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Coronavirus in Zürich+++ Superspreader im Jade: Leute gingen mit Symptomen an Party +++ Stadt sagt Ferienlager ab

Die Kantonsärztin verteidigt das Vorgehen der Gesundheitsdirektion. Und das traditionelle Herbst-Sportlager in Fiesch fällt aus.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Contact Tracer versuchen, alle Personen telefonisch zu erreichen, die mindestens 15 Minuten in näherem Kontakt mit einer infizierten Person standen. 184 Personen befinden sich in Isolation und 444 in Quarantäne (Stand 9.7.).
  • Erster «Superspreader-Event» in Club am 21. Juni: Sechs Infizierte, 300 Personen in Quarantäne.
  • Nach den letzten Lockerungen und Verschärfungen gelten folgende Regeln: Mindestabstand von 1,5 Metern; öfter Hände waschen; Covid-Test bei Symptomen empfohlen (Test wird vom Bund bezahlt); keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen; Maske ab 6. Juli im ÖV obligatorisch; Maskenpflicht bei Kundgebungen.

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Superspreader im Jade: Leute gingen mit Symptomen an Party

Christiane Meier, Zürcher Kantonsärztin ad interim, bestätigt in einem Interview mit der NZZ den zweiten Zürcher Superspreader-Fall im Club Jade (lesen Sie hier unsere Recherche zum Vorfall und wie die Zürcher Behörden beim Contact Tracing patzten). «Im Nachhinein müssen wir wohl davon ausgehen, dass es sich bei dem Fall im Jade-Klub ebenfalls um einen möglichen Superspreader handeln könnte», sagt Meier der NZZ.

Die Kantonsärztin verteidigt die Patzer der Gesundheitsdirektion und sagt, dass sich symptomatische Personen erst spät hätten testen lassen oder Leute gar verschwiegen hatten, dass sie zum Zeitpunkt der Party bereits Symptome zeigten. Das habe das Contact Tracing erschwert. Man sei darauf angewiesen, dass die Leute ehrlich seien. (red)

Stadt Zürich: Sportlager in Fiesch abgesagt

Das traditionelle Zürcher Sport-Ferienlager in Fiesch VS ist abgesagt. Grund dafür seien die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie und die damit verbundenen Sicherheitsauflagen, teilt die Stadt am Freitag mit. Die diesjährige Ausgabe des Herbstlagers war vom 4. bis 10. Oktober geplant.

Seit 1985 nehmen jeweils rund 700 Stadtzürcher Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 15 Jahren teil und probieren neue Sportarten und Freizeitbeschäftigungen aus. Dazu kommen jeweils rund 200 Leiterinnen und Leiter. Diese Lager in Fiesch gehören zu den grössten Jugendlagern in der Schweiz. (sda)

Staatsanwaltschaft verfolgt 24 Corona-Kreditbetrüger

Nicht alle Anträge um Corona-Kredite sind korrekt ausgefüllt worden. Bei den Zürcher Staatsanwaltschaften laufen aktuell 24 Verfahren wegen mutmasslichen Corona-Kreditbetrugs. Die Deliktsumme beträgt 5,16 Millionen Franken.

Zusätzlich dazu seien 16 Vorermittlungen zu Verdachtsfällen bei der Kantonspolizei pendent, schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort auf eine SVP-Anfrage, die am Donnerstag publiziert wurde.

Bei diesen Betrugsfällen handelt es sich ausschliesslich um Corona-Kredite des Bundes. Darlehen des Kantons wurden gemäss bisherigem Wissen nicht betrügerisch bezogen. Dies liegt daran, dass die Kredite des Bundes bewusst unbürokratisch vergeben wurden.

Die Anträge im Kanton Zürich wurden von den Banken hingegen eingehender geprüft, weil bei den kantonalen Darlehen die Banken ein Risiko von 15 Prozent tragen. Dies habe Betrugsversuchen präventiv entgegengewirkt, schreibt der Regierungsrat. (sda)

ÖV-Nutzung am Bahnhof Hardbrücke nimmt zu

Führt die Maskenpflicht zu einem grösseren Sicherheitsgefühl bei Pendlerinnen und Pendlern? Oder bewirkt sie aufgrund der Komforteinbussen gar das Gegenteil? Einen ersten Hinweis liefern die Zählstellen der Personenfrequenzen im Bahnhof Hardbrücke: Mit gut 13’000 Pendlerinnen und Pendlern war dieser Montagmorgen der geschäftigste seit dem Lockdown.

