP-Gemeinderat Martin Götzl sprach einen «grossen Dank» an das gesamte städtische Personal aus, dass vor, während und nach der Krise wichtige Arbeit leiste. Zudem sei die SVP nicht grundsätzlich gegen mehr Lohn und Einmalzulagen. Aber: «Diese Motion ist eine Giesskannenförderung und ist nicht im Sinne aller städtischen Mitarbeiter», sagte Götzl.

Die Motionäre nennen zwar «insbesondere die verschiedenen Berufsgruppen in den Spitälern, Langzeitpflegeeinrichtungen und andere Gesundheitsinstitutionen», doch es könne durchaus auch anderes Personal sein, sagte Marion Schmid (SP) und erwähnte etwa Busfahrer.

Kein Geld für höheres Kader

Die Alternative Liste war nur bereit, der Forderung zuzustimmen, wenn das Geld nicht dem höheren Kader zugute kommt. Wenn die Einmalzulage für den einzelnen Mitarbeitenden auch wirklich einschenken soll, dürfe man das Geld nicht zu breit verteilen, sagte Patrick Maillard.

Der Gemeinderat überwies die Motion mit der entsprechenden Textänderung letztlich mit 68 zu 43 Stimmen bei einer Enthaltung.

Dass der Rat in finanziell schwierigen Zeiten nicht einfach allen städtischen Angestellten Geld verteilen möchte, machte er bei der Behandlung eines anderen Geschäfts deutlich. Ursprünglich hatte der Stadrat noch vor der Corona-Krise nämlich geplant, den Staatsangestellten in diesem Jahr eine Einmalzulage in der Höhe von drei Millionen Franken in Form von Reka-Rail-Checks auszuzahlen.

Für ein 100-Prozent-Pensum hätte es so einen Zustupf von 130 Franken gegeben. Wegen der Corona-Pandemie strich das Parlament diese Reka-Gelder nun aber. Dies war ganz im Sinne des Stadtrates. Auch er will lieber die besonders belasteten Angestellten belohnen, statt allen Mitarbeitenden «einen Mini-Betrag auszuschütten».

zac/sda

29 Kommentare
    Peter Zonv

    Kann mich mal jemand fragen, was wir als Mitarbeiter der Privatwirtschaft und als KMU, die wir die gelangweilten „Arbeitnehmer“ im Home office und in KA mit dem verräumen, recyclen und entsorgen ihres Mülls (und das war unfassbar viel in diesem Jahr, da alle viel Zeit zum entsorgen und räumen hatten und haben!!!) leisten? Jeden Tag 7/24 ? Wir sind schon seit März am Anschlag und würden nie jammern. Wir verdienen unser Geld nach Geleisteten Stunden. Scheinbar ist das vielen nicht wichtig genug. Beklatscht hat uns auch nie jemand. Aber das stört uns nicht, wir nehmen die Arbeit wie sie kommt und freuen uns, wenn auch der letzte Keller irgendwann geräumt ist und wir Überstunden abbauen und Urlaub nehmen können. Bis dahin verdienen wir noch weiter auf Stundenlohn. Was jammern andere eigentlich rum? Für uns unverständlich....