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Nach ersten Corona-FällenDarum ergibt vorsorgliches Testen in der Super League keinen Sinn

Nach den Fällen in Zürich und Neuenburg sieht die Liga keinen Grund, die Clubs stärker in die Pflicht zu nehmen. Vom obligatorischen Testen sieht man weiterhin ab.

Fiebermessen als Routine: Lugano-Trainer Maurizio Jacobacci vor einem Training.
Fiebermessen als Routine: Lugano-Trainer Maurizio Jacobacci vor einem Training.
Foto: Keystone
Corona-Tests werden in der Super League allerdings nicht regelmässig durchgeführt.
Corona-Tests werden in der Super League allerdings nicht regelmässig durchgeführt.
Foto: Keystone
Auch Xamax meldete wenige Tage später einen positiven Fall.
Auch Xamax meldete wenige Tage später einen positiven Fall.
Foto: Freshfocus
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Der Aufschrei liess nicht lange auf sich warten. Einen knappen Monat lang ging der Schweizer Clubfussball nach der Wiederaufnahme ohne einen Corona-Fall über die Bühne. Dann kam der FCZ, dann GC, dann kam Xamax. Bei drei Vereinen traten Infektionen auf. Beim FCZ musste ein Grossteil der Mannschaft in Quarantäne, bei GC und Xamax reichte die Isolation des einzelnen Spielers. Viele Beobachter fragten sich: Warum testen die nicht öfter?

In den Richtlinien für die Clubs hält sich die Swiss Football League (SFL) an die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Und diese sehen ausdrücklich vor, nur bei entsprechenden Symptomen, nach Meldung eines Kontakts mit einer infizierten Person oder auf Anweisung eines Arzts zu testen.

Es gibt auch Teams, die testen

«Ein negativer Test schliesst eine Infektion nicht aus und könnte der getesteten Person eine falsche Sicherheit vermitteln, sodass sie die Vorsichtsmassnahmen, etwa Abstandhalten, nicht mehr einhält», schreibt das BAG dazu auf Nachfrage.

Ihre Empfehlungen und Pflichten an die Vereine hat die Liga gemäss Kommunikationschef Philippe Guggisberg nicht erneuert, sondern im direkten Austausch noch einmal abgegeben. «In allen Situationen, in denen der nötige Abstand nicht gewährleistet werden kann, schreiben wir das Tragen einer Maske vor», sagt Guggisberg. Dazu zählen beispielsweise der Aufenthalt in der Garderobe oder das gemeinsame Reisen im Bus.

Im Teambus sind die Spieler über längere Zeit nah beieinander und können den Abstand nicht einhalten.
Im Teambus sind die Spieler über längere Zeit nah beieinander und können den Abstand nicht einhalten.
Foto: Alessandro Della Bella (Keystone)

Einige der infizierten FCZ-Spieler haben sich wahrscheinlich auf der Busfahrt an das Auswärtsspiel in Neuenburg angesteckt. Die SFL schreibt den Clubs aber weiterhin nicht vor, wie sie die Anfahrt zu gestalten haben. «Die Abstandsregeln müssen auch da gewährleistet sein.» Sonst gelte die Maskenpflicht.

Verboten ist den Vereinen grundsätzlich nichts – auch das Testen nicht. Der FC Sion etwa testet nach eigenen Angaben regelmässig, der FC Lugano hat Tests zum Trainingsauftakt durchgeführt, die Young Boys achten einzig auf Symptome.

Von einem Abbruch war man weit entfernt

Nah am Abbruch sei die Saison in den letzten Tagen nie gestanden, so Guggisberg. «Es gab keinen Grund zur Annahme, dass die Situation ausser Kontrolle geraten würde.» Ausserdem habe man sich noch die Möglichkeit beibehalten, im Extremfall für die Meldung der europäischen Plätze an die Uefa eine andere Lösung zu finden. «Wir wollen auf jeden Fall zu Ende spielen.»

Überhaupt gilt das Augenmerk auch langsam der neuen Saison. Eine Spielzeit mit den Coronavirus-Rahmenbedingungen längere Zeit am Laufen zu halten, ist eine noch grössere Herausforderung als die aktuelle. «Wie allgemein in der Gesellschaft müssen wir auch im Fussball noch besser lernen, mit diesen besonderen Umständen und Massnahmen im Ligaalltag umzugehen», sagt Guggisberg.