Trotz bestem Wetter lag die erste Tageshälfte deutlich über dem Durchschnitt der letzten vier Wochen. An den bisherigen Montagen seit dem dritten Lockerungsschritt am 8. Juni haben die Messstellen der VBZ im gleichen Zeitraum jeweils zwischen 11'500 und gut 11'700 Personen registriert. (hwe)

Clubs halten sich an Corona-Regeln

Am Wochenende kontrollierten Detektive der Stadtpolizei Zürich Dutzend Gastwirtschaftsbetriebe in Bezug auf die Einhaltung der Corona-Massnahmen. Es seien auf dem ganzen Stadtgebiet über 50 Lokale gewesen, teilt die Stapo mit. «An beiden Abenden waren keine Beanstandungen in Bezug auf die Corona-Massnahmen nötig.» Allerdings wurde ein Betrieb verzeigt, weil die Schliessungszeit im Boulevardcafé nicht eingehalten wurde.

Nach zwei «Superspreader-Events» im Kanton verschärfte die Gesundheitsdirektion am 1. Juli die Regeln für Clubs. Besucherinnen und Besucher müssen neu einen Ausweis vorzeigen und ihre Handynummer überprüfen lassen. So soll sichergestellt werden, dass das Contact Tracing im Falle einer möglichen Corona-Ansteckung möglich ist. (sda/lop)

Zürcher Badis machen wieder zu

Der Zugang zu den Zürcher Seen und Flüssen wird erneut eingeschränkt. Die Badis Au-Höngg und Chatzensee werden ab morgen vorübergehend geschlossen. Beim Unteren Letten sperrt die Stadt den Flussteil ab, auch beim Oberen Letten wird es Massnahmen geben, um die Anzahl der Besucherinnen und Besucher zu verringern. Weitere Badis wie Heuried, Letzigraben, Tiefenbrunnen und Mythenquai lassen wieder nur eine beschränkte Anzahl an Gästen hinein. Das gleich gilt für den Utoquai und die Frauenbadi, was die Stadt bereits am Donnerstag mitteilte.

Grund ist der Grossandrang auf die Bäder, der während der letzten schönen Tage stattgefunden hat. Die Distanzregeln wurden an vielen Orten nicht mehr eingehalten. Im Angesicht einer möglichen zweiten Welle dürfe man dies nicht weiter dulden, teilt das Schul- und Sportdepartement mit. Erst vor eine Woche hatte das Sportamt alle Corona-Einschränkungen für die Bäder aufgehoben. (lop)

23 neue Fälle

23 Personen, die neu positiv aufs Coronavirus getestete wurden, meldet die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich am Freitag. Am Mittwoch und Donnerstag waren es 48 und 57 neue bestätigt Infizierte gewesen, was einige Beobachter als Zeichen für eine erstaunlich früh einsetzende, starke zweite Welle im bevölkerungsreichsten Kanton deuten. (lop)

48 neue Fälle

Von Dienstag- bis Mittwochnachmittag sind 48 neu positiv aufs Coronavirus getestete Personen verzeichnet worden. Das ist die höchste Zahl seit Mitte April. 13 Menschen sind in Spitalbahandlung, niemand muss künstlich beatmet werden. (pu)

636 Personen in Quarantäne

Stark angestiegen ist die Zahl der wegen Covid-19 isolierten Personen und vor allem derjenigen in Quarantäne: Derzeit müssen sich 92 Menschen isolieren (+33 seit dem 26. Juni), und 636 Personen sind in Selbstquarantäne (+436). Das bedeutet viel Arbeit für die Contact Tracer. Drei Tage lang hatte die Gesundheitsdirektion diese Zahlen nicht aktualisiert. Am Abend hat sie die Angaben in einem separaten Tweet verbreitet. (pu)

1 Toter, 28 Neu-Infizierte, R-Faktor bei 1,75

Die Kurve steigt wieder an. Von gestern Nachmittag bis heute Nachmittag sind im Kanton Zürich 28 Personen positiv aufs Coronavirus getestet worden. Das sind so viele wie seit Ende April nicht mehr. Zudem wurde bekannt, dass schon am Vortag eine Person an den Folgen von Covid-19 gestorben ist. Zwölf Personen (+2) sind hospitalisiert, keine muss beatmet werden (-1). Die Zahlen der Menschen in Isolation und Quarantäne werden von der Zürcher Gesundheitsdirektion (GD) derzeit nicht aktualisiert.

