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Nachhaltigkeit für Kinder«Wir wollen, dass Secondhand etwas Selbstverständliches wird»

Im Zürcher Onlineshop Ingrid & Emil werden Kinderkleider aus zweiter Hand verkauft. Gründerin Laura Maquignon erklärt, warum ihr das noch nicht genügt.

Kleider aus zweiter Hand: Der Onlineshop Ingrid & Emil hat einiges zu bieten.
Kleider aus zweiter Hand: Der Onlineshop Ingrid & Emil hat einiges zu bieten.
Bild: Ali Zigeli

Was ist Ingrid & Emil genau?

Eine digitale Plattform für stark kuratierte Secondseason- und Secondhand-Kinderkleider. Unser Fokus liegt auf nachhaltigen Marken und auf Familienunternehmen. So findet man bei uns aus­gesuchte Labels, etwa wie Stella McCartney oder Bonton.

Wer steckt dahinter?

Das sind Alexandra von Uexküll und ich. Sie ist Mutter und bringt ihre Erfahrungen als Digitale Projektmanagerin mit, und ich habe einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund und habe lange in der Luxusgüterindustrie gearbeitet.

«Es ist mir ein Rätsel, wie ein T-Shirt zwei Franken kosten kann.»

Laura Maquignon

Was ist die Idee Ihres Angebotes?

Die Modebranche ist nicht zeitgemäss. Da ist etwa der Trend von Fast Fashion und Discounter-Marken. Es ist mir ein Rätsel, wie ein T-Shirt zwei Franken kosten kann. Wie geht das?! Es findet zwar langsam ein Umdenken statt, so bietet auch Jelmoli neu gebrauchte Kleider an, aber da muss noch viel mehr gehen. Wir wollen, dass Secondhand etwas Selbstverständliches wird, das man auch verschenken kann.

Wie kommen Sie zu den Kleidungsstücken?

Wir haben einen kostenlosen Abholservice für die Stadt Zürich und Umgebung. Wir holen die Stücke also direkt beim Kunden ab. Die Auswahl ­findet eigentlich schon im Vorfeld online statt, wo der Kunde uns zum Beispiel auch auf Mängel hin­weisen kann.

Was sind denn Mängel, die akzeptabel sind?

Gerade neulich haben wir ein sehr hübsches Teil der Marke Mini Rodini verkauft. Darauf hatte es ein völlig ausgebleichtes Chribbelchrabbel. Aber sonst war es in einem tadellosen Zustand.

«Die ­Namen stehen für die Zeitlosigkeit und die Wertigkeit über Generationen hinweg.»

Laura Maquignon

Und wie sieht es mit den Preisen aus?

Wir haben da keine Formel. Wir gehen oft nach Gefühl: Wie aussergewöhnlich oder wie
gesucht ist das Stück? Aber so ungefähr werden die Kleider mit bis zu 70 Prozent vom Originalpreis angeboten.

Gibt es Ingrid & Emil wirklich?

Ingrid war die Grossmutter meiner Geschäftspartnerin und Emil war mein Grossvater. Die ­Namen stehen für die Zeitlosigkeit und die Wertigkeit über Generationen hinweg und sollen die Langlebigkeit unseres Angebotes unterstreichen.

Infos: www.ingridemil.ch