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Urnengang am 29. NovemberDarüber stimmt Zürich ab

Gratis-Badis, Überbauung in Seebach, Kulturförderung: In Zürich kommen drei städtische Vorlagen an die Urne. Die Übersicht.

Saisoneröffnung im Freibad Letzigrund: Ob Zürichs Sommerbäder künftig für alle Besucherinnen und Besucher unentgeltlich sein werden, entscheidet sich Ende Monat.
Saisoneröffnung im Freibad Letzigrund: Ob Zürichs Sommerbäder künftig für alle Besucherinnen und Besucher unentgeltlich sein werden, entscheidet sich Ende Monat.
Foto: Andrea Zahler

Es sind die nationalen Vorlagen – Konzernverantwortungsinitiative und Kriegsmaterialinitiative –, die im Hinblick auf den 29. November derzeit viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Doch während an dem Datum für einmal keine kantonale Volksabstimmung stattfindet, bergen die drei Stadtzürcher Vorlagen ebenfalls Zündstoff.

Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Sportstadt Züri»

Der Gegenvorschlag des Gemeinderats zur Initiative der kommunistischen PdA verlangt, dass die städtischen Sommerbäder (ohne Hallenbäder) künftig für alle Besucherinnen und Besucher kostenlos sein sollen. Für in Zürich wohnhafte Kinder und Jugendliche bis 20 Jahre sowie für Bedürftige soll auch der Eintritt in die anderen städtischen Sport- und Badeanlagen gratis sein. Zudem sollen Sportvereine keine Gebühren mehr für die Sport- und Badeanlagen zahlen müssen. Den Befürwortern geht es um Sportförderung für alle, die Gegner – darunter auch der Stadtrat – warnen vor überfüllten Freibädern und den Kosten.

– Ja: SP, Grüne, AL

– Nein: FDP, SVP, GLP, EVP

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Gestaltungsplan Thurgauerstrasse

Auf dem grünen Landstreifen an der Thurgauerstrasse will die Stadt Wohnhäuser, ein Schulhaus und einen Park erstellen.
Auf dem grünen Landstreifen an der Thurgauerstrasse will die Stadt Wohnhäuser, ein Schulhaus und einen Park erstellen.
Foto: Urs Jaudas

Auf dem Areal mit den Schrebergärten an der Thurgauerstrasse soll eine Überbauung mit rund 700 preisgünstigen Wohnungen für etwa 1800 Bewohnerinnen und Bewohner entstehen, dazu Gewerberäume, ein Schulhaus und ein Park. Nun kommt der Gestaltungsplan für die Wohnüberbauungen zur Abstimmung. Gegen diesen haben Anwohnerinnen und Anwohner, die sich zur IG Grubenacker zusammengeschlossen haben, mithilfe der AL, der SVP und der Grünen das Referendum ergriffen. Sie kritisieren die «monströsen Bauten», eine zu «technokratische Verdichtungsplanung» und ein «planerisches Flickwerk».

– Ja: SP, FDP, GLP

– Nein: AL, Grüne, SVP, EVP

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Neues Fördersystem Tanz und Theater

Laut dem Stadtrat ist das aktuelle Fördersystem für Tanz und Theater nicht mehr zeitgemäss. Im Bild eine Probe im Tanzhaus Zürich.
Laut dem Stadtrat ist das aktuelle Fördersystem für Tanz und Theater nicht mehr zeitgemäss. Im Bild eine Probe im Tanzhaus Zürich.
Foto: Dominique Meienberg

Die Stadt will ein flexibleres System der Tanz- und Theaterförderung, um die freie Szene zu stärken. Zwei Kernelemente des neuen Systems kommen zur Abstimmung: ein Rahmenkredit für Koproduktionsstätten und die Konzeptförderung. Für Koproduktionen erhalten die Gessnerallee, das Fabriktheater, das Tanzhaus und das Theater Spektakel jährlich 1,55 Millionen Franken mehr Geld, gesamthaft 9,3 Millionen Franken. In der Konzeptförderung sollen 6,5 Millionen Franken an Institutionen, Gruppen und Einzelpersonen aus der freien Szene gehen, welche die Jury und die Behörden mit ihren Konzepten überzeugen. Institutionen erhalten sechsjährige Beiträge, über deren Vergabe entscheidet der Gemeinderat. Gruppen und Einzelpersonen erhalten zwei- oder vierjährige Beiträge, welche der Stadtrat vergibt. Dazu kommt ein Überbrückungskredit von 0,6 Millionen Franken, um die finanziellen Einbussen von Institutionen abzufedern, die von der Konzeptförderung nicht berücksichtigt wurden. Gesamthaft entstehen der Stadt Mehrkosten von 2,5 Millionen Franken gegenüber heute. Die bürgerlichen Gegner kritisieren den Einführungszeitpunkt, da viele Kulturinstitutionen unter der Pandemie leiden. Das System tritt ab 2024 in Kraft und wird nach zwölf Jahren angepasst.

– Ja: SP, Grüne, AL, EVP

– Nein: SVP, FDP

– Stimmfreigabe: GLP

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Übrigens gab es einen Druckfehler auf dem Abstimmungszettel. Hier erfahren Sie mehr dazu.

mth/zet/ema

30 Kommentare
    Peter Wyss

    Das Amt für Städtebau mit dem Hochbauvorsteher André Odermatt legt einen hohen Wert auf architektonische Werte bei all ihren Planungen und freuen sich immer wieder über Auszeichnungen zu diesen Themen mit Ihren Schöpfungen.

    Beim Gestaltungsplan Thurgauerstrasse hat sich aber nun sogar das renommierte Fachjournal Hochparterre von der Stadt abgewendet und empfiehlt ein Nein. Dass sich die Fachpresse für Städtebau und Architektur einschaltet, heisst was auch für die Politik und Behörde. Die Gebäude sind ja für Bewohner da und sollten Freude bereiten. Deshalb für alle, die noch nicht gestimmt haben - Nein zum Gestaltungsplan Thurgauerstrasse.