Dafür hat sie den Reproduktionsfaktor (R-Faktor) gemäss ETH publiziert. Am 20. Juni dürfte er im Kanton Zürich bei 1,75 gelegen haben. Der Faktor beschreibt, wie viele Personen von einer infizierten Person im Durchschnitt angesteckt werden. Alle Werte über 1 bedeuten, dass sich das Virus wieder stärker ausbreitet. Ziel ist stets, einen Wert unter 1 zu erreichen. Zwischen der zweiten Märzwoche und Mitte Juni betrug der R-Faktor schweizweit 1 oder weniger. Deshalb ist der Wert von 1,75 besorgniserregend.

Contact Tracing «stark gefordert»

Gemäss Lagebulletin der GD ist das Contact Tracing aufgrund der höheren Fallzahlen «stark gefordert». Eine Welle von Neuansteckungen könne «nicht ausgeschlossen werden». Und: «Das Auftreten weiterer Superspreading-Events würde dies beschleunigen.» (pu)

32 Neu-Infizierte in drei Tagen

Übers Wochenende sind im Kanton Zürich 32 Personen positiv auf Covid-19 getestet worden. Drei Patienten mussten hospitalisiert werden. Die Gesundheitsdirektion hat keine aktualisierten Zahlen der Personen in Isolation und in Quarantäne veröffentlicht. (pu)

Superspreader-Fall – 300 Personen in Quarantäne

Im Kanton Zürich ist es zum ersten «Superspreader-Event» gekommen. Ein Mann, der im Club Flamingo an der Limmatstrasse in Zürich zu Gast war, wurde positiv auf Covid-19 getestet. Fünf weitere Personen, die mit ihm im Club waren, wurden ebenfalls positiv getestet, wie die Gesundheitsdirektion am Samstagabend mitgeteilt hat.

Der Clubbetreiber konnte den Contact-Tracern eine Liste mit den Kontaktdaten der Besucher des Clubs vom Abend des Sonntags, 21. Juni, überreichen. Um die Infektionskette zu unterbrechen, hat der Kantonsärztliche Dienst für die knapp 300 Gäste und Angestellten des Clubs, die am besagten Abend anwesend waren, eine zehntägige Quarantäne angeordnet.

Zum Artikel: Superspreader-Fall in Zürich: 300 Personen müssen in Quarantäne

19 Neu-Infizierte in 24 Stunden

In den 24 Stunden vor 14.30 Uhr am 26. Juni sind im Kanton Zürich 19 Personen Corona-positiv getestet worden. Das ist die höchste tägliche Anzahl seit dem 29. April, als 29 Neu-Infizierte verzeichnet wurden. In den drei Tagen vor dem 26.6. wurden 7, 16 und 4 Personen neu infiziert, die Kurve steigt wieder leicht an.

Insgesamt zählt der Kanton seit Ende Februar 3746 Erkrankte (Altersmedian: 50 Jahre). Im Spital werden derzeit 7 Covid-Patienten behandelt, 1 Patient muss künstlich beatmet werden. Die Todeszahl bleibt unverändert bei 130 (Altersmedian: 85 Jahre).

Seit dem 22. Mai ist im Kanton Zürich niemand mehr am Coronavirus gestorben. Derzeit befinden sich 59 Personen in Isolation, 122 sind in Quarantäne, plus die 80 Kinder aus einem Klotener Hort. (pu)

Corona-Ansteckungen: Jüdische Schule bleibt vorerst geschlossen

Die jüdische Knabenschule Mosdos Tiferes Doniel in Zürich Wiedikon bleibt vorerst geschlossen. Dabei hätte für einige Schüler der Präsenzunterricht heute Dienstag wieder beginnen sollen. «Wir haben alles vorbereitet, um die nötigen Sicherheitsabstände einzuhalten», sagt Rektor Sandro Schol auf TA-Anfrage.

Nun ist es anders gekommen. Vor dem Schulstart hatte die Schulleitung beschlossen, jene Schüler zu testen, die in Kontakt zu Corona-Patienten standen. So hat sich herausgestellt, dass über zehn Prozent, der am vergangenen Donnerstag getesteten Kinder, positiv waren, wie die jüdische Wochenzeitung «Tachles» berichtete. «Wir waren überrascht», sagt Schol. Allerdings würde in öffentlichen Schulen wohl ähnliches resultieren, wenn die Schülerinnen und Schüler systematisch getestet würden, sagt der Rektor. Gemeinsam mit dem Rabbinat habe man entschieden, dass der Schulbeginn um weitere ein bis zwei Wochen verschoben wird.

