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Zusätzliche UmsatzeinbussenCovid-19-Pandemie beschleunigt Strukturwandel in Spitälern

Die Pandemie erhöht den Druck, profitabler zu werden. Leistungen mehrerer Spitäler wurden bereits in zukunftsträchtigere Strukturen überführt, stationäre Leistungen an weniger Standorten konzentriert.

Weiter an Bedeutung gewinnen auch Digitalisierung und Telemedizin: Ein Pflegeassistent untersucht in einer gestellten Präsentation die Ohren eines Patienten.
Weiter an Bedeutung gewinnen auch Digitalisierung und Telemedizin: Ein Pflegeassistent untersucht in einer gestellten Präsentation die Ohren eines Patienten.
Foto: Alessandro della Valle (Keystone) 

Die Covid-19-Pandemie kostet die Schweizer Spitäler 1,7 bis 2,6 Milliarden Franken. Drei Viertel der 44 untersuchten Akutspitäler sind nicht profitabel genug für ausgeglichene Resultate in den nächsten fünf bis zehn Jahren. Die Branche beschleunigt darum den Strukturwandel.

Mit diesen Eckdaten wartet das Wirtschaftsprüfungs- und Unternehmensberatung PwC in seiner am Montag veröffentlichten Studie «Schweizer Spitäler: So gesund waren die Finanzen 2019» auf. Die PwC-Leute untersuchten 45 Spitäler und zwölf Psychiatrien.

Unter die Lupe nahmen sie dabei auch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Demnach erwarten die Finanzchefs 2020 wesentliche Umsatzeinbussen. Das ist Folge der Kapazitätsbereitstellung für Covid-19-Patienten, Sicherheitsmassnahmen und zusätzlicher Anschaffungen.

Weil bereits vor der Pandemie viele Institutionen keine ausreichende Marge zur nachhaltigen Finanzierung ihrer Investitionen erwirtschaften konnten, beschleunigt der Coronavirus-Einbruch den Strukturwandel. Leistungen mehrerer Spitäler wurden bereits in zukunftsträchtigere Strukturen überführt, stationäre Leistungen an weniger Standorten konzentriert. Zentral dabei war die Umnutzung stationärer Flächen für ambulante Leistungen.

Ambulante Strukturen auf dem Vormarsch

Als vor diesem Hintergrund überraschend bezeichnet PwC das 2,1-prozentige Wachstum des stationären Bereichs im vergangenen Jahr. Langfristig erwartet das Unternehmen indes eine Stagnation und eine weitere Verlagerung in die ambulante Behandlung.

Dabei sind neue ambulante Strukturen auf dem Vormarsch. Spitäler definieren sich immer weniger über ihren Bettenturm sondern über ihre Rolle als Gesundheitsdienstleister.

Weiter an Bedeutung gewinnen auch Digitalisierung und Telemedizin. Hier tätigen viele Leistungserbringer beträchtliche Investitionen. Im Gegenzug ergab sich dadurch eine hohe Akzeptanz digitaler Angebote in der Coronavirus-Pandemie.

Angesichts des prophezeiten Milliardenverlusts passten viele Krankenhäuser ihre Prozesse an. Für PwC zeigt das, dass der Weckruf angekommen ist. PwC legte die Spitalstudie zum neunten Mal in Folge vor.

SDA

1 Kommentar
    max bernard

    Es gibt überhaupt keine vernünftigen Gründe dafür, dass im Gesundheitssystem Gewinne gemacht werden müssen. Deshalb sollte man diesen Bereich der Privatwirtschaft entziehen.