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Coronavirus in Zürich+++ Unispital übernimmt Patienten aus dem Tessin +++ Fast 2000 Fälle

Im Kanton Zürich sind 25 Menschen an der Lungenkrankheit gestorben. News aus Zürich im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Im Kanton Zürich sind 1960 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. 25 Personen sind am Virus gestorben. Derzeit sind 197 Kranke im Spital, 51 mit künstlicher Beatmung.
  • Der Kanton hat ein umfassendes Paket mit Hilfsmassnahmen für KMU geschnürt, Kleingewerbler können in diversen Gemeinden Soforthilfe beantragen.
  • Mehrere Aufnahmeprüfungen für Mittelschulen finden nicht statt.
  • Der ZVV dünnt Schritt für Schritt das ÖV-Angebot aus.
  • Der Schulunterricht ist ausgesetzt, Veranstaltungen sind verboten.
  • Alle Läden, Restaurants und Clubs sind bis voraussichtlich am 19. April geschlossen. Ausnahmen gelten für Geschäfte, die den Grundbedarf sicherstellen.
  • In Zürich werden die Seeuferpromenade und diverse Plätze gesperrt, Gruppen von mehr als fünf Personen in der Öffentlichkeit drohen Bussen.

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Unispital übernimmt Tessiner Patienten

Seit vergangenem Wochenende befinden sich zwei Corona-Patienten aus dem Tessin am Zürcher Unispital. Das meldet der «Blick». Man werde in den kommenden Tagen auch einen Patienten aus dem Bündnerland und zwei aus dem französischen Elsass übernehmen, sagte Marcel Odermatt, Sprecher der Zürcher Gesundheitsdirektion, zu Blick. Die Zürcher Bevölkerung müsste sich dennoch keine Sorgen über mangelnde Kapazitäten machen. Solange der Kanton Zürich freie Betten, das dafür notwendige Personal und Material habe, sei es selbstverständlich, dass man Hand zur Unterstützung bieten, sagt Odermatt. (hwe)

Abgesperrte Bereiche in Läden

In verschiedenen grösseren Läden, so etwa in Migros- und Coop-Filialen, müssen gewisse Bereiche abgesperrt werden. So verlangt der Bund in seiner Verordnungs zur Bekämpfung des Corona-Virus, dass in Filialen der Grossverteiler etwa integrierte Blumenläden abzugrenzen und zu schliessen sind, ebenso Kleider- und Spielwarenbereiche und Papeterie-Artikel, die nicht zum täglichen Bedarf gehören.

Kontrolliert wird das durch die Kantonspolizei, die gegebenenfalls von den kommunalen Polizeikoprs unterstützt wird. Aktiv wird die Kapo, wenn ihr Missbräuche gemeldet werden. In der ersten Zeit der Ladenschliessungen gingen rund 40 Meldungen ein, in denen mitgeteilt wurde, dass Detailhändler sich nicht an die geltenden Bestimmungen halten. Dabei ging es um die Höchstanzahl von Kundinnen und Kunden, die sich gleichzeitig im Laden aufhalten dürfen, oder um Produkte, die trotz Verbot verkauft werden.

Beim Überprüfen der Meldungen durch die Polizistinnen und Polizisten stellte sich laut Mitteilung der Kapo vielfach heraus, dass sich die Geschäfte an die Auflagen hielten. In Einzelfällen mussten Geschäftsführer ermahnt werden, die geltenden Bestimmungen ausnahmslos umzusetzen. (net)

Etwas weniger neue Fälle

Im Kanton Zürich sind heute Dienstag 86 neue Corona-Fälle bestätigt worden. Das sind weniger als am Montag, als 116 neue Fälle dazukamen. Neu zählt der Kanton nun 1960 bestätigte Corona-Fälle. 197 Patienten befinden sich im Spital, 51 werden künstlich beatmet. Das meldet die Gesundheitsdirektion in ihrem täglichen Bulletin.

Vier weitere Personen sind an der Lungenkrankheit gestorben; insgesamt forderte Covid-19 im Kanton Zürich bisher 25 Todesopfer. Alle Verstorbenen waren über 65 Jahre alt.

Zwölf Banken beteiligen sich an Kreditvergabe

Nur einen Tag nachdem der Zürcher Kantonsrat das Hilfspaket für die Wirtschaft offiziell absegnete, hat die Finanzdirektion am Dienstag die Details für die Kreditausfall-Garantie vorgelegt. Zwölf Banken beteiligen sich daran.

