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Coronavirus weltweit+++ Über 20 Millionen infizierte Personen +++ WHO-Chef beklagt fehlende finanzielle Mittel

Es würden über 100 Milliarden Dollar für die Impfstoffe benötigt und die WHO habe bisher lediglich zehn Prozent davon erreicht, erklärte Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Internationale News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Weltweit haben sich über 20 Millionen Menschen mit Corona infiziert. Über 728'000​ Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben.
  • Allein die USA haben mehr als 5 Millionen Fälle.
  • Zahlreiche Länder lockern ihre Einschränkungen oder Ausgangsbeschränkungen wieder. Gleichzeitig werden die ersten Staaten bereits von einer zweiten Welle erfasst.
  • Ein Impfstoff gegen den Erreger ist noch nicht gefunden.

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Über 20 Millionen infizierte Menschen weltweit

Die Zahl der festgestellten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist weltweit auf über 20 Millionen angestiegen. Das ergeben Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters auf Grundlage von Statistiken der Regierungen.

Mehr als die Hälfte der Ansteckungen wurden in den USA, Brasilien und Indien ermittelt. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Virus in Verbindung gebracht werden, beträgt inzwischen über 728'000. Sie liegt damit höher als die Zahl der jährlichen Grippetoten in Jahren mit hohen Opferzahlen.

Fussgänger mit und ohne Masken in Downton Omaha (US-Bundesstaat Nebraska).
Fussgänger mit und ohne Masken in Downton Omaha (US-Bundesstaat Nebraska).
Foto: Nati Harnik (AP/Keystone/7. August 2020)
Finnland kündigt Testpflicht für gewisse Staaten an

Finnland will Pflicht-Tests und Zwangsquarantänen für Reisende aus gewissen Risiko-Staaten einführen. Das kündigt die zuständige Ministerin für Soziales, Krista Kiuru, an. Am Samstag war bei freiwilligen Tests auf dem Flughafen Turku bei 24 von 157 Flugpassagieren einer Maschine aus Skopje eine Corona-Infektion nachgewiesen worden.

785 Neuinfektionen in Frankreich

In Frankreich meldet das Gesundheitsministerium 785 festgestellte Neuansteckungen in den vergangenen 24 Stunden. Eine aktualisierte Zahl der Gesamtinfektionen wird zunächst nicht mitgeteilt. Am Freitag hatte sie bei 197'921 gelegen.

Touristen mit Masken vor der berühmten Basilika Sacré-Coeur de Montmartre in Paris.
Touristen mit Masken vor der berühmten Basilika Sacré-Coeur de Montmartre in Paris.
Foto: Michel Euler (AP/Keystone/10. August 2020)
WHO-Chef bemängelt unzureichende Finanzmittel

Für den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie fehlt nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation WHO Geld. Es würden über 100 Milliarden Dollar allein für die Impfstoffe benötigt und die WHO habe bisher lediglich zehn Prozent davon erreicht, erklärte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag.

Die kommenden drei Monate seien entscheidend, sagte er mit Blick auf Impfstoffe bei einem Briefing in der WHO-Zentrale in Genf. «Um dieses Zeitfenster zu nutzen, müssen wir jedoch die Investitionen erhöhen.» Es gebe eine grosse Lücke zwischen den Möglichkeiten und den Geldern, die weltweit bereitgestellt würden. Es sei nie zu spät, die Pandemie zu stoppen, sagte Tedros.

USA: In 2 Wochen 97’000 Kinder positiv getestet

Zwischen dem 16. und dem 30. Juli ist die Zahl der Coronafälle unter Kindern und Jugendlichen in den USA von 242’000 auf 339’000 gestiegen. Das entspricht einer Zunahme von 40 Prozent oder 97’000 Personen, wie der Bericht der American Academy of Pediatrics (Akademie der Kinder- und Jugendmedizin) und Children’s Hospital Association (Vereinigung der Kinderkrankenhäuser) zeigt.

Die Daten stammen aus 47 Bundesstaaten – Alabama und Texas wurden ausgeschlossen, da sie die Alterskategorien nicht oder nur ungenügend unterteilten. Auch sonst hat die Studie aufgrund der Definition eines Kindes Schwächen: In Florida gilt dafür ein Alter von 0 bis 14 Jahren, während 28 Staaten diese im Bereich von 0 bis 19 Jahren erfassen, andere wiederum von 0 bis 17 Jahren.