Die Kinder erhalten nun wie bisher Fernunterricht. Angesichts der Entwicklung, berichtet der «Tachles», würden Ärzte vermehrt Kinder aus der charedischen Bevölkerung - den ultraorthodoxen Juden in Zürich - testen. (mrs)

Alternatives Theater Spektakel

Grössere Veranstaltungen sind trotz Lockerung immer noch blockiert. Einige finden trotzdem statt, wenn auch anders. So sucht das Theater Spektakel nach alternativen Formen, wie die Stadt mitgeteilt hat. Aber die Bevölkerung soll «in den Genuss eines Festivals kommen». Das Moods wird in den nächsten Wochen jeweils donnerstags und sonntags um 20 Uhr ein Konzert einer Stadtzürcher Jazzgrösse gratis auf moods.digital streamen. Die Serenaden im Park der Villa Schönberg finden ebenfalls statt.

Wie viel im Hallenstadion los sein wird, ist noch unklar. «Für Anlässe bis 300 Personen ist es fast zu gross», sagt CEO Philipp Musshafen. Möglichkeiten gebe es allerdings im Conference Center und im Foyer.

Auch in der Samsung Hall sind sämtliche Events bis Mitte August abgesagt worden, weil die Planbarkeit nicht gegeben war. «Selbstverständlich» würde das Dübendorfer Eventlokal gerne wieder Platz für Veranstaltungen bieten, sagt Geschäftsführerin Anke Stephan. Sie bezeichnet die kürzlichen Lockerungen für ihre Branche als «Tropfen auf den heissen Stein» und hätte sich einen Stufenplan gewünscht mit Aussagen darüber, ab wann Grossveranstaltungen wieder möglich sind. «Die Unsicherheit ist Gift für unsere Branche», bilanziert Stephan. (pu)

Lockdown beschert Velovermietern in Zürich neue Kunden

Die Angst vor Ansteckungen in Zug und Tram lässt die Zürcher aufs Mietvelo umsteigen, wie das SRF-Regionaljournal berichtet. Um 40 bis 50 Prozent sei die Auslastung bereits im Februar und Anfang März gestiegen, sagt Raoul Stöckli von Bond, dem E-Bike-Vermieter, der bis vor kurzem noch Smide hiess.

Auch beim städtischen Anbieter Publibike hat man eine starke Zunahme bei der Nutzung und viele Neuanmeldungen von Kunden verzeichnet. Das sei zwar einerseits dem schönen Wetter geschuldet gewesen, aber auch dem Vorteil, dass man sich im Gegensatz zum Tram auf dem Velo nicht mit dem Coronavirus ansteckt, sagt Sprecherin Katharina Merkle.

Als dann Mitte März die ganze Schweiz zum Homeoffice umschwenkte, wurden die Velos nicht mehr unter der Woche zum Pendeln, sondern für Ausflüge am Wochenende und für Einkäufe gemietet, bei weiterhin hoher Auslastung. Bei Publibike gab es am Sonntag, den 16. Mai einen Rekordtag mit über 1000 Fahrten. Sprecherin Merkle glaubt, dass die neu gewonnenen Kunden dem Velo die Treue halten werden.

Ab 2. Juni verkehren Trams und Busse in der Stadt fast wieder regulär

Am 2. Juni 2020 kehren die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) zurück zum gewohnten Angebot. Die Linie 15 wird wieder in Betrieb genommen, die Linie 4 bedient die ganze Strecke bis Bahnhof Tiefenbrunnen und die Linie 10 verkehrt ebenfalls wieder im Normalbetrieb bis Albisgütli. Auch die Buslinien 66, 69, 75, 89 fahren wieder nach gewohntem Fahrplan. Als einzige Ausnahme verkehren die Fahrzeuge am Freitag nach demselben Fahrplan wie Montag bis Donnerstag und somit in den Randzeiten im 15-, statt 10-Minuten-Takt. Ebenfalls bleibt das Nachtnetz weiter eingestellt.

Neben den Verkaufsstellen Hauptbahnhof, Bellevue und Albisriederplatz öffnet am 8. Juni auch das Kundencenter Paradeplatz wieder seine Türen. Anstehen müssen die Kunden aber künftig ausserhalb des Lokals.

ZVV wurde von der Corona-Pandemie überrascht

Die Coronavirus-Pandemie hat den Zürcher Verkehrsverbund ZVV weitestgehend unvorbereitet getroffen. «Ein Szenarium, wie es nun mit dem Coronavirus eingetreten ist, gab es mindestens bei uns nicht.» Dies sagte der Direktor des ZVV Franz Kagerbauer der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Dienstag.