Grösster Brocken im Zürcher Corona-Hilfspaket ist eine Kreditausfall-Garantie für die Wirtschaft. 500 Millionen Franken können nun in Form von Krediten an KMU ausgeschüttet werden. Der Kanton bürgt dafür mit 425 Millionen.

Können Betriebe die Kredite nicht zurückzahlen, springt der Staat ein und übernimmt 85 Prozent des Betrags. Der Steuerzahler trägt nun das Haupt-Risiko. Das restliche Risiko von 15 Prozent tragen die zwölf Banken, die am Programm teilnehmen.

5 Jahre Zeit für die Rückzahlung

Am Dienstag teilte die Finanzdirektion mit, wie das Kreditvolumen von 500 Millionen Franken auf die zwölf teilnehmenden Banken verteilt wird. Den grössten Teil trägt die ZKB, die als Staatsbank die Führung des Banken-Konsortiums übernimmt. Sie vergibt 185 Millionen Franken an Zürcher KMU.

Danach folgen UBS und CS mit je 93 Millionen Franken sowie die Raiffeisen und die Migros Bank mit 50 respektive 33 Millionen Franken. Die Leihkasse Stammheim ist der kleinste Teilnehmer, sie vergibt 1 Million Franken, wovon 850'000 Franken durch die Ausfallgarantie des Kantons gedeckt sind.

Die Kredite werden ab sofort bis und mit 30. September vergeben. Die KMU haben fünf Jahre Zeit, ihre Kredite an die Banken zurückzuzahlen.

Beim Zins orientiert sich der Kanton Zürich am Bund, wie er mitteilte. Dort wird für Kredite bis 500'000 Franken kein Zins fällig, bei höheren Beträgen werden die 85 Prozent, die vom Staat garantiert sind, zu maximal 0,5 Prozent verzinst. (sda)

Winterthur: Helpline für Senioren

Seniorinnen und Senioren sollten wegen der Corona-Ansteckungsgefahr nicht selber einkaufen gehen. Dafür gibt es in Winterthur eine ganze Reihe von Unterstützungsangeboten. Die Informationen dazu sind aber meist nur online zu finden. Deshalb richtet die Stadt nun eine Telefon-Helpline ein.

Bei dieser Helpline würden ältere Personen, die keinen Internetzugang haben, Informationen zu Hilfsangeboten in ihrem Quartier erhalten, teilte die Stadt am Dienstag mit. Alle Einwohnerinnen und Einwohner über 65 Jahren werden in den nächsten Tagen per Post auf die Helpline hingewiesen.

Die Stadt bittet gleichzeitig auch darum, dass jene, die das Internet bedienen können, sich so weit es geht selber zu informieren, zum Beispiel auf der Nachbarschaftshilfe-Plattform.

Die Nummer der Helpline lautet 052 267 57 99. Sie ist unter der Woche täglich von 10 bis 12 Uhr in Betrieb. (sda)

Kantonspolizei verzichtet auf Atemtests

Die Kantonspolizei führt derzeit keine Atemtest-Kontrollen bei Verdacht auf Alkohol am Steuer durch. Das bestätigt Ralph Hirt, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich., gegenüber 20 Minuten.


Der Grund ist das
Ansteckungsrisiko. Bei der Kontrolle muss der betroffene Autofahrer über einen längeren Moment konstant in ein Röhrchen pusten. Dabei werden Speichel oder eben Tröpfchen freigesetzt. Diese gelangen an den Automaten oder verteilen sich in der Luft. «Mit den grassierenden Coronaviren ist das einfach zu gefährlich. Wir verzichten deshalb auf den Einsatz dieser Geräte», erklärt Hirt weiter. Die Gesundheit stehe an erster Stelle.

Das Aussetzen der Tests ist aber kein Freipass für Blaufahrer. Die Kantonspolizei weist darauf hin, dass man bei Verdacht eine Blutalkoholprobe anordne.