7 von 10 der neuen Coronavirus-Infektionen unter Kinder und Jugendlichen stammt aus den derzeit betroffenen Staaten im Süden und Westen der USA. Der Bericht hält auch fest, dass die Kinder und Jugendlichen nur sehr selten schwer an Covid-19 erkranken, wie die New York Times schreibt. Die Sterberate beträgt per Ende Juli 0,025 Prozent oder ein Todesfall pro 3930 Infizierten.

Rekord in Griechenland

Ein Mitarbeiter der griechischen Regierung gibt 203 Neuinfektionen bekannt, die höchste tägliche Zahl seit dem Ausbruch der Epidemie im Februar. Insgesamt sind damit 5623 Erkrankungen in Griechenland verzeichnet.

Mehr als fünf Millionen Corona-Infektionen in den USA

In den USA haben die Behörden seit Beginn der Pandemie bereits fünf Millionen bestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Das ging am Sonntag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen in den USA, vor allem in Bundesstaaten im Süden und im Westen des Landes, wieder stark angestiegen. Die Schwelle von vier Millionen bekannten Infektionen war erst vor zweieinhalb Wochen überschritten worden.

Bislang sind in den USA mehr als 162 000 Menschen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus gestorben, wie die Daten von Johns Hopkins zeigten. Pro Tag meldeten die Behörden zuletzt im Schnitt gut 1000 Todesfälle und rund 60 000 Neuinfektionen. In keinem Staat der Welt gibt es in absoluten Zahlen gesehen so viele bekannte Infektionen und Todesfälle wie in den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern.

EU-Kommissarin hofft auf ersten Impfstoff in 6 Monaten

Stella Kyriakides hofft in rund sechs Monaten auf den ersten Impfstoff gegen Covid-19. «Auch wenn Vorhersagen zum jetzigen Zeitpunkt noch riskant sind, haben wir doch gute Hinweise, dass der erste Impfstoff gegen Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres verfügbar sein wird», sagte die EU-Gesundheitskommissarin dem deutschen «Handelsblatt». Er könne zwar nicht auf Anhieb alle Probleme lösen. Aber der Impfstoff werde schrittweise erlauben, zur Normalität zurückzukehren, wenn eine kritische Masse von Bürgern insbesondere in den Risikogruppen geimpft worden sei.

Die EU-Kommissarin äusserte sich besorgt über höhere Infektionszahlen überall in der EU. «Wir sehen eine steigende Zahl kleinerer und grössere Ausbrüche in mehreren Mitgliedstaaten.» Kyriakides appellierte an die EU-Staaten, die Infektionsherde «zügig lokal einzugrenzen mit Tests, Kontaktverfolgung und der sofortigen Isolation» der Betroffenen. Einen weiteren Lockdown wollte die Kommissarin nicht explizit ausschliessen. «Die Unsicherheiten rund um das Virus bleiben", sagte die Zypriotin. «Mehr denn je müssen wir jetzt wachsam bleiben und nicht nachlässig werden, um einen zweiten Lockdown zu vermeiden.»

Stella Kyriakides anlässlich einer Medienkonferenz im EU-Hauptquartier in Brüssel.
Stella Kyriakides anlässlich einer Medienkonferenz im EU-Hauptquartier in Brüssel.
Foto: Francisco Seco (Keystone/15. Juli 2020)
Johnson: Britische Schulen müssen im September öffnen

Premierminister Boris Johnson nennt die Wiedereröffnung britischer Schulen im September eine soziale, wirtschaftliche und moralische Notwendigkeit. Trotz der anhaltenden Bedrohung durch die Virus-Pandemie werde der Schulbetrieb sicher laufen können, schreibt Johnson in der «Mail on Sunday». Die Wiedereröffnung sei eine nationale Priorität.