Im Kanton Zürich und im ZVV hatte man zwar einen Pandemieplan erstellt, erklärte er. «Das ist noch gar nicht lange her. Wir kannten Sars, die Vogel- und die Schweinegrippe», hiess es weiter. Doch diese Pandemien seien spurlos am öV vorbeigegangen, sagte er. «Ich weiss nicht, ob jemand in diesem Land sich das vorstellen konnte. In meiner eigenen Wahrnehmung war zuerst alles weit weg, irgendwo in China», betonte Kagerbauer.

Masken – ja oder nein?

Als Ausweg aus der Krise im öffentlichen Verkehr würde es schon helfen, wenn die Bundesbehörden eindeutige Ansagen machen würden, erklärte der ZVV-Direktor weiter. «Zu Beginn der Krise hörte man vom Bundesamt für Gesundheit, dass Masken nicht viel bringen. Diese Verwirrung, die geschaffen wurde, ist nun ein grosses Problem», sagte er.

«Vom Bundesamt für Gesundheit erhält man gegenwärtig relativ bescheidene Antworten», kritisierte er zudem. Es sei aber an der Zeit, Klarheit zu schaffen: «Wer eine Maske trägt, schützt seine Mitmenschen. Wenn das alle tun, dann ist man selber auch geschützt», führte Kagerbauer gegenüber der «NZZ» diesbezüglich aus.

Laut Rückmeldungen würden derzeit deutlich unter zehn Prozent der Passagiere eine Schutzmaske tragen, sagte der ZVV-Direktor. «Eher nur fünf Prozent», erklärte er unter Berufung auf Schätzungen.

Vom Verteilen von Masken, wie es derzeit die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich praktizieren, hält der ZVV-Direktor aber nicht viel. Dies könne ein falsches Signal setzen, sagte er. «Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in eine Verpflichtung rutschen, den Passagieren eine Maske abzugeben», betonte er. «Dafür sind sie persönlich verantwortlich», hiess es.

Krise beschert Uni Zürich Rekordanstieg bei Studenten

25 Prozent mehr Master-Studenten, 15 Prozent mehr auf Bachelor-Stufe: Im Herbstsemester zieht es durch die Krise verunsicherte Maturanden und Bachelorstudenten an in die Universität Zürich. Eine grosse Herausforderung, wie Interimsrektorin Gabriele Siegert im SRF Regionaljournal sagt. Nicht so sehr bei den Vorlesungen, «jedoch bei den Seminaren und Übungen brauchen wir entsprechens Personal, das diese Veranstaltungen leiten kann», so Siegert.

Zusätzlich erschwert wird der Start im Herbst durch die erforderlichen Corona-Schutzmassnahmen. Noch sei nicht klar, ob weiterhin im Fernstudium oder vor Ort in den Räumen der Uni unterrichtet werde. Man bereite sich auf verschiedene Szenarien vor, sagt die Interimsrektorin.

Unter den neuen Studenten sind viele aus dem Kanton Zürich, die ohne Maturprüfung abschliessen mussten. Siegert glaubt nicht, dass diesen deshalb ein Teil des Rüstzeugs für ein Studium fehle, ganz im Gegenteil: «Dieser Jahrgang hat im Homeschooling Selbstdisziplin gelern, und sich selber zu organisieren.»

Auch Winterthur erweitert Aussenflächen von Restaurants

Der Winterthurer Stadtrat unterstützt die Winterthurer Gastronomie in der momentanen Krise, indem er eine Erweiterung der bestehenden Aussenflächen von Restaurants erlaubt. Zudem ermöglicht er neue Aussengastwirtschaften temporär und verzichtet dabei auf eine Bewilligungsgebühr. Die strengen Hygiene- und Abstandsregeln hätten zur Folge, dass auf einer Restaurantfläche deutlich weniger Gäste bewirtet werden könnten als im Normalbetrieb, schriebt der Stadtrat in einer Mitteilung. Vielen Betrieben sei es unter diesen Voraussetzungen kaum möglich, rentabel zu wirtschaften.

Die Bewilligungen werden befristet erteilt und sie könnten unbürokratisch verlängert werden, heisst es. Sie sind an die üblichen Auflagen gebunden: So müssen Passantendurchgänge, Rettungsgassen und Fluchtwege frei bleiben. Es müssen Absprachen mit den Nachbarn stattgefunden haben, und die Reinigung der Trottoirs durch das Tiefbauamt muss sichergestellt sein. Die maximal zulässige Anzahl an Sitzplätzen ist weiterhin festgeschrieben, um einer übermässigen Lärmbelastung entgegenzuwirken.

In der Stadt Zürich sind die Behörden der Gastronomie bereits in vergleichbarer Art entgegengekommen. Dort gelten die Ausnahmeregeln seit Anfang Mai. In Bern sind entsprechende Regeln seit März in Kraft.

(TA)