Sechs weitere Todesfälle

Die Zahl der Corona-Patienten, die positiv getestet wurden, hat sich heute Montag um 116 auf 1874 erhöht. Das meldet die Gesundheitsdirektion. Sechs weitere Personen sind am Virus gestorben; damit liegt die Zahl der Todesfälle bei 21. Die verstorbenen Patienten waren alle über 65 Jahre alt. Derzeit liegen 199 Patienten im Spital, 47 werden künstlich beatmet. (leu)

Kurzarbeit am Flughafen

Der Flughafen Zürich bekommt die Corona-Krise mit voller Wucht zu spüren. Schon Anfang März gingen die Flüge spürbar zurück. Seit einer Woche hat sich die Zahl der Flugbewegungen bei etwa 80 bis 90 eingependelt - pro Tag. Das entspricht noch etwa zehn bis zwanzig Prozent des üblichen Flugverkehrs. Am letzten Samstag gab es gar nur noch 50 Starts und Landungen.

Das hat Folgen: Auch der Flughafen hat Kurzarbeit angeordnet. «Die Einnahmen im Flugbetrieb und von unseren kommerziellen Zentren sind faktisch gleich Null, gleichzeitig haben wir sehr hohe Fixkosten, die nicht gekürzt werden können», sagt Mediensprecherin Manuela Staub. Staatshilfe braucht der Flughafen aber noch nicht, so Staub, die Liquidität sei für die nächsten Monate ausreichend.

Unklar ist hingegen, ob der Circle wie geplant Anfang September eröffnet werden kann. Die Baustelle läuft zwar noch, aber der Betrieb ist reduziert. Dauern die Einschränkungen zu lang, wird der Bau nicht mehr rechtzeitig fertig. (leu)

Gastronomen sollen Miete nicht mehr bezahlen

Der Verband der Stadtzürcher Gastronomen und die Bar und Club Kommission Zürich haben einen brisanten Aufruf gestartet: Restaurant- und Barbesitzer sollen ab 1. April keine Miete mehr bezahlen – vorausgesetzt, sie haben bis dahin mit dem Vermieter keine einvernehmliche Lösung für eine Mietzinsreduktion gefunden haben, weil ihr Lokal wegen der Coronakrise geschlossen ist.

Schon in einem regulären Betrieb mache die Miete zwischen 10 und 30 Prozent der monatlichen Kosten aus, schreiben die beiden Organisationen in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Eine Umfrage unter ihren Mitgliedern habe ergeben, dass nur wenige der Vermieter bereit seien, den Mietzins für Gastronomieunternehmen zu senken. Und dies, obwohl durch den staatlich verordneten Lockdown ein Mangel im mietrechtlichen Sinn vorliege, was grundsätzlich eine Mietzinsreduktion rechtfertige.

«Eine vollumfängliche Herabsetzung des Mietzinses würde die Liquidität vieler Gastronomieunternehmen verbessern und unnötige Verschuldungen verhindern», sagt Alexander Bücheli von der Bar und Club Kommission Zürich. «Es ist eine nachhaltige Lösung auch für Vermieter, da sie vermeidet, dass Lokale danach verwaist sind.»

Die beiden Organisationen schreiben, dass sie sich mit ihrem Aufruf demjenigen von Gastrosuisse anschliessen würden. Diesen Aufruf hat Gastrosuisse allerdings nicht öffentlich gemacht. Der Branchenverband hat lediglich auf seiner Website Merkblätter dazu veröffentlicht. Diese zeigen auf, dass Betreiber von Restaurants und Bars den Mietzins nicht einfach so zurückhalten können. Sie müssen zuerst ein Begehren auf Mietzinsherabsetzung stellen, das ihnen vom Vermieter verweigert wird. (zet)

Arbeitsbestätigungen für städtische Angestellte

Die Stadt Zürich hat begonnen, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Arbeitsbestätigungen auszustellen, um deren Bewegungsfreiheit zu garantieren. Dies sei eine Präventivmassnahme, sagt Vera Schädler, Sprecherin des Gesundheits- und Umweltdepartements der Stadt Zürich. Sollte sich die Corona-Krise weiter verschärfen und der Bundesrat allenfalls eine Ausgangssperre verhängen, wolle man vorbereitet sein.

Eine solche Arbeitsbestätigung soll es den Mitarbeitenden ermöglichen zur Arbeit zu erscheinen. Es brauche einfach Zeit diese auszustellen und an die entsprechenden Personen zu verteilen, sagt Schädler. «Wir könnten sie nicht von heute auf Morgen an die entsprechenden Personen aushändigen.» Deswegen habe man bereits vor rund zwei Wochen damit begonnen. Das diese verteilt werden, habe nichts mit einer veränderten Lagebeurteilung zu tun.