Die «Sunday Times» berichtete, Johnson habe bei einem Treffen am Donnerstag betont, bei lokal begrenzten Lockdowns in der Zukunft sollten Schulen als letztes geschlossen werden. Jüngst gab es eine Studie, wonach Grossbritannien im Winter eine zweite – doppelt so starke – Corona-Welle riskiere, sollten die Schulen ohne ein verbessertes Test- und Rückverfolgungssystem geöffnet werden.

Immer für einen speziellen Auftritt gut: Boris Johnson über sich in der Grafschaft Cheshire als Maurer.
Immer für einen speziellen Auftritt gut: Boris Johnson über sich in der Grafschaft Cheshire als Maurer.
Foto: Phil Noble (PA/AP/Keystone/6. August 2020)

Beunruhigende Zahlen in Russland

In Russland steigt die Zahl der Virus-Infektionen nach Angaben der Behörden um 5189 auf 887'536. 77 Personen seien binnen 24 Stunden gestorben, damit legt die Zahl der Todesfälle auf 14'931 zu.

Das Robert-Koch-Institut zählt 555 Neuinfektionen in Deutschland und damit jetzt insgesamt 215'891 Fälle. Eine weitere Person starb in Verbindung mit dem Virus. Damit liegt die Zahl der Todesfälle nunmehr bei 9196.

Ein Mann trägt eine Maske in Moskau.
Ein Mann trägt eine Maske in Moskau.
(Keystone/7. August 2020)
Neue Panne in Grossbritannien

Die britische Aufsichtsbehörde für Medizinprodukte hat den Rückruf Hunderttausender Coronavirus-Test-Sets veranlasst. Wie die Regierung in London am Samstag bestätigte, handelt es sich um bis zu 741 000 Tests der Firma Randox. Diese seien möglicherweise nicht sicher für den Gebrauch, hiess es zur Begründung.

Randox hatte im März einen Auftrag in Höhe von 133 Millionen Pfund von der britischen Regierung erhalten, unter anderem für die Bereitstellung von Coronavirus-Tests. Dem «Guardian» zufolge erfolgte die Vergabe ohne Ausschreibung. Gerechtfertigt wurde das durch die hohe Dringlichkeit, die Testkapazitäten des Landes rasch zu erhöhen. Pikant ist jedoch, dass ein führender Abgeordneter der regierenden Konservativen, Owen Paterson, als Berater für die Firma tätig ist. Paterson erhält dem Register für Nebeneinkünfte des britischen Parlaments zufolge dafür jährlich 100 000 Pfund (umgerechnet rund 110 000 Euro).

Der Vorgang reiht sich in eine ganze Kette von Pannen und zweifelhaften Deals beim Umgang mit der Coronavirus-Pandemie ein. Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass 50 Millionen Schutzmasken, die vom Gesundheitsministerium in London gekauft wurden, für den Gebrauch im Nationalen Gesundheitsdienst ungeeignet sind.

Paris verschärft Massnahmen

Angesichts steigender Infektionszahlen verschärft Paris die Maskenpflicht. Ab Montag müssten Mund und Nase in gewissen Teilen der französischen Hauptstadt auch im Freien bedeckt sein, teilen die Behörden mit. Die genauen Orte sollen noch bekanntgegeben und eine entsprechende Liste regelmässig aktualisiert werden.

Deutlich steigende Zahlen in den USA

In den USA steigen die Zahlen weiter deutlich. Reuters-Berechnungen zufolge haben sich am Freitag mindestens 59'955 Personen angesteckt, wodurch die Gesamtzahl der Fälle nun bei 4,96 Millionen liegt. Die Zahl der Todesfälle steigt um mindestens 1318 auf 161.097.

Italien verlängert Massnahmen

Die italienische Regierung hat ihre Anti-Corona-Massnahmen bis zum 7. September verlängert. Das Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte verabschiedete am Freitagabend ein Dekret, in dem unter anderem die Maskenpflicht in geschlossenen, öffentlichen Räumen und die Abstandsregeln weiter vorgeschrieben werden. Auch grössere Menschenansammlungen bleiben verboten. Regierungschef Conte sprach von «ausgewogenen Massnahmen, die der aktuellen Situation gerecht werden».