Nicht alle Mitarbeitenden erhalten eine solche Bestätigung. Jede Dienstabteilung könne selber entscheiden, wer eine brauche, wie zum Beispiel Trampilotinnen oder -piloten. Die Entscheide werden nach einem Grundsatz gefällt: Es gehe stets darum, dass auch im Falle einer Ausgangssperre die vitalen Dienstleistungen der Stadt Zürich aufrecht erhalten werden können.

Wie viele Arbeitsbestätigungen ausgestellt werden, kann Schädler nicht sagen. Bereits seit dem 17. März sind die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu angehalten, im Homeoffice zu arbeiten, wenn das ihre Funktion und Tätigkeit ermöglicht.
(sip)

Tablets für Patienten im Spital Affoltern

Das Spital Affoltern stellt seinen Patientinnen und Patienten Tablets für die Videotelefonie zur Verfügung. So könnten trotz Besuchsverbot auch jene mit ihren Angehörigen kommunizieren, die nicht über die nötigen technischen Mittel verfügen. Die psychische Verfassung sei für eine rasche Genesung sehr wichtig, schreibt das Spital in der Medienmitteilung weiter.

Jede Abteilung im Spital Affoltern verfügt über ein Tablet. Zwischen 9 Uhr und 11 Uhr sowie zwischen 14 Uhr und 16 nehmen Freiwillige
Anrufe entgegen und leiten Sie an die Patienten weiter. Die Dauer der Anrufe ist auf 15 Minuten beschränkt. (hwe)

Ärztefon hat aufgestockt

Das Ärztefon hat infolge der Coronakrise sein Personal massiv aufgestockt. Seit Anfang März hat es 100 medizinische Fachkräfte rekrutiert und geschult, um alle Anrufe aus der Bevölkerung entgegenzunehmen. Zu Beginn der Epidemie gab es lange Wartezeiten. Doch jetzt können täglich bis zu 800 Anrufe nur zum Coronavirus entgegengenommen werden.

Laut der Zürcher Ärztegesellschaft, die das Ärztefon betreibt, gibt es praktisch keine Wartezeit mehr. Die Mitarbeitenden des Ärztefons (0800 33 66 55) sind rund um die Uhr im Einsatz. Sie entscheiden aufgrund einer kurzen Befragung, ob eine Patientin zu Hause bleiben kann oder ob sie in den Notfall oder zum Hausarzt muss. Sie organisieren auch einen zeitnahen Arzttermin, Hausbesuch oder wenn nötig einen Rettungswagen. (an)

Neues Corona-Testzentrum des Unispitals

Wo sich bis vor Kurzem Reisende impfen lassen konnten, wird seit heute Montag auf Corona getestet: Die Universität Zürich hat das Zentrum für Reisemedizin in ein Covid-19-Testcenter umfunktioniert. In erster Linie sollen damit Hausarztpraxen, die nicht selber testen können oder wollen, entlastet werden, heisst es in der Medienmitteilung.

Initiiert hat das Testzentrum Professor Jan Fehr, Departementsleiter Public & Global Health und Infektionsexperte. Es sei nahe gelegen, das zurzeit kaum besuchte Reisezentrum auf Minimalbetrieb herunterzufahren und umzufunktionieren, lässt er sich in der Medienmitteilung zitieren. Zu Beginn sollen pro Tag bis zu 60 Personen mit Symptomen oder erhöhtem Risiko getestet werden. Je nach Möglichkeiten und Bedarf könnte das Angebot aber laufend ausgebaut werden.

Das Zentrum ist auch für Röntgenuntersuchungen eingerichtet. Damit könnten auch Lungenentzündung erkannt werden, die nicht im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. (hwe)

Junge Promis motivieren zum Durchhalten

«Züri gegen Corona» - so heisst die Kampagne, die der Kanton Zürich gestern Sonntag auf der Social Media Plattform Instagram lanciert hat. Unter dem Hashtag #zuerigegencorona oder #ZüriBliibtDihei erklären junge, prominente Zürcherinnen und Zürcher, was sie dazu motiviert, in diesen Krisenzeiten nicht aus dem Haus zu gehen.

Sei es, dass man möglichst bald wieder an Gay Parties tanzen kann, den Sommer an der Limmat geniessen oder wieder gemeinsam Sportveranstaltungen besuchen möchte - jeder Post zeigt, dass es viele gute Gründe gibt, die eigenen vier Wände möglichst nicht zu verlassen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Sarah Akanji und Lewin Lempert, wissenschaftliche Mitarbeitende beim Kanton Zürich, haben die Kampagne auf Initiative von Regierungsrätin Jacqueline Fehr erarbeitet. Zielgruppe sei ein junges Publikum, sagt Akanji. «Für den Start der Kampagne haben wir Persönlichkeiten aus Politik, Sport und Kultur angefragt, die für jungen Menschen eine gewisse Vorbildfunktion haben. Es sind aber alle dazu eingeladen, ihre Beiträge einzusenden.»

In den vergangenen Tagen und Wochen habe man hauptsächlich erfahren, was man nicht tun dürfe und was man tun müsse, sagt Akanji. «Wir wollten den Fokus auf das Positive lenken, das man mit dem Verzicht erreichen kann.» (tif)

Wer wissen will, worauf sich junge Zürcher Promis besonders freuen und einen eigenen Beitrag liefern möchte, kann sich hier erkundigen:

https://www.instagram.com/stories/zuerigegencorona/

Jeder vierte Selbständige beantragt Entschädigung

Der Ansturm der Selbständigen auf Entschädigung wegen der Corona-Krise ist gross: Im Kanton Zürich hat bereits jeder Vierte einen Antrag auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung bei der kantonalen Ausgleichskasse (SVA) gestellt. Schweizweit ist es jeder Fünfte.

Bei der Ausgleichskasse des Kantons rechnen 57'000 Selbständige ihre AHV-Beiträge ab und 14'000 von ihnen hatten bis Freitagabend den Antrag auf die Corona-Erwerbsersatzentschädigung eingereicht, wie die SVA Zürich heute Montag mitteilte. Als Grund nannten die meisten die amtlich angeordnete Betriebsschliessung.

Seit vergangenem Montag bietet die SVA Zürich eine Hotline für Betroffene an, um dem Informationsbedürfnis gerecht zu werden. Die Mitarbeitenden in der Hotline führten bis Freitagabend fast 17'000 Beratungsgespräche. (sda)

Stadt Zürich kommt FCZ und GC entgegen

Der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger will den Stadtzürcher Profifussballclubs FC Zürich und GC entgegenkommen. Die Vereine erzielen derzeit keine Zuschauereinnahmen und stehen finanziell unter Druck. Dennoch müssen sie weiterhin Miete für das Letzigrundstadion bezahlen. Im Radio SRF sagte Leutenegger deshalb, er wolle den Clubs unter die Arme greifen, und nannte etwa eine Mietzinsreduktion. (zac)

1758 positiv Getestete, davon 194 im Spital

Die Gesundheitsdirektion hat am Sonntagnachmittag die Anzahl der Coronafälle aktualisiert. Seit Samstag sind die Zahlen nur leicht angestiegen. Insgesamt sind im Kanton Zürich 1758 Personen sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. 194 befinden sich in Spitalbehandlung, davon werden momentan 46 künstlich beatmet.
Todesfälle verzeichnete die Gesundheitsdirektion bisher keine neue. Damit bleibt die Anzahl auf 15 – alle verstorbenen Personen sind zwischen 75 und 97 Jahre alt. (red)

Vertraulicher Bericht: Stadt Zürich rechnet mit Lockdown bis Ende Sommer

Die Schweiz ist im Ausnahmezustand und dieser dürfte laut der «NZZ am Sonntag» (Artikel kostenpflichtig) länger als bis zum 19. April dauern. Die Zeitung beruft sich dabei auf Informationen von der Bundesratssitzung. Auch nach dem 19. April könne höchstens eine schrittweise Lockerung der Massnahmen anvisiert werden, hiess es.

In einem Lagebulletin vom Dienstag, aus dem der «SonntagsBlick» zitiert, wagte zudem Schutz & Rettung Zürich eine Prognose. Die «wahrscheinlichste Lageentwicklung» sei demnach, dass die Pandemie nicht genügend eingedämmt werden kann. Daher müssten die Massnahmen weiter verschärft und «massiv verlängert» werden – über die Sommerferien hinaus.