Die Regierung stimmte aber auch für weitere vorsichtige Lockerungen etwa im Tourismus, wo Kreuzfahrtschiffe ab dem 15. September wieder auslaufen dürfen. An Bord müssen strenge Hygiene-Regeln eingehalten werden. Von 1. September an dürfen Messen wieder öffnen – Aufbau und Organisation der Ausstellungen kann sogar ab sofort beginnen. Für den Tourismus und die Kultur wurden weitere drei Milliarden Euro bereitgestellt.

Quarantäne-Pflicht für Schweizer Touristen in Slowenien

Die Schweiz ist nun auch auf der Coronavirus-Quarantäne-Liste von Slowenien – auf der gelben Liste. Das bedeutet: 14 Tage Isolation für alle aus der Schweiz dorthin einreisenden Personen. Slowenien treffe diese Entscheidung aufgrund von Expertenanalysen, teilte die slowenische Botschaft in der Schweiz am Freitag per Twitter mit.

Erst am Donnerstag hatte Norwegen von nicht dringenden Reisen in die Schweiz abgeraten. Von dort nach Norwegen Einreisende müssen zehn Tage in Quarantäne.

Frankreich meldet deutlichen Anstieg von Neuinfektionen

Frankreich meldet 2288 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – ein deutlicher Anstieg gegenüber Donnerstag und Mittwoch, als die Zahl der neu bestätigten Fälle jeweils bei unter 1700 lag.

New Yorker Gouverneur gibt grünes Licht für Unterricht ab Herbst

Wegen der stark gesunkenen Corona-Fallzahlen dürfen Schulen im US-Bundesstaat New York nach den Ferien wieder öffnen. Persönlicher Unterricht sei ab Herbst erlaubt, so lange Sicherheitsvorschriften eingehalten werden und der Anteil positiver Testergebnisse an allen Corona-Tests eines Tages nicht über fünf Prozent liegt, erklärte Gouverneur Andrew Cuomo am Freitag. Nun müssen die lokalen Behörden in dem Staat mit rund 19,5 Millionen Einwohnern entscheiden, ob der Unterricht tatsächlich wieder aufgenommen wird.

Der Bürgermeister der Millionenmetropole New York, Bill de Blasio, kündigte eine Schulöffnung an, solange die Grenze positiver Tests dort bei unter drei Prozent liege. New York City ist damit einer der wenigen Grossräume in den USA, in denen ein regulärer Unterricht geplant ist, viele andere Schulbehörden haben bereits angekündigt, weiter virtuell zu lehren.

Mehr als 160'000 Corona-Tote in den USA

In den USA hat die Pandemie die Schwelle von 160'000 Todesfällen überschritten. Damit sind nach Reuters-Zählung weltweit fast ein Viertel aller tödlichen Verlaufe in den USA registriert worden. Rund 4,91 Millionen Amerikaner haben sich angesteckt. Auf pro Kopf der Bevölkerung umgerechnet belegen die USA weltweit den zehnten Platz in der Rangfolge der am schwersten betroffenen Staaten.

Eine Familie trauert  in Rye, New York bei der Beerdigung eines Corona-Patienten. (3. Juli 2020)
Eine Familie trauert in Rye, New York bei der Beerdigung eines Corona-Patienten. (3. Juli 2020)
Foto: John Moore/Getty Images

Japan verzeichnet Höchstwert an Neuinfektionen

Japan hat erneut so viele Corona-Neuinfektionen registriert wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Am Freitag registrierten die Behörden 1597 Neuansteckungen, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo News unter Berufung auf die Präfekturen des Landes meldete.

Der bisherige Rekordwert wurde demnach am 31. Juli erfasst und lag bei 1578 Neuinfektionen. In Japan haben sich Kyodo News zufolge bislang 46'540 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 1056 Menschen starben demnach in Verbindung mit dem Virus. Japan hat rund 127 Millionen Einwohner.

Norweger sollen Auslandsreisen vermeiden

Norwegens Gesundheitsminister Bent Hoie ruft seine Mitbürger dazu auf, zur Eindämmung des Coronavirus auf Auslandsreisen zu verzichten. Das gelte auch für Reisen in Länder, in denen es nur wenige Corona-Fälle gebe. Hoie begründet seinen Aufruf damit, dass die Infektionen in Ländern, die die Lage unter Kontrolle gehabt hätten, wieder anstiegen.

sda/reuters/red