Bisher hätte sich keine keine Behörde in der Schweiz getraut, öffentlich ein solches Bild der Lage zu zeichnen. Nur führende Mediziner weisen seit Wochen daraufhin, das öffentliche Leben müsse womöglich länger zum Erliegen kommen als bisher gedacht. Im internen Bulletin beschreibt Schutz & Rettung auch, was auf die Spitäler zukommen könnte.

Die wahrscheinlichste Lageentwicklung sei, dass Beatmungsplätze in der ganzen Schweiz schon in wenigen Tagen knapp würden. Das heisst, Ärzte müssen angesichts knapper Ressourcen entscheiden, welche Patienten für gewisse Behandlungen bevorzugt werden – beispielsweise jüngere Menschen mit besseren Heilungschancen. Verbreitet sich das Virus allerdings schneller als heute angenommen, könnte die von Schutz & Rettung beschriebene «ungünstigste Lageentwicklung» eintreffen. Da steht laut SonntagsBlick: «Eine grosse Anzahl Erkrankter überlastet das Gesundheitssystem vollständig. Die Versorgung von schwer Erkrankten kann nicht mehr überall sichergestellt werden.» Die Folge: «Sehr viele Todesfälle in sämtlichen Altersgruppen der Bevölkerung.»

Auf TA-Anfrage heisst es bei Schutz & Rettung, diese Beurteilung sei nicht mehr aktuell. Man beurteile die Lage laufend neu und stütze sich dabei auf das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und andere Erhebungen aus dem In- und Ausland. Ähnlich äussert sich auch der Chef der kantonalen Führungsorganisation (KFO), Thomas Würgler.

Koch: «Schlimmste Prognosen nicht eingetroffen»

Eine Aussage von Daniel Koch, dem Leiter der Abteilung «Übertragbare Krankheiten» im BAG widerspricht denn auch diesem im SonntagsBlick beschriebenem Schreckensszenario. Der Experte erklärte an der Pressekonferenz von vergangenem Samstag (wir berichteten live), dass es zwar noch offen sei, ob die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus wirken, doch «die schlimmsten Prognosen, die wir von ein paar Wochen gemacht haben, sind nicht eingetreten.»

Weiter lässt sich der Experte des Bundes nicht in die Karten blicken. «Es ist noch etwas zu früh für eine Schlussfolgerung», sagt Koch. Dafür lägen noch nicht genügend Zahlen vor. Das habe eine Studie von Epidemiologen bestätigt. (red)

15 Todesfälle, 1720 Getestete

Seit gestern Freitag sind im Kanton Zürich vier weitere Personen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben, wie dem jüngsten Update auf der Website der Gesundheitsdirektion zu entnehmen ist. Damit ist es bisher zu 15 Todesfällen gekommen. Die Verstorbenen waren zwischen 75 und 97 Jahren alt.

Insgesamt wurden im Kanton Zürich bisher 1720 Personen positiv auf das Virus getestet.
187 befinden sich derzeit in Spitalbehandlung, 42 davon müssen künstlich beatmet werden. (hwe)

Kantonsrat Schmid war mit Corona infiziert

Der CVP-Kantonsrat und Präsident des Zürcher Apothekerverbandes, Lorenz Schmid, war mit dem Coronavirus infiziert. Es gehe ihm aber wieder gut, sagte er zu NZZ und dieser Zeitung (lesen Sie hier unsere Geschichte zur Rolle der Genesenen in der Coronakrise). Seit Donnerstag steht Schmid wieder in seiner Apotheke am Paradeplatz. «Ich bin jetzt der sicherste Mitarbeiter», sagt er – schliesslich könne er niemanden mehr anstecken und sei nun auch selbst immun.

Schmid wurde mit leichtem Hüsteln und Frösteln bei seinem Hausarzt vorstellig. Als er zwei Tage später das Test-Resultat erhielt, lag er bereits mit Fieber im Bett. In der Zwischenzeit hatte er auch seine Frau angesteckt, die ehemalige CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer. Auch sie ist inzwischen wieder gesund.

Es sei eine eigenartige Zeit in der Isolation gewesen, sagte Schmid weiter. Er habe sich wie ein Aussätziger gefühlt. Die Zeit vertrieb er sich mit einem Netflix-Probeabo, Power-Yoga und Büchern. (sda)

(TA)